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135 Leitungsstellen unbesetzt: Führungsmangel und Stundenausfall an Berlins Schulen
Wie Anfragen an den Senat zeigen, sind wichtige Stellen unbesetzt, viele Schulstunden fallen aus. Zum fachfremd erteilten Unterricht hüllt man sich gar in Schweigen. Von Lorenz Maroldt.
Foto: dpa/Patrick Pleul
Aus der Rubrik „Nachrichten vom Klassenkampf“ (aka Schulpolitik“): „Wie lange dauert das Auswahl- und Besetzungsverfahren für vakante Funktionsstellen?“ (DS 19/14308, MdA Katharina Günther-Wünsch). Antwort von Staatssekretär Alexander Slotty: „Durchschnittlich ist von einer Verfahrensdauer von ungefähr einem Jahr auszugehen.“ Unbesetzte Funktionsstellen (nur Leitung und stv. Leitung) derzeit an den Berliner Schulen: 135 (Stand 12/22).
Zugabe zur Rubrik „Nachrichten vom Klassenkampf“ (aka Schulpolitik“): „Wie viel Unterricht ist im letzten und laufenden Schuljahr ganz oder teilweise ausgefallen?“ (DS 19/14345, MdA Louis Krüger). Antwort von Staatssekretär Alexander Slotty: „Summe aller zur Vertretung angefallenen Unterrichtsstunden: 1.636.894 / Summe aller ausgefallenen Stunden: 349.189.“ Das möge man aber bitte „im Kontext eines wöchentlichen Unterrichtseinsatzes von rund 586.000 Unterrichtsstunden“ sehen.
Zugabe zur Zugabe zur Rubrik „Nachrichten vom Klassenkampf“ (aka Schulpolitik“): „Wie hoch ist der Anteil an fachfremd erteiltem Unterricht im letzten und laufenden Schuljahr?“ (DS 19/14345, MdA Louis Krüger). Antwort von Staatssekretär Alexander Slotty: Sagen wir nicht. Begründung: „Nach Auffassung des Senats würde eine schulscharfe Veröffentlichung der erbetenen Informationen sehr wahrscheinlich in eine berlinweite Rangfolge, basierend auf dem Merkmal ‚fachgerecht erteilter Unterricht‘, uminterpretiert werden.“
Es kommentiert Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse: „Wer soll es denn besser machen als ich?“ (Was sie sonst noch so vorhat, erklärt die Senatorin hier im Interview mit Susanne Vieth-Entus und Margarethe Gallersdörfer).
Uff, es gibt noch eine Zugabe zur Zugabe zur Zugabe zur Rubrik „Nachrichten vom Klassenkampf“ (aka Schulpolitik): Norman Heise wurde für ein weiteres Jahr zum Vorsitzenden des Landeselternausschusses gewählt – zum neunten Mal in Folge. Es gibt wohl auch niemanden, der es besser machen könnte als er.