wir begrüßen Sie aus dem beschaulichen Berlin. Die Meldungen aus dem Süden sind dramatisch:
+ Meteorit beschädigt Häuser in Rheinland-Pfalz
+ Cem Özdemir gewinnt Wahl in Baden-Württemberg
Mit beidem haben vermutlich die wenigsten gerechnet.
Dementsprechend eruptiv sind die politischen Reaktionen (ständig aktualisiert hier), mit unklaren Kollateralschäden im großen und kleinen Berlin (Bund und Land) und ihren jeweiligen CDU-/SPD-Regierungen.
Klar ist nach gestern Abend nur: Cem Özdemir hätte politisch zwar auch ganz gut nach Berlin gepasst (spätestens nach dem Entdecken einer Cannabis-Pflanze auf seinem Kreuzberger Balkon), nun wird er der zweite Grüne Ministerpräsident Deutschlands und der erste mit Migrationsgeschichte. Doch wer es schafft, als Mitgestalter des Ampeldesasters 30 Prozent zu holen, dem ist alles zuzutrauen.
Cem Özdemir war übrigens auch schon bei uns auf der Checkpoint-Bühne zu Gast, legendäres Zitat: „Ich bin ja nicht der Bundessellerieschnitzelminister!“ Wenn Sie auch mal bei der Checkpoint-Revue dabei sein wollen: Am 16. April und am 4. Juni gibt es die nächste Gelegenheit im PunchLine-Club im Theater am Potsdamer Platz. Zu den Tickets geht es hier.
Sehr wahrscheinlich wird dort auch der ein oder andere Spitzenkandidat mal vorbeischauen, denn in gut sechs Monaten wird bekanntlich auch in Berlin schon wieder gewählt. Mit der Bewertung der Ergebnisse aus Baden-Württemberg allerdings hielten sich fast alle gestern Abend zurück.
Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) freute sich trotz des miserablen Ergebnisses ihrer eigenen Partei (5,5 Prozent): „Der Wahlsieg von Cem Özdemir als erster Ministerpräsident mit Migrationsgeschichte und als Sohn einer Gastarbeiterfamilie ist ein starkes Zeichen für unser Land“, sagte Kiziltepe, deren Eltern wie die von Özdemir in den 1960er Jahren aus der Türkei eingewandert sind. „Für viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist das ein Moment des Stolzes und der Ermutigung – für unsere Demokratie ist es ein Gewinn.“
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wollte sich am Abend nicht äußern, seine Generalsekretärin Ottilie Klein teilte via X mit: „Manuel Hagel und der gesamten CDU Baden-Württemberg gilt große Anerkennung für eine äußerst engagierte Wahlkampagne. Die CDU hat diesen Wahlkampf mit Anstand geführt, deutlich zulegen können und ist nur knapp nicht stärkste Kraft geworden, wenn sich das Ergebnis bestätigt. Herzlichen Glückwunsch an Cem Özdemir zum Wahlsieg.“
In einer ähnlichen Situation wie Özdemir ist Steffen Krach in Berlin – auch er kann trotz Regierungsbeteiligung seiner Partei wie ein Kandidat der Opposition auftreten, weil er bis vor kurzem noch als Präsident der Region Hannover gearbeitet hat.
Im Gespräch mit dem Checkpoint ging er zunächst auf das starke Ergebnis der AfD ein (18,7 Prozent), das schmerze besonders am Internationalen Frauentag. „Diese Partei will alles zurückdrehen, wofür Frauen seit Jahrzehnten gekämpft haben“, sagte Krach.
Dass seine eigene Partei es gerade noch auf 5,5 Prozent geschafft hat in Baden-Württemberg, bezeichnet Krach als „Mist, aber für mich noch mehr Ansporn, es in Berlin besser zu machen“. Stuttgart „und bald auch Mainz“ (Wahl in Rheinland-Pfalz in zwei Wochen) zeige, „wie schnell ein Vorsprung der CDU eingeholt werden kann und das werden wir auch in Berlin schaffen“, sagte Krach. „Ich will Kai Wegner ablösen, weil die Stadt wieder einen Regierenden Bürgermeister braucht, der liefert und auf den sich die Leute verlassen können.“
Noch 195 Tage bis zur Wahl.
Berlin besser machen möchte auch die Stiftung Zukunft Berlin. Mit einem Satz, mit dem jeder Checkpoint beginnen könnte, lädt sie heute zum Gespräch: „Berlin verzettelt sich – und steht sich damit selbst im Weg.“ Ist Ihnen vermutlich auch schon aufgefallen. Um dem im Wahljahr etwas entgegenzusetzen, haben Berliner Persönlichkeiten nun im Rahmen des Berlin Forums ein neues Zukunftsbild entworfen.
Dem Vernehmen nach sind darin einige Grundsatzpositionen formuliert, die sich in etwa so lesen:
+ Berlin bleibt unter seinen Möglichkeiten, man weiß nicht, wohin die Stadt entwickelt werden soll.
+ Organisations- und Politikfragen werden zu weit weg von der Realität der Bürger entschieden.
+ Berlin soll eine aktivierende Stadt werden – und nicht Menschen abschrecken, die sich engagieren.
+ Wissenschaft und Kultur werden als Grundressourcen und Innovationstreiber benannt.
Das Papier wird heute vorgestellt und am Dienstagabend im Berlin Forum öffentlich diskutiert. Wir sind gespannt, wen das alles aktiviert.
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Oh What A Night! – die mitreißende Show mit den größten Hits von Grease bis Dirty Dancing. Im Mittelpunkt steht der Sound von Frankie Valli & The Four Seasons mit Klassikern wie „Can’t Take My Eyes Off You“ und „Bye Bye Baby“. Vier Darsteller und Live-Band feiern Doo-Wop, Motown und große Balladen in der BAR JEDER VERNUNFT. Feelgood Music at its best – ein Abend, der garantiert nicht im Sitzen endet.
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Eindeutig aktivistisch zeigt sich Martha Kleedörfer, stellvertretende Landesvorsitzende der Linken. Die war im vergangenen Jahr bereits mehrfach aufgefallen, zum Beispiel als sie den Bürgermeister der Neuköllner Partnerstadt Bat Yam in Israel, Tzvika Brot, als Faschisten bezeichnete und Kai Wegner aufforderte, die Israelflagge am Roten Rathaus abzuhängen. Kleedörfer war auch maßgeblich beteiligt am Eklat beim Landesparteitag der Linken, bei dem eine klare Position zum Antisemitismus verhindert wurde. Prominente Mitglieder wie Klaus Lederer und Elke Breitenbach verließen daraufhin die Partei. Am Wochenende war Kleedörfer nun bei einer Demo des Woman Life Freedom Collective und dem Verein iranischer Flüchtlinge und postete ein Foto davon auf Instagram, beschrieben mit den Worten: „To our killers, war is a bless“ – was frei übersetzt in etwa heißt: „Für unsere Mörder ist der Krieg ein Segen.“
Die Linke in Baden-Württemberg ist übrigens ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.
Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Textes stand, Kleedörfer sei auf einer Pro-Palästina-Demo gewesen. Das ist nach Aussage ihrer Sprecherin nicht korrekt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
Frauentag war gestern, doch wir machen einfach mal ernst mit dem „…ist jeden Tag“-Gerede und liefern gleich mal die Verlängerung. Alle Senatorinnen und Senatoren haben auf Checkpoint-Anfrage verraten, welche Frauen sie inspiriert und geprägt haben. Auffällig: Die Herren sind sich sehr einig. Aber lassen wir ausnahmsweise den Frauen den Vortritt, hier die (teilweise gekürzten) Antworten:
+ Franziska Giffey (Wirtschaft, Energie & Betriebe): „Michelle Obamas Weg und ihr Leitspruch ‚When they go low, we go high‘ prägen meine Arbeit seit Jahren. Frauen können das besser als viele Männer und deshalb sollten auch mehr in Führungspositionen von Politik und Wirtschaftsein. Ich bin sicher, dann hätten wir eine friedlichere Welt.“
+ Iris Spranger (Inneres & Sport): „Christine Bergmann hat sich in ihren politischen Ämtern konsequent für die Rechte von Frauen eingesetzt. Ihre Fähigkeit, politische Ideale mit Menschlichkeit zu verbinden, und ihr unermüdlicher Einsatz für Gleichberechtigung sind für mich ein großes Vorbild.“
+ Katharina Günther-Wünsch (Bildung, Jugend & Familie): „Rita Süssmuth hat mich als Frau in der Politik mit ihrer Klarheit und Überzeugung nachhaltig geprägt. Bis heute ist für mich ihr Leitsatz ‚Erfolg ist einmal mehr aufstehen als hinfallen‘ ein wertvoller Begleiter, den ich allen Leserinnen und Lesern ans Herz legen möchte.
+ Sarah Wedl-Wilson (Kultur & Gesellschaftlicher Zusammenhalt): „Eine Frau, die mich sehr geprägt hat, ist Frances Mary Buss, die Gründerin der ersten Mädchenschule im Vereinigten Königreich, der North London Collegiate School in London. Diese Schule durfte ich besuchen. Ihr Engagement und ihre Überzeugung, dass Bildung Türen öffnet, begleiten mich bis heute.“
+ Felor Badenberg (Justiz & Verbraucherschutz): „Shirin Ebadi hat mir früh gezeigt, was es heißt, für Recht und Gerechtigkeit einzustehen. In meinem Geburtsjahr 1975 wurde sie als erste Frau im Iran Richterin und nach der Islamischen Revolution aus dem Amt gedrängt. Ihr Lebensweg erinnert mich bis heute daran, wie stark Recht sein kann, wenn Menschen den Mut haben, dafür einzustehen.“
+ Ute Bonde (Mobilität, Verkehr, Klimaschutz & Umwelt): „Gerade in diesen Tagen denke ich besonders an Margot Friedländer. Nie wieder, so ihr Wunsch, sollen sich die Verbrechen des Nationalsozialismus wiederholen. Für ihre unglaubliche Güte und Kraft und ihren Glauben an das Gute in uns Menschen, stets begleitet von diesem wunderbaren Lächeln, bin ich unendlich dankbar.“
+ Cansel Kiziltepe (Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt & Antidiskriminierung): „Die Berlinerin Jutta Limbach prägt mich nach wie vor, weil sie gezeigt hat: Art. 3 GG ist kein Lippenbekenntnis. Als erste Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts hat sie die ‚gläserne Decke‘ durchbrochen. Das macht mir Mut und gibt mir Entschlossenheit: Gleichstellung braucht Auftrag, Druck und Verantwortung.“
+ Ina Czyborra (Wissenschaft, Gesundheit und Pflege): „Besonders inspiriert hat mich Simone de Beauvoir. Ich habe ihre Werke regelrecht verschlungen – sie waren stets geprägt von einem damals noch revolutionären Streben nach Gleichberechtigung, das mich tief beeindruckte, in der Breite der Gesellschaft aber leider bis heute nicht vollständig erreicht wurde.“
Und die Männer? Bitteschön:
+ Kai Wegner (Regierender Bürgermeister): „Meine Mutter, die als Verkäuferin gearbeitet hat, hat mir ein liebevolles und behütetes Aufwachsen ermöglicht. Sie hat mir Wichtiges mit auf den Weg gegeben: Offenheit, Zielstrebigkeit und Besonnenheit.“
+ Stefan Evers (Finanzen): „Meine Mutter. Sie hat mir beigebracht, Verantwortung zu übernehmen und den Müll rauszubringen – Fähigkeiten, die im Leben sehr nützlich sind.“
+ Christian Gaebler (Stadtentwicklung, Bauen & Wohnen): „Mich hat besonders meine Mutter inspiriert – eine emanzipierte Frau, die trotz damals noch viel stärker tradierter gesellschaftlicher Rollenbilder zielstrebig und gleichzeitig warmherzig ihren Weg gegangen ist.“
Wir halten fest: Mama ist die Beste – und das 365 Tage im Jahr.
Kaum sind die Seen vom Eise befreit, hat der Senat die Liste der 39 offiziellen Badestellen veröffentlicht. An ihnen wird von Mitte Mai bis Mitte September regelmäßig die Wasserqualität überprüft. Die Erfrischung an heißen Sommertagen ist ungleich verteilt: Pankow, Lichtenberg und Mitte haben jeweils eine Badestelle, Charlottenburg‑Wilmersdorf vier, Spandau fünf, Steglitz‑Zehlendorf sieben und Reinickendorf neun. Treptow-Köpenick hat mit elf Badestellen die Flosse vorn. Vier Bezirke sitzen komplett auf dem Trockenen: Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg und Marzahn-Hellersdorf.
Und falls Sie jetzt richtig Lust auf einen Sommer mit frischer Luft, türkisfarbenem Wasser und Pommes-Schranke bekommen haben: Die Bäder-Betriebe suchen Rettungsschwimmer und Azubis und laden aktuell zu mehreren Bewerbungstagen ein.
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ Hier droht Berliner Siebtklässlern ein folgenschwerer Irrtum: An den Gemeinschaftsschulen gibt es weniger Platz, als viele denken.
+ Schwarze Listen für Mitarbeiter, Finanznot – aber Millionen für Berater: Berlins IT-Dienstleister im Krisenmodus
+ 10.000 Schritte durch Berlin: Der perfekte Frühlingsspaziergang für die ganze Familie – von Malchow nach Wartenberg.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Nur Geduld: Laut Geschäftsbericht 2025 dauern Verfahren am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im Schnitt fast 18 Monate, Berufungsverfahren brauchen sogar mehr als zwei Jahre (26,5 Monate). Gleichzeitig stieg die Zahl der Neueingänge um mehr als 25 Prozent. Ergebnis: ein Berg von 2298 unerledigten Verfahren.
Sie erinnern sich an die Verlosung des 2,8-Millionen-Penthouses am Boxi in Friedrichshain? Ein Dachdeckermeister aus Mittelfranken hat die Luxuswohnung gewonnen. Was er damit machen will, weiß er noch nicht – aus seiner Kleinstadt wegziehen jedenfalls nicht (wir haben ja aktuell auch genug Zuzug aus Bayern).
Sie wohnen nicht ganz so modern? Dann haben Sie womöglich Anspruch auf einen Zuschuss für Schallschutzfenster oder Lüfter. Die Umweltverwaltung hat eine Förderrichtlinie veröffentlicht, inklusive Stadtplan: Demzufolge kommen die meisten Wohnhäuser entlang großer Hauptverkehrsstraßen für den Lärmschutz infrage. Wann der dann eingebaut wird? Tut tut tut tuuuuuuut.
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Tagesspiegel Genuss-Menu meets POTS im The Ritz-Carlton, Berlin: Auch im Jahr 2026 führt Sie unsere „Genuss-Menu“-Reihe in das POTS im 5-Sterne Berliner Ritz-Carlton. Entdecken Sie dieses exklusiv von Executive Chef Lukas Bachl kreierte 4-Gang-Menu! Jetzt buchen!
Gastspiel der Komischen Oper in der Charlottenburger Fasanenstraße: Vor der Hausnummer 33 wird heute ein Stolperstein für den Komponisten Paul Abraham verlegt, der Förderverein hatte sich dafür eingesetzt. Die Nazis bezeichneten seine Werke 1933 als „entartet“. Er floh aus Berlin und geriet in Vergessenheit.
Kurzer Blick ins Checkpoint-Postfach: Einladung zur Kunstinstallation „Der geschenkte Tag“ von Michael Müller im Neuen Museum. Ein Ein-Personen-Stück über den Tag, als der Landesparteitag die Karriere des Ex-Regierenden beendete? Leider nein: Der deutsch-britische Künstler Michael Müller stellt am 14. März sein monumentales Werk vor, inspiriert vom Mythos der Dioskuren Kastor und Polydeukes, griechischen Helden, die zwischen Hades und Olymp wanderten. Klingt dann doch wieder nach Landespolitik.
Wenn Sie auf Anhieb wissen, was sich hinter „L.A. Kush Cake“, „WhiteRuntz“ und „Sour Diesel“ verbirgt, kommen hier entspannende Nachrichten: Ab heute gibt’s bei Netto nicht nur Erdbeer-, Salat- und Gemüsepflanzen, sondern auch Cannabissamen zum Selbstanbau (14,99 Euro). Grüße an Cem Özdemir.
Aus dem Amtsblatt: Der „Pferdesportverein An der Buckower Feldmark e. V.“ hat sich aufgelöst. Gläubiger mögen ihre Ansprüche anmelden, bevor sie pferjähren.
Zitat
„Das ist der wohl bitterste Tag meines politischen Lebens.“
Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender, dessen Partei es in ihrem Stammland nicht mehr in den Landtag geschafft hat.
Stadtleben
Verlosung – Kein Scherz: Am 1. April um 20 Uhr bringt der Berliner Oratorien-Chor Edward Elgars „The Dream of Gerontius“ in den großen Saal der Philharmonie. Das 1900 uraufgeführte Oratorium erzählt von der Seele des sterbenden Gerontius, die nach dem Tod durch Himmel, Fegefeuer und göttliches Gericht geführt wird. Es gibt noch Karten – außerdem verlosen wir 2x2. Bewerbungen via Checkpoint-Postfach. Herbert-von-Karajan-Str. 1, S/U Potsdamer Platz
Essen & Trinken – Im Gran Casino Pizza e Pasta in Neukölln überzeugt die Bodenständigkeit. Auf wackeligen Tischen eine Karaffe Hauswein (in Weiß, Rot oder Rosé) und dazu einen Teller Antipasti bestellt, vermittelt das Restaurant den Flair einer neapolitanischen Trattoria. Auch auf das Pasta- oder Pizza-Menü – alles in der offenen Küche hausgemacht – lohnt es sich, einen Blick zu werfen. Täglich 12–24 Uhr, Weserstr. 208, U Hermannplatz
Noch hingehen – Das Akkordeon ist das Instrument des Jahres 2026 und wird deshalb noch gut neun Monate gefeiert. Etwa mit dem Community-Projekt für die Berliner Akkordeon-Sammlung: „600 Akkordeons. Eure Geschichten – unser Berlin.“ Zum Auftakt einer gleichnamigen Ausstellung findet heute eine Katalogisierungs-Aktion im Europa-Center statt. Weitere Infos hier. Tauentzienstr. 9-12, S/U Zoologischer Garten
Last-Minute-Tickets – Joachim Sartorius ist nicht nur Jurist, Diplomat, Festspielintendant und Übersetzer, sondern auch Lyriker. Als ein solcher hat er in bald achtzig Jahren zehn Lyrikbände herausgebracht, und das feiert das Literarische Colloquium heute. Zusammen mit Dichter Tom Schulz gibt es ab 19.30 Uhr eine umfassende Werkschau unter dem Titel „Die besseren Nächte.“ Am Sandwerder 5, S Wannsee
Kiekste
„Always look on the bright side of life“, scheint sich dieses Einhorn in der Gormannstraße in Mitte gedacht zu haben – und schaut fröhlich aus dem Fenster. Entdeckt und fotografiert von Checkpoint-Leserin Sabine Skott. Danke dafür! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A113: In den beiden folgenden Nächten ist die Autobahn von 21 bis 5 Uhr in beiden Richtungen zwischen den Anschlussstellen Späthstraße und Schönefeld-Nord gesperrt.
Behrenstraße (Mitte): Sperrung in beiden Richtungen zwischen Glinkastraße und Wilhelmstraße sowie zwischen Friedrichstraße und Glinkastraße.
Erich-Weinert-Straße (Prenzlauer Berg): Die Straße ist bis Dienstagabend zwischen Schönhauser Allee und Greifenhagener Straße gesperrt.
Tiergartentunnel (Tiergarten): Von 20.30 bis ca. 5 Uhr ist der Tunnel in Richtung Moabit zwischen Reichpietschufer und Heidestraße gesperrt.
Nahverkehr – Tram M4 und M5: Der Streckenabschnitt zwischen Hansastraße/Buschallee und Prerower Platz, sowie zwischen Zingster Straße und Prerower Platz wird bis zum 27.7.2026 gesperrt.
S41, S42, S46, S47, S8, S85 und S9: In der Nacht von 21.45 bis 1.30 Uhr ist der S-Bahnverkehr zwischen Ostkreuz und Neukölln, zwischen Schöneweide und Ostkreuz und zwischen Schöneweide und Neukölln bzw. Südkreuz eingestellt.
Demonstration – Für heute sind 34 Demos angemeldet (Stand 6.3., 12 Uhr), u.a. „Ohne uns steht alles still!“: 150 Demonstrierende, „Bündnis 90/Die Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf“, Steinplatz 1 (11–13.30 Uhr)
„Omas und Opas streiken für globale Frauenrechte“: 50 Omas und Opas, „Omas for Future“, Potsdamer Platz (14–17 Uhr)
„Intersektional feministischer Frauenstreik / Kundgebung zum internationalen Frauenkampftag“: 5000 Menschen, „Töchterkollektiv e.V.“, Bebelplatz (16–17.45 Uhr)
Gericht – Wegen Gewalt gegen seine damalige Lebensgefährtin muss sich eine 36-Jähriger unter anderem wegen schwerer Körperverletzung verantworten. In einem Fall soll er die Frau in einem Gerangel am geöffneten Fenster der im vierten Stock gelegenen Wohnung derart stark geschüttelt haben, dass sie aus dem Fenster gefallen sei. Die Frau sei seitdem querschnittsgelähmt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A504).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Lieber AKKI, unsere allerherzlichsten Glückwünsche zu Deinem heutigen Geburtstag wünschen Dir Deine Freunde aus der Nähe und Ferne. Wir stoßen auf Dich an. Deine Gruppe 10 Freunde“ / Katja Ebstein, bürgerlich Karin Ilse Überall, (81), Sängerin und Schauspielerin, ihr Künstlername leitet sich von der Epensteinstraße in Reinickendorf ab, wo sie lebte / Patrick Hausding (37), Wasserspringer, gewann bei vier Teilnahmen an Olympischen Sommerspielen eine Silbermedaille & zwei Bronzemedaillen / Giovanni di Lorenzo (67), italienisch-deutscher Journalist und Autor, Chefredakteur der „Zeit“, Mitherausgeber des Tagesspiegels
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Wolfgang Ackermann, * 15. April 1958, verstorben am 18. Februar 2026 / Marianne Lindemann, * 5. Mai 1943, verstorben am 21. Februar 2026 / Dr. Wolfang Treeck, 4. Mai 1934, verstorben am 21. Januar 2026 / Hans -Joachim Wilke, * 2. Juli 1931, verstorben am 25. Februar 2026
Stolperstein – Grete Sobernheim (*1894) wurde in Breslau in eine wohlhabende jüdische Familie geboren. Ihr Vater war der Bankier Curt Josef Sobernheim. Sie erhielt Privatunterricht und studierte Musik. Später engagierte sie sich in der Wohlfahrtsfürsorge. Am 24. Oktober 1941 wurde Grete Sobernheim vom Bahnhof Grunewald in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Dort überlebte sie nur wenige Monate und starb am 9. März 1942 an den katastrophalen Lebensbedingungen. Ein Stolperstein in der Tiergartenstr. 20/21 in Tiergarten erinnert an Grete Sobernheim.
Encore
Noch 291 Tage bis Weihnachten. Bezirksverordneter Philipp Seehofer (CDU) aus Tempelhof-Schöneberg erkundigte sich vorsichtshalber jetzt schon per Kleiner Anfrage (582/XXI): „Welche Maßnahmen sind erforderlich, um in der Friedenauer Rheinstraße in der Adventszeit eine Weihnachtsbeleuchtung zu installieren?“ Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne) hat keine frohe Botschaft: Es hakt vor allem am Geld. Eine dauerhafte Finanzierung durch Mittel aus der City Tax sei unwahrscheinlich, „da zwingend ein touristischer Mehrwert bestehen muss“. Und: „Friedenau ist im Tourismuskonzept nicht als Fokusgebiet ausgewiesen und somit nicht präferiert zu behandeln.“ Checkpoint-Profi-Tipp: Vielleicht hilft ein öffentlicher Aufschrei mit anschließender Sponsorensuche, bis die Glocken klingeln? (alle Jahre wieder am Ku’damm erprobt)
Fokussiert gearbeitet haben für diesen Checkpoint Stefan Jacobs, Lorenz Maroldt, Sönke Matschurek und Björn Seeling (Recherchen und Texte). Die Lebkuchen hat Tobias Langley-Hunt serviert (Stadtleben) und Jaqueline Frank das Lametta aufgehängt (Produktion). Morgen winken hier Margarethe Gallersdörfer und Sönke Matschurek vom Balkon.
Bis bald!