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Kulturformat in Friedrichshain-Kreuzberg: 5000 Euro für psychedelische Prozession auf E-Scootern
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat sich ein teures Kulturformat leisten lassen. Als „psychedelisch-schillernd“ wird es beschrieben, aber welche Kunst steckt dahinter? Von Lorenz Maroldt.
Foto: Imago / Ralf Pollack
5000 Euro hat das BA Friedrichshain-Kreuzberg ausgegeben für „ein Kulturformat, das zwischen Stadtführung und psychedelischer Prozession schillert, an dem Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Interessen teilnehmen können, das von außen betrachtet eventuell den Anschein einer Performance hat und bei dem die Grenze, wer zuschaut und wer teilnimmt, unscharf ist“. Tja, der Besuch einer stinknormalen BVV-Sitzung des Bezirks wäre billiger gewesen - die SPD-Verordnete Hannah Sophie Lupper meinte jedenfalls bei der Beschreibung Ähnlichkeiten zu erkennen.
Doch was genau wurde da eigentlich psychedelisch-schillernd perfomed? Der CDU-Abgeordnete Timur Husein hat jetzt per Anfrage Klarheit geschaffen: Es handelte sich um eine Aktion, bei der „zwei Charaktere, die der Marketing-Sprache entnommen wurden“, mit E-Scootern über das ehemalig Mercedes-Benz-Areal (heute Uber) gegenüber der Eastside-Gallery kurvten und „verfremdete Werbetexte und Selbstbeschreibungen der dominanten Firmen“ vertrugen. Also eigentlich alles so wie immer, der ganz normale Berliner Wahnsinn. Aber für den Preis? Infragesteller Husein meint dazu: „Über Kunst lässt sich nicht streiten, aber das Bezirksamt sollte solche Kulturformate nicht mehr fördern.“ Es kommentiert Checkpoint-Gastautor Johann Wolfgang von Goethe: „Auch die Kultur, die alle Welt beleckt / Hat auf den Teufel sich erstreckt.“