Corona hat die „Anzengruberin“ direkt nach dem Start brutal ausgebremst
Nur einen Monat war die Neuköllner „Anzengruberin“ vor der Corona-Pause geöffnet. Jetzt will die Bar endlich Teil des Kiezes werden. Werden Sie Kiezhelfer. Von Lotte Buschenhagen
Foto: Promo
Kiezcafé retten und Longdrinks schlürfen – Eigentlich suchten die Gründerinnen der „Anzengruberin“ nur ein Gemeinschaftsbüro. Stattdessen unterschrieben sie den Mietvertrag für ein Neuköllner Ladencafé – antikes Klavier inklusive. Ein Kieztreffpunkt mit Co-Working-Space sollte es werden, mit Musik und Lesungen und Buchverkauf: ein Zufluchtsort für Digital Nomads, irgendwo zwischen Kneipe, Kaffeehaus und Hipster-Chic. Einen Monat nach der Eröffnungsparty musste die Anzengruberin schließen. „Das hat uns ganz schön getroffen“, schreibt Mitbegründerin Katharina Wiegmann: „Wir waren gerade dabei, eine Routine zu entwickeln und haben uns sehr darauf gefreut, ein Teil des Kiezes zu werden. Dass die Anzengruberin nun Zwangspause machen muss, bevor sie überhaupt richtig durchstarten konnte, macht uns schon traurig.“ Jetzt bleiben die alten Holzhocker leer, nur einige Arbeitsplätze im Café sind besetzt. Mitte April packten die Gründerinnen kurzerhand ihre Nähmaschinen aus, bastelten Kussmund-Masken und verkauften Cocktails auf der Straße: „Damit die Leute uns nicht vergessen“, sagt Wiegmann. Neben „Masken und Bloody Marys“ sind auch Taschen geplant, T-Shirts und ein Hausschnaps in der „Flachfrau“ – persönlich geliefert. Nach Corona soll das Café endlich richtig ankommen, Stammkunden finden, Kiezkneipe werden: „Wir wünschen uns, dass die Anzengruberin all das werden kann, was sie werden wollte.“
Für alle, die unterstützen möchten: Gutscheine für das Café – und andere Kiezläden – finden Sie auf unserer Tagesspiegel-Kiezhelfer-Seite. Ab Freitagnachmittag öffnet das Café zaghaft wieder seine Türen und kredenzt fortan von Mi-Fr 9-22 Uhr und Sa 11-22 Uhr Cookies und Macchiato. Coworking-Desk gesucht? Für Arbeitsplätze in der Anzengruberin bitte hier entlang. (Foto: Paul Müller-Hahl)