Kuriosum im Nikolaiviertel: Die Eiergasse ist Berlins kürzeste Straße – aber keine richtige Straße
Die Hauptstadt hat eine sehr ungewöhnliche Straße in ihrer Mitte. Denn sie ist fast komplett überbaut und eher eine Gastro-Fläche. Was die Eiergasse so besonders macht. Von Stefan Jacobs.
Der Blick in die Eiergasse von ihrem südöstlichen Ende aus. / Foto: Stefan Jacobs / Tagesspiegel
Nachdem ich kürzlich auf unserer sonntäglichen Checkpoint-Seite im Tagesspiegel die drei kürzesten Straßen Berlins präsentiert hatte, schickte ein Leser einen zehn Jahre alten Tsp-Artikel, der eine noch kürzere nennt: Den Rekord hält demnach die damals auf 16 Meter taxierte Eiergasse im Nikolaiviertel und nicht die jetzt gekürte Straße 54 in Pankow-Heinersdorf mit ihren 17,2 Metern. Die Frage ist also: Watdennu? Die aktuelle Liste beruhte auf berechneten Daten des Statistikamtes. Die Eiergasse ist dort mit stolzen 47 Metern gespeichert. Allerdings sind die von der Rückseite der Nikolaikirche bis in die Mitte des Mühlendamms gemessen. Die Eiergasse ist also in den 1960ern mit der achtspurigen Autoschneise quasi überbaut worden. Real sind tatsächlich nur 16 Meter übrig, als Fußgängerzone beschildert und im Wesentlichen vom Gestühl des „Paddenwirts“ belegt. Getreu der neuen Berliner Verkehrspolitik gilt bekanntlich: Wo keine Autos sind, ist keine Straße. So gesehen ist unsere Top-3-Liste auch ohne die Eiergasse rund.