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Kaum inklusive Spielplätze in Berlin
Die Koalition hat sich das Ziel gesetzt, städtischen Raum inklusiver zu gestalten. Auf den Spielplätzen sieht man davon jedoch wenig. Von Lorenz Maroldt.
Foto: Doris Spiekermann-Klass/Tsp
„Die inklusive Gesellschaft ist die Leitidee der Politik der Koalition“, heißt es im rot-rot-grünen Vertrag von 2016 (S. 94), und weiter: „Die Koalition wird Stadtplätze und Grünanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität und inklusiver Gestaltung schaffen.“ Ok, fein – und wie steht’s mit den Spielplätzen? Wie viele der insgesamt 1858 öffentlichen Spielplätze sind „vollständig inklusiv gestaltet“? Da muss der Senat erstmal bei den Bezirken nachfragen – und die Antworten zeigen: Unter „inklusiv“ versteht hier jeder etwas anderes.
Spandau nennt „vier barrierearm gestaltete Spielplätze“, Pankow immerhin einen, „der mit dieser Begrifflichkeit geführt wird“. In Treptow-Köpenick „existieren drei vollständig inklusive Spielplätze“, Neukölln dagegen behauptet: „Durch die Individualität jeder Behinderungsform ist eine vollständig inklusive Gestaltung eines Spielplatzes nicht möglich.“ Charlottenburg-Wilmersdorf hat den Spielplatz Nikolsburger Platz „im Jahr 2006/2007 unter dem Thema Inklusion sehr stark neu gestaltet“, Tempelhof-Schöneberg antwortet „3“, in Steglitz-Zehlendorf, Marzahn-Hellersdorf, Mitte und Lichtenberg gibt es „keinen vollständig inklusiv gestalteten Spielplatz“ und in Friedrichshain-Kreuzberg „keine verbindlichen Erhebungen zu inklusiv gestalteten Spielplätzen“. So, irgendwen vergessen? Ach ja, Reinickendorf:
„In Reinickendorf sind grundsätzlich alle 87 Spielplätze für Kinder und deren Eltern/Begleitungen mit und ohne Einschränkungen offen und nutzbar.“ Und damit ist das Thema Inklusion an dieser Stelle erledigt. (Q: Anfrage MdA June Tomiak, DS 18/26942).