Berlin heute
Verkehr – Holzhauser Straße (Wittenau): In Höhe Schubartstraße steht ab 8 Uhr in beiden Richtungen jeweils nur ein verschwenkter und verengter Fahrstreifen zur Verfügung. Die Anbindung Schubartstraße ist gesperrt, bis vsl. Ende Mai.
A113 (Schönefeld-Zubringer): Nächtliche Sperrung stadteinwärts zwischen den AS Schönefeld-Nord und Adlershof (21 bis 5 Uhr).
Regionalbahn: Ab 6 Uhr bis Samstag, 3 Uhr, entfällt der RE2 zwischen zwischen Berlin-Lichtenberg und Berlin-Charlottenburg aus, d.h. Züge aus/in Richtung Cottbus Hbf enden/beginnen in Berlin-Lichtenberg; Züge aus/in Richtung Wismar/Wittenberge enden/beginnen in Berlin-Charlottenburg. Der Anschluss in Berlin-Charlottenburg bzw. Berlin-Lichtenberg wird leider nicht erreicht.
Gericht – Zwei 25- und 28-Jährige, die für eine Serie von Bankbetrügereien mit einem Schaden von mehr als 300 000 Euro verantwortlich sein sollen, kommen auf die Anklagebank. Sie sollen unter anderem Konten mit falschen Personalien eröffnet und für Straftaten benutzt haben (9.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 504).
Universität – Unter dem Hashtag #vorlesungfüralledoziert Theaterwissenschaftlerin Doris Kolesch vom Sonderforschungsbereich Affective Societies der FU Berlin in diesem Sommersemester über Schauspieltheorie und die „Emotionale Ansteckung im Theater“. Die 15-minütige Twitter-Vorlesug beginnt immer donnerstags um 10 Uhr.
Berlin vor 75 Jahren – 23. April 1945 (Tag 3 der Schlacht um Berlin): „(…) Ich war heute früh mit Frau Johanna einkaufen. Stundenlanges Warten vor den Läden, weil riesige Schlangen der Hausfrauen davorstehen. Die Geschütze haben geballert noch und noch, aber nicht eine Frau war ängstlich. Durch die unzähligen Terrorangriffe sind sie alle ‚schussfest‘ geworden. Sachverständig sehen sie zum Himmel nach Tieffliegern und gehen gar nicht erst in Deckung, wenn er schon über sie hinweg ist. Gestern erlebte ich einen Witz selbst. Ich ging spazieren durch den Grunewald, in dem sich ein ganzes Heerlager befindet, und dann durch die Griegstraße. Als ich an einer Villa vorbeikomme, höre ich einen Tiefflieger und schon bellte das M.G. viermal scharf auf: Tacktack tacktack! – Ich bleibe unter einem Baum vor dem Hause stehen, um Deckung zu haben, da öffnet sich die Haustür, und eine ältere Dame sieht mich an und fragt: Verzeihung, haben Sie bei uns geklopft?!!! Welch ein Glück, wenn man schlecht hört! – Es ist jetzt 22.15: Soeben hörte ich aus dem Süden Berlins das erste Mal das Sirenenzeichen langer Ton, das Zeichen für eingebrochene Panzer. Ich schätze, dass es in der Gegend Neukölln, Flughafen gewesen ist. Der Geschützdonner schwellt an. Leuchtzeichen erhellen die Nacht in dieser Gegend. – Das ist ja verdammt schnell gegangen!“
An dieser Stelle lesen Sie bis zum 75. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai Auszüge aus den Tagebüchern des Berliner Verlegers Curt Cowall.