Bildungsschock, Fake News und Neues aus dem Leben der Bienen
Samstagmorgen – Wie langweilig, monatelang die immergleichen Spazierwege durch die immergleichen Parks zu gehen! Endlich gibt es Abwechslung: Statt nur in der Gegend umherzuirren, können Sie heute mal richtig anpacken. Von üblichen Parkaufenthalten werden Grünflächen schließlich nicht unbedingt sauberer. Nach dem Cleanup im Humboldthain dagegen schon. Von 11 bis 14 Uhr wird alles Liegengelassene, in den Büschen Verfangene und zwischen den Grashalmen Hängengebliebene aufgesammelt und an die BSR übergeben – bei künstlerischen Ideen dürfen Helfer:innen aber selbstverständlich auch etwas davon behalten. Der fünfte Juni ist nämlich weltweiter Tag der Umwelt. Und eben der Umwelt kann, wer kann, dann ein upgecycletes Denkmal bauen. Treffpunkt ist in der Brunnenstraße, gegenüber dem U-Bhf Gesundbrunnen. Ein Infomobil sorgt für Orientierung und informiert über über Gewässerverschmutzung, Plastik- und Müllvermeidung im Alltag. Weitere Infos und die Anmeldung hier.
Samstagmittag – Inspiration für künstlerische Ideen gibt zum Beispiel die Künstlerin und UdK-Professorin Rebecca Horn, deren Ausstellung Bee's Planetary Map in der Galerie Thomas Schulte das empfindliche Insekt mit der gleichnamigen kinetischen Installation würdigt. Die stammt eigentlich aus dem Jahr 1998 und behandelt mit der Bienenmetapher zugleich den damaligen Balkankrieg, Verdrängung, Entwurzelung und zerbrechliche Bewegungsmuster. Zu Bruch geht hier übrigens auch einiges an Glas, dessen Scherben ein Eigenleben entwickeln. Charlottenstraße 24, 12 bis 18 Uhr.
Samstagabend – Statt schwarmintelligenter Insekten thematisiert Tagesspiegel-Reporter Sebastian Leber mit Vorliebe Reichsbürger. Von seinen, kürzlich mit dem DJV-Preis für langen Atem ausgezeichneten Recherchen berichtet er ab 19 Uhr beim Reporterslam, der dieses Jahr live aus dem Futurium übertragen wird. Um den lautesten virtuellen Publikumsapplaus buhlen neben ihm auch Malte Herwig, der über die Hitler-Tagebücher spricht, und Svea Eckert vom NDR, die über wissenschaftliche Quatschstudien slamt. Anschließend gibt es eine Diskussionsrunde über „Fake News“.
Sonntagmorgen – Gegen Fake News hilft bekanntlich nur ein ordentlicher Bildungsschock. Und den liefert heute das HKW. „Die Ausstellung und zwei Publikationen zeigen, wie die Räume des Lernens unter dem Druck demografischer und technologischer Entwicklungen, des Kalten Krieges und der 1968er-Bewegungen permanent neu gedacht und geplant wurden.“ Mit Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Architekt:innen untersucht Kurator Tom Holert diese Epoche der Experimente und Konflikte darauf, was die damaligen Ansätze für die heutige Corona-belastete Bildungsgegenwart leisten können. 12 bis 20 Uhr, Zeitfenstertickets 7 / 3 Euro, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.
Sonntagmittag – Apropos Bewegungen: Die einfachste Methode, selbst eine zu starten, ist, sich selbst in Bewegung zu setzen, zum Beispiel beim Spazierenegehen – und das wird auch in der Hasenheide wieder interessanter. Sechs Berlinerinnen haben hier einen Stadtrundgang entwickelt, der „abseits der großen Männer in Denkerpose von kleiner und großer Berlingeschichte erzählt“, den Fokus dabei aber auf weibliche Protagonistinnen als Gestalterinnen der Stadt setzt. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Eingang zum Volkspark Hasenheide, neben dem Sri-Ganesha-Hindu-Tempel. Anmeldung per E-Mail, eine Teilnahmegebühr zwischen 7 und 12 Euro ist erwünscht.
Sonntagabend – Der Soundtrack zum Wochenendeende kommt vom Theaterhaus Mitte (Neue Jakobstraße 9), wo Soundkünstler Seiji Morimoto, Komponist und Cellist Stellan Veloce sowie das Duo Xenofox, bestehend aus den Berliner Jazz-Tausendsassern Fischerlehner und Rupp, drei aufeinanderfolgende Konzerte mit maximaler Kontrastwirkung geben. Das Ganze ab 19 Uhr im Rahmen der beliebten Reihe Labor Sonor