Wo sie am ersten Januarwochenende besonders schön brunchen
Im Januar wird der Berliner Winter richtig grau. Gegen die Tristesse helfen ein paar Ausflüge und ein opulentes Frühstück. Die Checkpoint-Wochenendtipps. Von Jana Weiss.
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Während Thomas Wochnik sich noch von einem anstrengenden Jahr erholt, begrüßt Sie hier diese Woche Jana Weiss mit den Tipps zum Start in 2020.
Samstagmorgen – Neujahrsvorsätze sind ja im Grunde nichts anderes als Selbstgeißelung in Endlosschleife: Jedes Jahr aufs Neue nimmt man sich vor, jetzt aber wirklich eine bessere Version seiner selbst zu werden. Das Sportstudio soll öfter besucht werden, ungesunde Beziehungen aus dem Leben verschwinden, dafür nur noch gesundes Essen auf den Teller kommen. Und jedes Mal wird es am Ende doch nichts. Also kann man auch gleich am ersten Januarwochenende alle zu groß gedachte Vorsätze über Bord werfen – oder zumindest bis Montag aufschieben – und zum Brunch ins Geist im Glas in der Lenaustraße 27 in Neukölln gehen (ab 10 Uhr). Bei Huevos Rancheros mit selbst gemachten Tortillachips – auch in einer veganen Variante – und Pancakes in allen möglichen Variationen (zum Beispiel „sweet and salty“ mit Bananen, Dulce de leche und Bacon) werden auch noch die letzten Silvester-Katerreste ausgemerzt. Dazu Konter-Frühstückscocktails wie Bloody Mary oder Mimosa in Krügen. Kann es einen besseren vorsatzlosen Start ins neue Jahr geben?
Samstagmittag – Satt und angetrunken lässt es sich am besten über die Zukunft nachdenken. Über die des kommenden Jahres natürlich, aber auch über die der nächsten Jahrzehnte. Wie wird unsere Welt im Jahr 2040 aussehen? Werden all unsere natürlichen Ressourcen zu Ende gehen, der Klimawandel eine Umweltkatastrophe nach der anderen auslösen? Oder gibt es doch noch Hoffnung? Der Filmemacher Damon Gameau macht sich in „2040 – Wir retten die Welt“ auf die Suche nach Lösungsansätzen, z.B. durch nachhaltige Landwirtschaft, die Abschaffung von Monokulturen und durch bessere Bildungschancen für Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt. Gezeigt wird der Film im Zeiss-Großplanetarium. Prenzlauer Allee 80, um 16.30 Uhr, der Eintritt kostet 9/7 Euro.
Samstagabend – Am Montag kommt der Weihnachtsbaum weg – und damit auch die weihnachtliche Beleuchtung im Berliner Tierpark, die dort seit Mitte November Bäume und Wege ziert. Nutzen Sie also die letzte Gelegenheit, über den Rundweg zu spazieren, eine Kleinigkeit zu essen, und dabei noch ein wenig Dezember-Charme mitzunehmen, bevor der graue Berliner Winter richtig losgeht. Außerdem gibt's dort eine 320 qm große Eisbahn, auf der man mit eigenen oder ausgeliehenen Schlittschuhen laufen kann. So wird man dann auch gleich ein paar Frühstückskalorien los und hält doch noch den sportlichen Neujahrsvorsatz ein. Rundgang und Eisbahn sind von 17 bis 22.30 Uhr geöffnet, der Tierpark ist dann geschlossen. Tickets kosten 17/14,50 Euro. Am Tierpark 125, Eingang Bärenschaufenster
Sonntagmorgen – Noch ein wenig Urlaub vor dem Wochenstart – dafür muss man sich, ganz im Sinne des klimaneutralen Lebens, auch überhaupt nicht ins Flugzeug setzen, die S-Bahn nach Potsdam reicht völlig aus. In der dortigen Biosphäre gibt es nicht nur Palmen, Urwälder und Wasserfälle, sondern auch Amphibien, die durch Terrarien klettern und bunte Fische in Aquarien. Der Neujahrsbrunch inmitten der Pflanzen ist zwar schon ausgebucht, aber im Café gibt's von 10 bis 12 Uhr auch ein Frühstücksbuffet „mit Tropenblick“ und Prosecco (18 Euro zzgl 9,80 Euro erm. Eintritt). Danach empfiehlt sich ein Spaziergang durch den Volkspark zum Schloss Sanssouci, das nur unweit entfernt liegt. Georg-Hermann-Allee 99, 14469 Potsdam.
Sonntagmittag – Zu einem anständigen Urlaub gehören auch große Gewässer und Whirlpools. Beides kann man auf dem Badedampfer kombinieren: Das kleine Boot besteht eigentlich nur aus einem beheizten Whirlpool, in dem bis zu sechs Personen Platz haben. Damit kann man dann ganz bequem über die Spree schippern – mit leisem und umweltfreundlichem Elektromotor. Der Einstieg befindet sich im Treptower Park, gegenüber der Insel der Jugend beim Restaurant-Schiff Klipper (Bulgarische Straße/ Ecke Poetensteig). Die Fahrt dauert 1,5 Stunden und kostet 33 bis 59 Euro pro Person, je nachdem, wie viele mitfahren. Tickets sollten vorher online hier gebucht werden.
Sonntagabend – Wir reisen noch mal zurück in die Zukunft, diesmal ins Jahr 2050. Werden wir bis dahin noch mehr mit der Technik verschmelzen, zu Cyborgs? Werden humanoide Roboter Teil unseres Alltags? Wenn es nach dem Autor David Levy geht, werden sogar Sex, ja gar Liebesbeziehungen zu Robotern in 30 Jahren ganz normal sein. Um die mögliche Empathie zu den menschenähnlichen Maschinen, aber auch darum, wie unheimlich sie uns echten Menschen sein können, geht es in dem Stück „Uncanny Valley“ von der Theatergruppe Rimini Protokoll und Schriftsteller Thomas Melle, das im Haus der Berliner Festspiele zu sehen ist (heute um 15.30, 18 und 20.30 Uhr). Für das Stück wurde von Melle ein Roboter-Double erstellt, das auf der Bühne steht und als „Schauspieler“ performt – inklusive Gestik und Mimik, die detailgetreu dem Schriftsteller-Vorbild nachempfunden sind. Schaperstraße 24, noch bis zum 11. Januar, Eintritt 12/8 Euro, alle Infos zu den Spielzeiten hier.