Filmkultur retten: Das Kino in der Königstadt
Filmkultur retten – Die Plüschsessel leer, der Vorhang gefallen: Seit Mitte März bleibt die Leinwand des Kinos in der Königstadt weiß. Eigentlich wollte das Studio in der alten Pankower Brauerei längst Festivals spielen, Produzenten anziehen und Kiezkino werden – doch nach nur vier Monaten Spielzeit musste die Filmstätte schließen. Seine Streifen zu streamen, kommt für Inhaber Harald Siebler nicht in Frage: Er will die Kinokultur erhalten. „Die wahre Emotionalität entwickelt sich erst auf der Leinwand, das gemeinschaftliche Erlebnis ist nicht zu ersetzen.“ Für Siebler gibt es keine Alternative. Entweder, das Kino öffnet, selbst für nur eine Person – oder es bleibt ganz geschlossen. „Wir versuchen nicht, ein Kino ins Netz zu stellen.“ Daher setzt Siebler fürs Erste auf Einnahmen aus der Vermietung an Produktionsfirmen, die ihre Filme in seinen Räumen sichten. Er vermisst die Solidarität von Politik und Gesellschaft, den Schutz der Kulturbranche. Es ärgert ihn, dass die großen Konzerne gerettet werden, während Kinos und Theater schließen: „Ich würde gerne mal sehen, was passierte, wenn plötzlich alle selbstständigen Kulturschaffenden wegbrächen. Nur als Horrorszenario.“
Für alle, die Kinokultur unterstützen möchten: Gutscheine für die Kunststätte „Kino & Bar in der Königstadt“ finden Sie auf unserer Tagesspiegel-Kiezhelfer-Seite. Zur gemeinsamen Spendenaktion der Berliner Programmkinos geht es hier entlang. (Foto: Harald Siebler)
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