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Partyraum, Dienstleisterwechsel, Bearbeitungsstau: Interne Mail von LAF-Chefin Harms offenbart Amts-Probleme
Berlins Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten kämpft mit Korruptionsvorwürfen, Raumnot und zu vielen unbearbeiteten Anträgen. Eine interne Mail zeigt die Missstände. Von Lorenz Maroldt und Alexander Fröhlich.
Foto: imago images/STPP
Im Landesamt für Flüchtlinge geht es drunter und drüber – in einer Mail an die „lieben Kolleginnen und Kollegen“ (Betreff: „Interne Wochenbilanz“), die dem Checkpoint vorliegt, bestätigt Chefin Carina Harms jetzt unseren Bericht von Alexander Fröhlich und Anna Thewalt (hier nachzulesen) über Gewalt und Erpressung – offenbar waren die Verantwortlichen ahnungslos und deshalb völlig überrascht.
„Vor Weihnachten haben uns Vorwürfe gegen Sicherheitsdienstleistende an den Ankunftszentren erschüttert, die uns sowohl über die Presse als auch über Beschwerden einzelner Asylsuchender zugetragen wurden.“ Die Prozesse sollen jetzt daraufhin überprüft werden, „ob und wo sie korruptionsanfällig sind“.
Weitere Punkte aus der internen Mail:
+ Trotz des Leids und der großen Raumnot leistete sich das LAF im vergangenen Jahr einen „Partyraum“ (vormals der Corona-Test-Raum) – jetzt wird er „ertüchtigt“, um dort Anträge auf Sozialhilfe zu bearbeiten.
+ Vor Weihnachten gab es einen massiven Stau bei Erfassung und Verteilung – Status Quo: „wird langsam abgearbeitet“.
+ Neue Unterkünfte sollen in einem Container-Standort an der Tempelhofer Röblingstraße und in einem ehemaligen Seniorenheim in der Lichtenberger Wotanstraße eröffnet werden.
+ Die Parkplatzflächen in Tempelhof und Tegel sollen mit Notunterkünften von je 250 bis 300 Betten bebaut werden.
+ In Tegel werden von dieser Woche an die ersten Betten in den neuen Leichtbauhallen belegt: „In Summe stehen uns dort dann weitere 3200 Betten zur Verfügung, die Hälfte davon sind für Asylsuchende vorgesehen.“
+ „Der Schalter für die 30-Tage-Auszahlung wird wieder in Betrieb genommen“ – Antragstellern sollen die ersten Leistungen schneller gewährt werden.
+ Nach einem Dienstleisterwechsel müssen innerhalb weniger Wochen wieder neue Kolleginnen und Kollegen angelernt werden, „und ja, für Sie ist es doppelte Arbeit“, aber: „Bitte helfen sie allen anzukommen“ – Angestellte des vormaligen Personaldienstleisters hatten berichtet, sie fühlten sich „als Mitarbeitende zweiter Klasse“.
+ Von Polizeivizepräsident Marco Langner erhielt LAF-Chefin Harms eine Liste mit mehr als 50 Pensionären, die das Amt unterstützen wollen – „fast ein verspätetes Weihnachtsgeschenk“.