wir beschreiben Berlin gerne als bunte Stadt. Als vielfältig, tolerant und weltoffen. „Da kann man gar kein Rassismus-Gespenst einpflanzen“, hatte die afrodeutsche Dokumentarfilmerin und Autorin Mo Asumang einmal gesagt – klingt großartig! Im nächsten Satz hat sie ihre Aussage dann allerdings schon wieder korrigiert. Denn sind wir mal ehrlich: Das „Rassismus-Gespenst“ ist überall.

Für unsere neue Checkpoint-Podcastfolge „Eine Runde Berlin“ habe ich Mo Asumang, die Ende der 1990er Jahre durch die ProSieben-Sendung „Liebe Sünde“ bekannt wurde, in der Ringbahn getroffen. 60 Minuten Fahrtzeit. Hermannstraße bis Hermannstraße. Wir haben über ihre Kindheit gesprochen und ihre Oma – von der sie erst nach ihrem Tod erfuhr, dass sie als Schreibkraft für die SS gearbeitet hatte. Mo erzählt, welche Anfeindungen und Aggressionen sie in Berlin erlebt hat und warum sie trotz allem davon überzeugt ist, dass es richtig und wichtig ist, mit Rechten zu reden:
„Wir können nicht von Rassisten erwarten, dass sie auf uns zukommen und um Hilfe bitten, weil sie keine Rassisten mehr sein wollen. Das wird nicht passieren. Die Aufgabe liegt bei der Gesellschaft – bei denen, die demokratisch denken und offen sind. Aber das verstehen viele nicht.“
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BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Die Ringbahn war bei dieser Fahrt übrigens ziemlich alt und voll und laut – insofern original Berlin. Vielleicht haben Sie ja Lust reinzuhören. Ich würde mich freuen.
Genießen Sie Ihr Restwochenende!