Wie geht es weiter fürs „Kastanientörtchen“?
Es lief gut für den Cupcake-Laden an der Kastanienallee. Dann kam die Coronakrise und der Besitzer musste dichtmachen – auf unbestimmte Zeit. Von Lotte Buschenhagen
Kiezhelfer werden und Cupcakes verputzen – Bis März ragten Paul Scharfs handgemachte Törtchen dem prunkvollen Kronleuchter seines Cafés entgegen. Seit dem Shutdown bleiben Brownies, Mousse und Vintage-Dekor jedoch hinter den hohen Fenstern verschlossen. Das sonst florierende „Kastanientörtchen“ ist dicht – auf unbestimmte Zeit. Gerade erst lief der Laden richtig an, das Café wollte sich vergrößern: „Doch dann kam Corona“, sagt Scharf (Foto). Ein To-go-Geschäft lohne sich nicht, und selbst wenn: Er und seine Hauptarbeitskraft haben Kinder – ohne Anspruch auf Betreuung. Im Juni sollte der Mietvertrag des Cafés verlängert werden: „Eigentlich hätten wir unsere Fläche verdreifacht, großen Umbau gemacht, wir wären ein riesiger Laden auf der Kastanienallee gewesen.“ Jetzt lässt Scharf den Vertrag auslaufen. „Dann gibt’s uns erstmal nicht mehr.“ Das Café legt eine Pause ein, Scharf will abwarten, bis sich die Lage verbessert. Voreilige Lockerungen der Einschränkungen, gar die reguläre Öffnung der Cafés, hielte er für inkonsequent: „Das würde mich richtig sauer machen.“ Nach Corona will Scharf die Suche nach neuen Räumen beginnen und so bald wie möglich wieder Törtchen stapeln. „Es macht doch mehr Sinn, jetzt den Laden zu schließen“, sagt er. „Und dann, wenn die Welt sich wieder halbwegs normal dreht, dann öffnen wir das Kastanientörtchen neu.“
Für alle, die unterstützen möchten: Gutscheine für das Kastanientörtchen – und andere Kiezläden – finden Sie auf unserer Tagesspiegel-Kiezhelfer-Seite. Die Voucher sind natürlich auch nach der Neueröffnung gültig.
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