Frühstücken im Le Bop, Abschied vom thf cinema, Trödeln light im Starken August und Tanz im Ballhaus Naunynstraße
Samstagmorgen – Im Café frühstücken erfordert natürlich nach zwei Pandemiejahren den für viele ungewohnten Schritt, sich gleich morgens erst einmal zu entzauseln und das in der Nacht womöglich zerknautschte Gesicht mit kaltem Wasser etwas zu restaurieren. Hat man diesen Schritt hinter sich gebracht und etwas angezogen, das kein Pyjama ist (Jogginghosen sind, tut uns leid Karl Lagerfeld, längst salonfähig), kann man schon stolz auf sich sein. Das „Le Bon“ an der Boppstraße in Kreuzberg hat schon einige Avocado-Toast-Hype-Wellen hinter sich und bietet verlässlich köstliche Küche. Reservierungen werden nicht entgegengenommen, Wartezeit einplanen. Dafür ist das Procedere aber demokratisch und bietet, im Zeitfensterzeitalter gar nicht mal so gängig, Raum für Spontanität!
Samstagmittag – Mit vollem Bauch läuft man nach dem Frühstücksgenuss an der Reuterstraße vorbei am Südstern Richtung Hasenheide und genießt die Sonnenstrahlen, die angesichts der düsteren Lage (weltpolitisch, pandemisch) gut tun. Über den Columbiadamm gelangt man auf das Tempelhofer Feld: kleiner Spaziergang mit People-Watching inklusive. Einmal über das Feld zum Flughafengebäude gelaufen, kann man die Führung „Mythos Tempelhof" um 12.30 Uhr noch einmal besuchen, ehe sie ab dem 1. März aufgrund organisatorischer Umstellungen pausiert. Karten gibt's ab 16,50 Euro.
Samstagabend– Auf dem ehemaligen Flugplatz geht an diesem Wochenende auch eine wunderbare Kinoreihe zu Ende. Heute und morgen kann man im thf cinema noch Filme schauen. Fasst passend zum Sonnenuntergang beginnt „The Big Lebowski" alias „The Dude" heute um 18 Uhr: Ein komödiantischer Verwechslungskrimi als Hommage an den Film noir der 40er Jahre (ab 5 Euro).
Sonntagmorgen – Hinter dem Namen „Zum Starken August" verbirgt sich eigentlich eine Bar mit dem Fokus auf „Menschen, Biere, Sensationen", sprich: Zirkusdeko und ein Programm von Vaudeville bis hin zu Burlesque. Heute findet ab 14 Uhr der „Krims Krams Flohmarkt" statt. Es gibt „Glitzerfummel, Vintage-Stücke, und funkelnde Schmuckstücke" – Also jede Menge Ausstattung, um etwas glamouröser durch den Rest vom tristen Berliner Winter zu gehen, ehe er sich hoffentlich bald für möglichst lange Zeit verabschiedet.
Sonntagmittag – Von hier aus schlendert es sich ganz gemütlich und kurz zum Stadtbad Oderberger Straße, wo man in einer wunderschönen, denkmalgeschützten Halle seine Bahnen zieht und sich in das frühe 20. Jahrhundert träumen kann. So bekommt man den Kopf frei und kann Szenen aus dem legendären Film mit „The Dude“ Revue passieren lassen. Danach tut ein Saunagang gut.
Sonntagabend – Derart ertüchtigt und entspannt kann man sich nun wieder kulturellem Input hingeben. Im Ballhaus Naunynstraße lädt die Performance „Junctions“ zum Nachdenken und Mitfühlen ein. Denn Schwarzsein eint, doch in Hinblick auf weiße Gewalt ist diese geteilte Erfahrung oft eine schmerzhafte, das kollektive Gefühl oft auch eines der Gefährdung. Sechs Schwarze Tänzer:innen, die alle das Präfix Afro verbindet – auch wenn ihre Geschichten sich stark unterscheiden – spüren in der Performance von Choreografin Nasheeka Nedsreal ab 19 Uhr der politischen Kraft von Tanz nach und erproben die schützenden, einenden Qualitäten des Mediums.