wir beginnen mit einer Warnung: Dieser Checkpoint wurde durch eine Stunde Tennis unterbrochen, die Autorin musste am späteren Abend einfach mal den Kopf freikriegen von dem, was nun kommt. Wir bitten die Abwesenheit zu entschuldigen.
Eine Stunde Tennis – ist das ein Problem? Ganz sicher nicht. Auch der Regierende Bürgermeister hat ein Recht auf Freizeit. Politiker sollen Menschen bleiben, sie sollen sich auch mal erholen können, ein Buch lesen, einen Film gucken oder Sport machen, das Handy ausschalten. Was auch immer ihnen guttut, um danach wieder frisch ans Werk zu gehen fürs Land, für die Demokratie, für uns alle.
Es ist ein harter, unbarmherziger Job. Und Fehler werden selten verziehen. Vor allem dann nicht, wenn man versucht, sie zu vertuschen.
Im Falle von Kai Wegner ging es nie um eine Stunde Tennis. Es geht darum, dass er versucht hat, die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen. Und das, wie die Recherchen meiner Kollegen Jost Müller-Neuhof und Christian Latz jetzt belegen, mindestens zweimal.
Drei Tage nach der Behauptung, er haben sich am Morgen des größten Stromausfalls der Nachkriegsgeschichte in seinem „Büro zu Hause eingeschlossen“ und sei „den ganzen Tag am Telefon“ gewesen, hatte Wegner nach einer Recherche des rbb zugeben müssen, dass das nicht stimmte: mittags hatte er mit seiner Lebensgefährtin, der Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch, eine Stunde Tennis gespielt.
Dabei hatte Wegner noch am Vortag zu einem Hintergrundgespräch geladen, um mit Journalisten noch einmal detailliert seinen Tagesablauf durchzugehen – ohne das Tennisspiel zu erwähnen.