Neukölln – eine Oase für Unterhaltsschuldner

Ist Neukölln eine Oase für Unterhaltsschuldner? Offenbar ja, wie die Antwort des Bezirksamts auf die gleichlautende Anfrage der CDU-Verordneten Elfriede Manteuffel verrät: Das Jugendamt rennt hier fast immer vergeblich dem Vorschuss nach – die „Rückholquote“ beträgt nicht einmal mehr 10%. Eine der Erklärungen lautet: „Gegenwärtig befindet sich die Unterhaltsvorschussstelle in einem personellen Notstand“ – wobei der die Zeitspanne von „Gegenwärtig“ nicht näher erläutert wird (in den vergangenen 5 Jahren lag die Quote auch kaum über 10%).

Was das konkret kostet, weiß das Bezirksamt nicht. Aber wir können ja mal durchrechnen: Derzeit beziehen 4.218 Personen (zu 93% Frauen) Unterhaltsvorschussleistungen in Neukölln. Monatlich beträgt der Unterhaltsanspruch je nach Alter des Kindes zwischen 355 und 520 Euro. Wenn wir im Durchschnitt von 435 Euro ausgehen und von 3800 säumigen Kindspartnern, deren Unterhalt das Amt vorschießt,sind wir bei 1,6 Millionen Euro monatlich und fast 20 Millionen Euro im Jahr – allein in Neukölln. Finanziert wird der Unterhaltsvorschuss zu 60% vom Land und zu 40% vom Bund. Das bedeutet für Berlin also ein Minus von 12 Millionen Euro, das zum Teil vermeidbar wäre, wie jedenfalls das Bezirksamt meint – „wenn genügend Personal vorhanden ist“.