So viel los in der Stadt, Kunst und Musik – vergessen Sie nicht, zwischendrin gut zu essen!
Samstagmorgen – Wie wäre es zum Aufwachen mit etwas Kunst? Dazu muss man heute nicht einmal Galerien betreten, denn eine Vielzahl von Komponist:innen und Klangkünstler:innen haben ihre Werke über die ganze Stadt verteilt. Mit nichts weiter als einem Smartphone und Kopfhörern ausgestattet, sind die Stücke zu hören, darunter Hörspielhaftes, Historisches und abstrakte Kompositionen, die mit den Orten, an denen sie zu hören sind, korrespondieren. Vor Ort angebrachte QR-Codes starten den jeweiligen ortsbezogenen Stream. Das Ganze geschieht im Rahmen des Monats der Zeitgenössischen Musik, der in diesen Tagen begonnen hat und noch bis Ende September eine geballte Ladung eben zeitgenössischer Musik an zahlreichen Spielstätten und in den öffentlichen Raum der Stadt bringt.
Samstagmittag – Wer viel zu Fuß geht, sollte auch gut essen! In Prenzlauer Berg gibt es seit Kurzem eine Neuerung: Das Sathutu bietet moderne Küche aus Sri Lanka in Kombination mit Zutaten aus dem Berliner Umland. Die Speisekarte ist überschaubar, aber umso feiner: Als Short Eats werden Speisen zwischen 8 und 25 Euro bezeichnet, die teilweise danach schreien, verschiedentlich kombiniert zu werden. Darunter Papadam mit Pflaumen-Chutney, Linsen mit Masala und Tomaten, Muscheln mit grünem Pfeffer und Brioche oder Garnelen mit Yoghurt und Pepperoni. Rykestraße 15, Di-Sa 17.45-22 Uhr.
Samstagabend – Apropos Essen: Die Erde quillt über vor Plastik. Eine ordinäre Plastiktüte braucht zwischen 100 und 500 Jahren, um vollständig zersetzt zu werden – und Plastik ist nahezu in allem zu finden. Darüber haben auch Regisseurin Andrea Bittermann und ihr Team nachgedacht und bereits 2012 die Ratten ins Leben gerufen: Eine Theater-Performancegruppe von Schauspieler:innen in aberwitzig überdimensionierten Rattenkostümen, die im öffentlichen Raum Aktion macht. Und was hat das nun mit Essen zu tun? Aktuell verarbeiten sie in der Performance Ratten To Go die etwa 280 000 Tonnen Verpackungsmüll, die die Food-To-Go-Industrie allein in Berlin alljährlich produziert und denken in der Show über nachhaltige Mehrweg-Lösungen nach. Um 17 und 18 Uhr ist das Nagetier-Ensemble vor dem Robin Hood Store, Altenbraker Straße 15, zu erleben.
Sonntagmorgen – Wer nach derart viel Action etwas Ruhe fürs Auge benötigt, findet sie in grundsätzlich leisen Fotografien. Zum Beispiel in Oberschöneweide, Wilhelminenhofstraße 83-85, wo der 14. Jahrgang der renommierten Ostkreuzschule ab 12 Uhr seine Abschlussarbeiten zeigt. Oder im Haubentaucher, Revaler Straße 99, ebenfalls ab 12 Uhr: Hier ist gerade die Photo Week angelaufen, die allerdings mit Workshop-Programm, Prominenz und Preisverleihungen vermutlich etwas weniger Ruhe verströmen dürfte.
Sonntagmittag – Vom Stillen zum Bewegtbild: Der aus Pakistan stammende Videokünstler Basir Mahmood befasst sich mit den Produktionsprozessen der Filmindustrie. In der auch „Lollywood“ genannten Stadt Lahore, die einst das Potenzial hatte, in einem Atemzug mit „Bollywood“ genannt zu werden, mittlerweile aber zur Randerscheinung der Pakistanischen Kulturlandschaft geworden ist, erteilte er einer dortigen Filmcrew den Auftrag, einen Film zu produzieren. Einzige Vorgabe seinerseits: Der Streifen sollte vom Tod des Al-Qaida Führers Bin Laden handeln, alles weitere überließ er der Crew. Regieanweisungen und Zwischenrufe während der Produktion hat er mit aufgenommen und im Film Good ended happily mit verarbeitet, um ihm eine zweite Reflexionsebene zu verleihen. Zu sehen ist das Werk bis 27. Februar im Neuköllner Kindl – heute von 14 bis 22 Uhr ist die feierliche Eröffnung.
Sonntagabend – Wenn man noch am Wochenendeende aufmerksam horchend in der Stadt unterwegs ist, sollte man selbst vom Plänterwald aus noch jazzige Klänge vernehmen können. Am gegenüberliegenden Ufer, auf dem Grün vor dem Funkhaus Nalepastraße, findet nämlich das XJazz Weekender statt. Live-Acts wie Dimitra Zina, das Aron Ottington Quartet oder Leona Berlin könnten vorüberziehenden Standup-Paddler:innen gefährliche Tanz-Impulse in die Beine schicken. Das Ganze geht von 16 bis 22 Uhr, der Eintritt ist frei. Statt, wie vom Veranstalter empfohlen, Picknickdecken mitzubringen, sollte angesichts des Wetterberichts allerdings auch über Regenschirme und Zelte nachgedacht werden.