Ob in Charlottenburg oder Alt-Stralau: Hier sind Berlins freundlichste Fahrradläden
Einige Läden verbinden Handwerk und Service sehr gut. Andere überzeugen trotz Unfreundlichkeit im Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein anderes Problem: Ungleichbehandlungen von Kundinnen. Von Lorenz Maroldt.
„Warum sind Fahrradhändler bloß so irre unfreundlich?“ fragte unser Checkpoint-Kollege Julius Betschka in diesem Beitrag hier am Wochenende – ich hatte hier gestern dagegen ein paar irre freundliche Ausnahmen vorgestellt („Conrad“, „Nanobike“, „Radladen“), und siehe da: Es gibt noch mehr. Hier eine (gekürzte) Liste der Läden, die Sie uns prompt per Mail empfohlen haben:
+ „Fahrbar“ in der Schöneberger Hauptstraße: „Sehr freundlich, immer hilfsbereit.“ (Manfred Füger)
+ Fahrradladen A. Horn am Carl-Herz-Ufer: „Freundlichster und hilfsbereitester Fahrradhändler ever.“ (Christian Koegel)
+ Zentralrad in der Oranienstraße: „Bisher auch nur ausschließlich gute Erfahrungen gemacht und beste Beratung.“ (ebenfalls Christian Koegel)
+ Bike-Haus Berlin in Alt-Stralau: „Immer freundlich, kompetent, führt auch kleine Reparaturen sofort durch.“ (Uschi Ringwald)
+ Fahrradshop in der Wiesbadener Straße: „Extrem freundlich, kompetent und hilfsbereit.“ (Regina Konrad)
+ Designyourbike in Pankow: „Elias Koster ist super-nett, kompetent und erfüllt jeden Fahrradwunsch.“ (Donata Riedel)
+ Radlust in der Skalitzer Straße: „Hollandradspezialisten im Heavy-Metal-Look - sehr freundlich, sehr kompetent und hilfsbereit.“ (Philipp Berens)
+ Radsport Sonntag in der Uhlandstraße: „Freundlicher als die gesamte Mannschaft dort geht nicht!“ (Tina Gärtner)
+ Velogut, Skalitzer Straße: „Sehr gute Erfahrungen. Super engagiert und unkompliziert.“ (Hille Bekic)
Dass Freundlichkeit aber vielleicht sogar irrelevant ist, beschreibt Claudia Hartmann – sie fährt Jahr für Jahr 3000 km mit dem Rad durch Berlin:
„Trotz weiten Weges gehe ich hauptsächlich zu Fahrrad Fritze in der Eisenacher Straße in Schöneberg. Die Inhaber Jan-Ole und Erik sind mega unfreundlich. Sie legen am Telefon einfach grußlos auf, wenn sie Fragen nerven. Im Laden sagen sie, was Sache ist, und dulden keine Diskussionen. Wenn Sie fragen, ob es irgendwie preiswerter geht, werfen sie Ihnen das Fahrrad praktisch vor die Füße mit der Bemerkung ‚Dann reparier Dein Rad doch selbst‘. Hier ist der Kunde Bittsteller. Warum gehe ich als geistig gesunder Mensch trotzdem dort hin?
Weil diese Leute richtig Ahnung von Fahrrädern haben (und das auch von sich wissen) und jede Reparatur optimal ausgeführt wird, mit qualitativ werthaltigen Teilen, richtig fachmännisch montiert und eingestellt. Da hat alles richtig Hand und Fuß, was gemacht wird. Die Preise sind nicht billig, aber normal. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis trotz extrem unhöflicher Leute.“
Und Karina Henschel benennt noch einen weiteren Aspekt:
„Generell ist die Beratungskompetenz für Frauen nicht so prall in Fahrradläden. Die sind netter, wenn man ein Mann ist. Ich habe das Gefühl, gerade so geduldet zu werden. Mit Freundlichkeit komme ich da nicht weiter, nur schroffe Anweisungen funktionieren. Mich würde es ebenfalls brennendst interessieren, warum die immer so unfreundlich sind und was sie gegen Frauen haben.“
Übrigens: Meine beiden aus dem Keller geklauten Räder (Cannondale Caad12 Rh 63 und Specialized Diverge Rh64) sind noch nicht wieder aufgetaucht. Falls Sie Ihnen irgendwo begegnen sollten (auf der Straße, auf einer Plattform, in einem Laden) freue ich mich über einen Hinweis (Fotos hier).