Berlin heute
Verkehr – Heute nur gute Nachrichten, dass heißt keine neuen Verkehrsbeeinträchtigungen. Aber eines nicht vergessen: Die Maske im öffentlichen Nahverkehr.
Gericht – Weil er eine antisemitische Karikatur auf einer Internetseite veröffentlicht haben soll, wird einem 45-Jährigen der Prozess wegen Volksverhetzung gemacht. Zudem wird ihm im Zusammenhang mit einem eingestellten Video Gewaltdarstellung zur Last gelegt (12.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 768).
Heimuniversität – Diversität Spezial: Nicht nur auf den Straßen, sondern auch in den Architekturunis und Planungsbüros dieser Welt soll Vielfalt einkehren. Dafür setzten sich sechs Studentinnen, die sich an der UdK kennengelernt haben, mit ihrem Kollektiv fem_arc ein. In ihrem F_Podcast zeigen sie, weshalb für das Denken von Raumkonzepten Vielfalt benötigt wird. Inspiriert von Katie Lloyd Thomas, nehmen sie ihre Zuhörer*innen in jeder Folge mit zu Architekt*innen und Künstler*innen, die „mit ihren Arbeitsweisen das Vokabular der Raumproduktion erweitern.“ Zuletzt haben sie Zoe Partington und Jos Boys besucht. Beide fokussieren sich in ihrer raumgestalterischen Arbeit auf Menschen mit Behinderung und entwerfen gemeinsam mit ihnen neue Projekte. Weitsicht erforderlich.
Berlin vor 75 Jahren – 29. April 1945 (Tag 9 der Schlacht um Berlin): „(...) Kein deutscher Soldat ist weit und breit zu sehen. Grunewald ist restlos den Händen der Russen. Jetzt kommen viele Russen auf Rädern. Sie fahren die Königsallee entlang, als ob sie spazieren führen. Armes Deutschland! – 14 Uhr: Der russische Kommissar ist soeben mit einem jungen Soldaten, sagen wir ruhig, mit einem Lausejungen, durch das Haus gegangen. Wir waren alle im Luftschutzkeller. Der junge Kerl fragte mich: „Uhr jeste?“ Pajong übersetzte. „Er fragt, ob Sie eine Uhr haben?“ Ich gab sie ihm und dumm guckend betrachtete er sie, die schöne Uhr mit der feinen Ziselierarbeit, und steckte sie ein. (…) 16.15 Uhr: Eben war wieder ein Russe von der Panzer Kommandantur da. (…) Er bat um eine Zigarette. (…) Dann führte er weiter aus: ‚Der Krieg ist nicht gut für uns. Ich Moskau, Büro, schreiben.‘ Er ist Journalist und dann sah er auf sich herab, auf seine schmutzige Uniform: ‚Nix gut!‘ (…) Na, dachten wir, so schlimm sind also die Russen nicht!“
An dieser Stelle lesen Sie bis zum 75. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai Auszüge aus den Tagebüchern des Berliner Verlegers Curt Cowall.