Notrufe, die keine sind
Jeder Anruf muss entgegen genommen werden. Jeder Anruf musst ernstgenommen werden. Zunächst. Doch jedes Jahr gehen in der Berliner Zentrale mehr als zehntausende Notrufe ein, die gar keine sind. Durchschnittlich sind es 422 pro Tag. Kollegin Katja Füchsel hat sie dokumentiert. Eine Auswahl:
„In einer Schubkarre gegenüber der Hausnummer 87 auf der Baustelle wird ein Feuer gemacht, Anrufer hat die Personen schon angesprochen. Sollen recht hohe Flammen sein, sieht nicht so aus als würde das Feuer gelöscht werden. Um 14.13 Uhr berichtet Einsatzwagen: Wurst auf Grill, kein Feuer. Berliner Feuerwehr über Nord abbestellt.“
„Anruferin wollte EWA (Einsatzwagen), weil bei ihr andere Sachen im Kühlschrank liegen. Zum Abschnitt verwiesen. Damit war sie nicht einverstanden.“
„Im Hinterhof des Mehrfamilienhauses sitzt eine Katze, welche die Anruferin nicht kennt. Anruferin will das nur der Polizei melden.“
„Anrufer hat einen ganz kleinen Igel gefunden. Nabu hat er nicht erreicht. Noch diverse Nummern mitgeteilt (Fachgruppe Igel, Wildtiertelefon). Ansonsten Kamillentee und Katzenfutter empfohlen. Meldet sich ggf. nochmal.“
„Anrufer macht sich Sorgen um seine LAG (Lebensabschnittsgefährtin), weil er sie telefonisch seit circa 3 Stunden nicht erreicht. Er hat keinerlei Anhaltspunkte, dass der Dame etwas passiert sein könnte. Sie ist 43 Jahre alt und es bestehen keinerlei Erkrankungen.(...)"
„Mann liegt betrunken im Bett, hat seinen Arm auf meine Seite ausgestreckt – ich kann nicht ins Bett. Einsatz abgelehnt.“