CP-Leserin Sabine von Sarnowski fährt mit dem Fahrrad von Berlin nach Greifswald und meldet sich mit einem Foto aus Fürstenberg an der Havel: „Ich genieße die Weite der Landschaft, die vielen hübschen kleinen Orte, die Badeseen und die überwiegend ziemlich guten Radwege.“

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Der Senat verschluckt sich am Ende seiner Amtszeit am „Henne-Ei-Problem“: Müssen zuerst neue Wohnungen gebaut werden, damit sich neue Verkehrsanschlüsse lohnen? Oder müssen zuerst die Verkehrsanschlüsse gelegt werden, damit die Leute in ihre neuen Wohnungen kommen? Das Ergebnis der ewigen Brüterei: Es geht weder bei dem einen (Bausenator Sebastian Scheel), noch bei der anderen (Verkehrssenatorin Regine Günther) so richtig voran – der Baustart von 17.500 geplanten Wohnungen wurde gestern jedenfalls in die Zeit des übernächsten Senats verschoben, weil die Tram „erst in sieben, acht Jahren“ kommt – vor 2026 geht da also nichts mehr. Aber es sollen nochmal „ernste Worte“ gewechselt werden (Scheel) – fürs Protokoll und das Geschichtsbuch.
Auch in der Enteignungsfrage blockieren sich die Koalitionsparteien gegenseitig – die gestern beschlossene „Stellungnahme“ zum Volksbegehren ist ein Dokument der politischen Selbstenteignung: Es gibt keine Empfehlung des Senats in dieser Frage. Wir hören noch einmal Bausenator Scheel zu: „Für die Fragen der Verständlichkeit haben wir auf einige Zahlen verzichtet.“ Checkpoint-Fazit: Diese Regierung wirkt auf ihren letzten Metern immer unberechenbarer.
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Zigarettenstummel schaden der Umwelt. Jährlich werden 4,5 Billionen davon weltweit achtlos fallen gelassen. Einmal in der Umwelt, verschmutzen sie unser Grundwasser und sind hochgiftig für Kinder und Tiere. Deshalb entsorge jede aufgerauchte Kippe bitte im nächsten Ascher. Danke!
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Hunderte Dienstleistungen bietet der Senat auf berlin.de an, von A wie „Abfälle: Genehmigung für Sammler, Beförderer, Händler und Makler“ bis Z wie „Zweitwohnungssteuer bezahlen“. Zwischen „Lohnsteuerhilfeverein: Anerkennung“ und „Mahn- und Vollstreckungsbescheid“ findet sich dann auch die berühmte Berliner Dienstleistung „Lorem ipsum“ (entdeckt von CP-Leser Moritz Metz, geeignet nur für Absolventen des Checkpoint-Kurses „Latinum rabidus“, Agenturleute und AD’s dürfen gähnen).
Voraussetzungen:
+ „Consetetur sadipscing elitr“
+ „Nam liber tempor cum soluta nobis“
+ „Duis autem vel eum iriure dolor“
Erforderliche Unterlagen:
+ „At vero eos et accusam“
+ „Stet clita kasd gubergren“
+ „Stet clita kasd gubergren“
+ „Lorem ipsum dolor sit amet“
+ „consetetur sadipscing elitr“
Rechtsgrundlagen:
+ „sed diam voluptua (SDV), §1“
Durchschnittliche Bearbeitungszeit:
„1-2 ipsum“
Wow, nur 1 bis 2 ipsum! Aber das Allerbeste an „Lorem ispum“ ist: Im Gegensatz zu den Bürgerämtern sind hier sogar noch Termine frei. Ich habe gleich mal einen gebucht, und zwar für den 12. August um 22 Uhr. Die Bestätigung kam prompt: Vorgangsnummer 480208, Code zur Absage fd51. „Gebühren: keine.“ Super – das scheint ja so eine Art Service-Joker zu sein! Na dann, Sie haben einen Wunsch frei: Welche Dienstleistung soll der Senat für Sie innerhalb von 1 bis 2 ipsum erledigen? Nur ernstgemeinte Zuschriften bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.
Mail an die Redaktion, Betreff: „Massive Störung der Nachtruhe“. Na, da schauen wir doch mal rein…
„Sehr geehrte Damen und Herren, wir als Nachbarn ihres Grundstücks möchten uns über die gestrige massive Störung der Nachtruhe beschweren, die von Ihrem Hof ausging. Auch Sie haben sich an die gesetzlichen Bestimmungen zur Nachtruhe zu halten. Auf unsere Pfiffe und Rufe wurde nicht reagiert. Es ist ziemlich peinlich, wenn ein Unternehmen über Fehlverhalten anderer schreibt und selbst nicht weiß, was Anstand und Rücksichtnahme ist. Wir haben alles auf Video aufgenommen. Sollte dies nun noch ein einziges Mal vorkommen, werden wir ohne Vorwarnung weitere Schritte einleiten. Der Bußgeldkatalog dürfte Ihnen bekannt sein. Wir werden außerdem die Geschäftsleitung informieren. So geht das nicht.“
Tja, die lieben Nachbarn sind offenbar etwas von unserem ruhigen Homeoffice verwöhnt – aber auf das Video der kleinen, Coronaregel-konformen Verabschiedung unseres Chefredaktionskollegen Mathias Müller von Blumencron (alle Teilnehmer waren entweder gesundet, geimpft oder getestet) freuen wir uns natürlich sehr (schöne Erinnerung – hätten wir ja auch mal selbst drauf kommen können). Und, liebe Nachbarn, bitte das nächste Mal daran denken: Mit Pfiffen und Rufen stören sie die Nachtruhe – so geht das nicht! Nächstes Mal nehmen wir das auf.
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Der Hamburger Autor Volker Skierka wurde 1980 mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet – Titel seiner Geschichte damals in der Süddeutschen Zeitung: „Irgendwann packt dich 'ne einzige Wut“. Jetzt hat Skierka wieder die Wut gepackt, und zwar bei einer Reise zu seiner Tochter in Pankow („den Kofferraum voller Dinge“). Anlass des Bluthochdruckanfalls, den er mit einer 6000-Zeichen-Mail an Verkehrssenatorin Regine Günther zu kurieren versuchte: Die Abschaffung der Gästevignette für automobile Berlinbesucher. Der Checkpoint-Tipp für solche Fälle: Die Familienmitglieder fahren ein paar Tage und Nächte mit dem Wagen immer abwechselnd um den Block herum – das erspart jegliche Parkgebühren (bzw. die Knöllchen).
Apropos Parken in der Innenstadt: Die Schwurbler-Partei „Die Basis“ will heute ihren Oldtimerbus (Kennzeichen: B-AR 448 H, 8 Meter lang, 2,5 Meter breit, 7 Tonnen schwer) ab 15 Uhr zu Wahlkampfzwecken vor der Kreuzberger Marheinekehalle abstellen (Q: Telegram). Als „Kulturgut“ zugelassen (älter als 30 Jahre), darf das „fahrende Wahlbüro“ (Selbstbeschreibung der „Basis“) zwar grundsätzlich auch innerhalb des S-Bahn-Rings unterwegs sein; falls jedoch ein Kreuzberger Polizist (Motto: „Pop, Stolizei! Äh… Stei, Polizop! Nein, öh… Stop, Poliz… Weg isser“) die „Richtlinie für die Begutachtung von Oldtimern nach § 23 StVZO“ rechtzeitig parat hat („nur zeitgenössisches Erscheinungsbild zulässig“), dürfte bald der Abschleppwagen kommen: Ein riesengroßes Logo der „Basis“ hatte dieser Bus „zeitgenössisch“ garantiert nicht auf den Seiten kleben – die Partei wurde gerade mal vor einem Jahr gegründet.
Berliner Schnuppen
Telegramm
BER I („Wir kommen kaum hin“). Mit den Worten „Ick muss hier jetzt ne Kehre machen, alle raus“ komplimentierte gestern früh um 4:30 Uhr ein S-Bahn-Chauffeur (S9) die zahlenden Gäste der planmäßigen Fahrt zum Flughafen außerplanmäßig bereits zwei Stationen vor der Endstation aus seinem Zug – das internationale Publikum verstand nur Bahnhof und marschierte zu Fuß in Richtung des geschlossenen Terminals SXF. (Q: Julius Geiler).
BER II („Wir kommen kaum weg“). Unter dem Betreff „Chaos am BER“ beschreibt Checkpoint-Leser Bernd Becker die Unmöglichkeit, nach der Landung um 22.30 Uhr in Stundenfrist ein Taxi zu ergattern (Droschkenfahrer mit Berliner Kennzeichen müssen leer zurück, Droschkenfahrer mit Brandenburger Kennzeichen schlafen um die Zeit bereits).
BER III („Wir können es kaum glauben“). Der Traum von Farin Urlaub („Die Ärzte“) wird wahr: Er kann jetzt tatsächlich „zurück nach Westerland“fliegen (Easyjet hat Sylt wieder im Programm und baut sich am BER gleich noch einen eigenen Hangar).
Corona I: Zur Happy Hour Moderna: In den Impfzentren Tegel, Messe, Erika-Heß-Stadion gibt’s von Freitag an zwischen 14 und 17 Uhr auch ohne Termin einen Schuss (Hangar 4 in Tempelhof macht übrigens dicht).
Corona II: Checkpoint-Leser Gary Menzel hat sich die Lageberichte der Gesundheitsverwaltungmal genauer angeschaut – und neben einem „schlampigen Umgang mit den Zahlen“ aktuell die bisher stärkste Veränderungsrate bei der Inzidenz festgestellt (wenn auch noch auf niedrigem Niveau – allerdings liegt Berlin mit 16,4 bundesweit vorne und der Partybezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit 25,6 berlinweit).
Corona III: Wie kann es eigentlich sein, dass bald anderthalb Jahre nach Pandemiebeginn die meisten Berliner Gesundheitsämter noch immer in aller Ruhe Wochenende machen und keine Zahlen melden?
Corona IV: Wie kann es eigentlich sein, dass wir einen Überschuss an Vakzinen nicht loswerden und – ohne uns zu schämen – über Drittimpfungen sprechen, während z.B. in Afrika viele Menschen noch immer sehnsüchtig (aber vergeblich) auf ihre Erstimpfung warten?
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Sensation: Bereits 25 Jahre nach Planungsbeginn wurde am Hultschiner Damm (Mahlsdorf) Berlins berühmteste Ampel in Betrieb genommen – allerdings ist „die längste Rotphase der Stadt“ (Checkpoint) damit noch nicht beendet: Es gibt Schaltungsprobleme und in deren Folge einen Dauerstau.
Feuerwehreinsatz im „Gorillas“-Lagerhaus in Friedrichshain: Ein E-Bike-Akku hatte sich beim Laden entzündet. Und dann schaute auch noch Arbeitsminister Hubertus Heil bei den streikenden FahrerInnen vorbei und forderte sie auf, einen Betriebsrat zu gründen. Könnte sein, dass da gerade einiges an Investorenkohle verbrennt.
„Drei Jahre Baustelle. Hauptsache, frisch gestrichen“ hatte jemand vor zwei Wochen mit einem Filzer auf die provisorischen, grob zusammengestückelten Pressspanplatten (neuerdings grün) am U-Bahnhof Yorckstraße gekritzelt. Sanierungsfortschritt seitdem: Die kritischen Worte wurden übermalt – immerhin wieder in der Farbe der Hoffnung.
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 28: Blasenentzündung, Pilz und Co: Wenn die Vagina aus dem Gleichgewicht gerät. Kommt die Zystitis vom kalten Steinboden und der Pilz von mangelnder Hygiene? Helfen Cranberries wirklich, kann zu viel Trinken schaden und warum kriegen Männer diese lästigen Krankheiten nicht? Dr. Mandy Manglers unzensierte Sprechstunde klärt auf. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Schock: „Bibi und Tina getrennt!“ – und so eine Mail kommt hier auch noch ohne Trigger-Warnung auf den Bildschirm (Skandal!). Aber nach 30 Jahren auf dem Martinshof können einem ja wirklich schon mal die Gäule durchgehen (auch wenn selbst diese „Spezialausgabe“ doch sicher ein Happy End hat – oder???).
Nachtrag zur Meldung „Flüchtende Kuh auf der Ringbahn“ – Leserin Monika Illgen schreibt:
„Ich habe eine ganz persönliche Erinnerung an die Kuh. Meine Schwester war hochschwanger. Als die Wehen einsetzten, machten wir uns – da wir ganz in der Nähe vom Krankenhaus Friedrichshain wohnten – zu Fuß auf den Weg. Auf der Landsberger Allee (damals Leninallee) kam uns die Kuh ordentlich auf dem Fußweg entgegen und bog in den zur Frauenklinik führenden Weg in den Volkspark Friedrichshain ab. Die Kuh hatte sicher mehr Angst als wir. Offenbar war auch schon die Polizei alarmiert worden, denn kurz danach brauste ein Polizeiwagen heran und drängte die Kuh ab. Wir konnten in Ruhe weitergehen, und kurz danach wurde meine wunderschöne Nichte geboren. Über die Kuh wurde dann übrigens auch von den Puhdys ein bekannter Song geschrieben.“
Wir sehen: Berlin ist eben doch ein Dorf.
Zitat
„Dieser Beruf ist eine Endstation.“
Am Tag nach der Eröffnung des Humboldt-Forums beklagen sich freiberufliche Museums-Guides über unfaire Honorarbedingungen. Unser Kollege Patrick Volknant hat mit einigen der Betroffenen gesprochen, sein Fazit: Schuld an den Missständen ist vor allem die Politik. (Text mit Abo hier)
Tweet des Tages
Die diesjährige Deutsche Meisterschaft im Relativieren und Verantwortung abschieben hat mit spektakulären Vorstellungen begonnen. Das Finale ist auf den 26. September datiert und findet in Berlin statt.
Antwort d. Red.:
Stadtleben
Stadt – Mit einem „E“ soll es heute an Einladungen prasseln. Falls sie nämlich nicht zu den Erlauchten gehören, die sich derzeit irgendwo zwischen Estland und Ecuador im Urlaub befinden, sondern im Gegenteil – zuhause, anstatt bei Enchiladas über einer Erbsensuppe, hergehört: Denn warum sich nicht vollends in die lokalen Geschehnisse knien und der Neuköllner Oper einen Besuch abstatten? Die spielt heute Abend um 20 Uhr nämlich „Eine Stimme für Deutschland“. Abgerechnet wird mit allen Beteiligten auf der politischen Bühne, aber selbstverständlich ist alles ganz fiktional, bloß zufällig im Wahljahr und jedwede Terminologie rund um eine Neue Rechte Deutschlands, der Öko-Diktatur und Fake-News einhellig erfunden. Zum Einlass (ab 22 Euro) geht es hier.
Land – Man muss gewiss zu keiner ergebenen Leserschaft von Fontanes „Effi Briest“ gehören, um gerne den Theodor-Fontane-Weg, auch „Waldpoesie-Pfad“ genannt, in Erkner zu erkunden. Für Gerhard Hauptmann war es Erkner ganz konkret, das ihn inspirierte, Fontanes Literatur wurde von ganz Brandenburg beflügelt: Namentlich erwähnt er zum Beispiel immer wieder den Uferweg zwischen Löcknitz und Flakensee. Verschiedene Autor:innen von der Romantik bis zum Expressionismus haben sich hier inspirieren lassen und sowohl Einheimische wie exkursionsfreudige Touristen tun es ihnen heute gleich. An zehn Stationen lässt sich erfahren, wie Edelkastanie, Esche und Eiche in der deutschen Poesie Einzug gehalten haben – oder aber Sie ergeben sich den eigenen Ergüssen.
See – Ganz gewiss hat der Ellbogensee seinen Namen nicht von dem vermutbaren Faktum, dass man aus Platzgründen seine Ellbogen zum Schwimmen benutzen müsste – er ist nämlich fünfeinhalb Kilometer lang und 500 Meter breit. Neben dem Naturcampingplatz, für den der See in der Region bekannt ist, bietet sich hier auch ein Spazier-, Radel- und Badeurlaub an. Mit rund 12 verschiedenen Angelfischarten und der ansässigen Seenfischerei „Obere Havel“ in Wesenberg, die Tages-, Wochen- und Monatskarten vergibt, ist auch das Abendessen gesichtert. Ob am Lagerfeuer oder aus dem Ofen – am besten, Sie fangen ein dickes Exemplar.
Familie – Wie wäre es mit einem Ausflug in den Familiengarten Eberswalde? Mit einem Quäntchen Entdeckergeist und Erfindungsreichtum lassen sich beispielsweise im Märchengarten wilde Geschichte um ein altes Fischerdorf und das verlassene Vogelnest spinnen. Dann wäre da noch die Besucherplattform des Montage-Eberkrans von 30 Höhenmetern für die unerbittlichen Erkunder des Finowtals. Und zur Rast gibt es Eis auf der wohl längsten Sitzbank Europas (von 90 Metern). Vermutlich ist es dann an der Zeit für ein Picknick aus Eiersalat und Emmentalerbrot nebst Entrecôte am Grillplatz nebenan (Nutzung für 10 Euro). Heute ab 11 Uhr sogar mit Sommerspielen für Kinder, Anmeldungen finden unter dieser Adresse Eingang.
Tier – Es mag Tiere geben, die sind nicht jedermanns Sache – wie beispielsweise Erdwürmer, Eichen-Prozessionsspinner oder Elritzen. Dann gibt es aber die weniger polarisierenden Exemplare, wie etwa das Eichhörnchen. Man muss schon sehr erbost in den Tag blicken, um sich nicht über den rötlichen Flausch zu freuen, der da den Stamm hinaufhuscht. Umso wichtiger, gut auf unsere flaumigen Freunde aufzupassen: mit der „aktion tier Eichhörnchenhilfe“ setzt sich die Berliner Organisation „aktion tier e.V.“ ein für eine artgerechte Auswilderung der stets eintreffenen Pfleglinge. Was Sie am besten tun, wenn Sie ein elternloses Baby-Eichhörnchen gefunden haben, finden Sie hier heraus; außerdem, was Eichhörnchen wirklich essen, wenn Sie eines füttern möchten. Spoiler: Eicheln sind es nicht.
Essen – Weil sich nun aber nicht jeder Grillplatz sehr gut dafür eignet, ein Entrecôte zu braten, möge man sich nach Stadtmitte begeben, wo in einem Etablissement mit genau diesem Namen, nämlich dem „Entrecôte“, ebenjenes serviert wird. Dieses wird, wie üblich in Frankreich, mit Pommes und einer Sauce Béarnaise (ca. 30 Euro) serviert. Wer den Sommer über in der Stadt verbringt, kann hier zumindest ein klein wenig Frankreichurlaub spielen und sehr spät so wie im Freien schmausen. Mit Esprit und Entrecôte wird es auch einheimisch exotisch und exquisit. Selbst Madonna soll schon einmal dort gegessen haben; es ist jedoch unbekannt, was sie bestellt hat.
Musikempfehlung des Tages – Wer es schafft, beim Gang zu Getränke Hoffmann mit Blick auf eine kühle Schorle nicht an „Delmenhorst“ von Element of Crime zu denken, bitte melden. Wir wünschen einen schönen Mittwoch und... „sag Bescheid, wenn du mich liebst“.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Wenn Sie nur einen Berliner Club retten könnten, welcher wäre es? Es antwortet Bettina Jarasch (Grüne).
Foto: Bündnis/DIE GRÜNEN Berlin
Berlin heute
Verkehr – Unter den Linden (Mitte): Für dringende Sanierungsarbeiten am Lindentunnel ist die Fahrbahn in beiden Richtungen in Höhe Bebelplatz auf einen Fahrstreifen verengt. Die Arbeiten dauern bis Mitte August.
Demonstration – Von 10 bis 11 Uhr findet in der Wrangelstraße 10 mit ca. 50 Teilnehmenden eine „Gedenkveranstaltung für Erich Fellgiebel“ statt. Zum „Hissen der Regenbogenflagge anlässlich der Berliner Pride Weeks“ versammeln sich zwischen 10 und 12 Uhr ca. 35 Personen in der Salzburger Straße 21. Den „Gedenktag verstorbener Drogengebraucher*innen“ wollen von 13 bis 15 Uhr 50 angemeldete Bürger:innen in der Reichenberger Straße 174 begehen. Zwischen 15 und 19 Uhr ruft eine Kundgebung namens „Die große Umverteilung im Fahrwasser der Pandemie“ 20 angemeldete Personen auf den Marheinekeplatz. Rund 60 Teilnehmende treffen sich von 18 bis 20 Uhr in der Kirchstraße und fordern: „Für ein buntes Steglitz-Zehlendorf: Queerpolitik auch im Bezirk konsequent umsetzen“. „Diese Woche ist in Berlin ein Feminizid passiert. Wir werden der Frau gedenken und auf die strukturelle Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen, die hinter dieser Tat steht,“ lautet das Anliegen von 40 angemeldeten Personen, die sich von 19 bis 20 Uhr am Nettelbeckplatz versammeln.
Gericht – Nach brutalen Attacken zwischen Tschetschenen und dem Remmo-Clan vor rund acht Monaten wird einem 44-Jährigen, der zu der deutsch-arabischen Großfamilie gezählt wird, wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs der Prozess gemacht. Er soll in zwei Fällen jeweils mit weiteren Mittätern mehrere Männer angegriffen und teilweise schwer verletzt haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 105).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Volker Gerhardt (77), Professor an der HU Berlin, Schwerpunkt Philosophie / Michael Kumpfmüller (60), Schriftsteller / Florentine Lahme (47), Schauspielerin / Klaus-Rüdiger Landowsky (79), Politiker (CDU) / „Hallo Schnauze, nur einmal halb so alt wie das Mütterlein und genauso alt wie Speckie-chan! Wir haben dich beide lieb und gratulieren herzlich!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Ruth Cürlis, * 16. Juni 1929 / Günther Eiling, * 31. Juli 1934, Regierungsdirektor i.R. / Michael Petermann, * 14. Februar 1945 / Vera Protze, * 5. Juni 1930, Sängerin / Dr. Christoph Rhein, * 18. Dezember 1927, Pfarrer
Stolperstein – Der gebürtige Berliner Fritz Heilscher (Jg.1898) war Tänzer an den renommiertesten Häusern des Landes. Nach ersten Strafverfahren wegen homosexueller Beziehungen wurde er immer wieder von Neuem verhaftet, bis die Kriminalpolizei letztlich seine Einlieferung ins KZ Sachsenhausen veranlasste. Heute vor 79 Jahren kam er dort während der Mordaktion an Homosexuellen im Klinkerwerk des Lagers ums Leben. In Erinnerung an ihn liegt in der Strelitzer Straße 58 in Mitte ein Stolperstein.
Encore
Unser Berlin-Weltreise führt uns heute ins südliche Australien, nach Berlino Well in der Simpsonwüste (858 Kilometer nördlich von Adelaide). Besondere Kennzeichen: keine Straßen, keine Menschen – Berlino Well ist verlassen. Es ist dort einfach zu heiß (im Sommer bis zu 50 Grad) und zu trocken (max. 150 mm Regen p/a). Blicken wir hier in unsere Zukunft? Auch unser Berlin könnte zu einer „abandoned city“ werden: Angeblich wollen innerhalb eines Jahres 14% der Einwohner:innen die Stadt verlassen (Q: ifo/immowelt).
Na, da machen wir doch zum Schluss doch noch schnell eine Aufgabe für den Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“ draus. Mal angenommen, das mit den 14% jährlich stimmt (und es kommt auch niemand mehr her): Wann ist unser Berlin so verlassen wie Berlino in Australien? Stichtag ist der 31. Dezember 2020 mit gemeldeten 3.664.088 EW. Unter den richtigen Einsendungen an checkpoint@tagesspiegel.de (inkl. Lösungsweg) verlosen wir drei Exemplare von „Berlin in 100 Kapiteln… von denen leider nur 13 fertig wurden“ (Ullstein, 288 Seiten). Wir sind gespannt auf Ihre Antworten!
Durch die Sommerwüste (auch als Sommerloch bekannt) begleiteten uns heute Thomas Lippold (Recherche), Juliane Reichert (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion) – und morgen früh zapft hier Julius Betschka die Berliner Nachrichtenquellen an. Bis dahin,
