Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Udo Lindenberg (76), Rockmusiker / Jana Petersen (44), Schauspielerin und Journalistin, seit 2010 Redakteurin bei der taz / Marianne von Weizsäcker (90), Ehefrau des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker / Gerlinde Unverzagt, Autorin und Journalistin, „sie war im letzten Jahr so tapfer, dass einem die Spucke wegbleibt. Von ihrem kleinen Bruder“ / Michael Wolffsohn (75), Historiker und Politikwissenschaftler
Gestorben – Martina Adam-Raatz, * 12. Dezember 1952 / Prof. Dr. med. Gert Baumann, * 26. September 1949, em. Ordinarius der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Charité / Ingrid Mertens, * 22. September 1929 / Jean-Pierre Neumeister, * 19. Juli 1964
Stolperstein – Eva Frida Rosenthal (geb. Liepmann) kam heute vor 101 Jahren, am 17. Mai 1921, in Berlin zur Welt. Sie war das einzige Kind des jüdischen Kaufmanns Hans Liepmann und dessen Ehefrau Gertrud. Über ihre Kindheit und Jugend haben sich keine Informationen erhalten. Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen die Familie Liepmann. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben. Auch die Wollwarenhandlung der Liepmanns hatte unter dem Boykott jüdischer Geschäftsleute zu leiden und 1938/39 mussten Evas Eltern das Geschäft schließen. Am 27. Februar 1942 heiratete Eva Werner Horst Rosenthal, der fortan mit ihr und seinen Schwiegereltern am Kottbusser Damm 7 wohnte. Er musste Zwangsarbeit als Gutausgeber am Anhalter Bahnhof bei der Firma „Güterabfertigung Anhalter Berlin“ leisten, Eva bei den Siemens-Schuckertwerken im Kleinbauwerk. Eva Rosenthal, ihr Mann Werner und ihre Eltern mussten am 21. Februar 1943 die „Vermögenserklärung“ abgeben. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnte die Familie immer noch am Kottbusser Damm 7. Hans und Gertrud Liepmann sowie Eva und Werner Rosenthal wurden aus dem Sammellager an der Großen Hamburger Straße 26 am 26. Februar 1943 mit dem „30. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und ermordet. Am Kottbusser Damm 7 in Kreuzberg erinnert seit 2018 ein Stolperstein an Eva Frida Rosenthal.