wir beginnen mit einer Warnung: Dieser Checkpoint wurde durch eine Stunde Tennis unterbrochen, die Autorin musste am späteren Abend einfach mal den Kopf freikriegen von dem, was nun kommt. Wir bitten die Abwesenheit zu entschuldigen.
Eine Stunde Tennis – ist das ein Problem? Ganz sicher nicht. Auch der Regierende Bürgermeister hat ein Recht auf Freizeit. Politiker sollen Menschen bleiben, sie sollen sich auch mal erholen können, ein Buch lesen, einen Film gucken oder Sport machen, das Handy ausschalten. Was auch immer ihnen guttut, um danach wieder frisch ans Werk zu gehen fürs Land, für die Demokratie, für uns alle.
Es ist ein harter, unbarmherziger Job. Und Fehler werden selten verziehen. Vor allem dann nicht, wenn man versucht, sie zu vertuschen.
Im Falle von Kai Wegner ging es nie um eine Stunde Tennis. Es geht darum, dass er versucht hat, die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen. Und das, wie die Recherchen meiner Kollegen Jost Müller-Neuhof und Christian Latz jetzt belegen, mindestens zweimal.
Drei Tage nach der Behauptung, er haben sich am Morgen des größten Stromausfalls der Nachkriegsgeschichte in seinem „Büro zu Hause eingeschlossen“ und sei „den ganzen Tag am Telefon“ gewesen, hatte Wegner nach einer Recherche des rbb zugeben müssen, dass das nicht stimmte: mittags hatte er mit seiner Lebensgefährtin, der Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch, eine Stunde Tennis gespielt.
Dabei hatte Wegner noch am Vortag zu einem Hintergrundgespräch geladen, um mit Journalisten noch einmal detailliert seinen Tagesablauf durchzugehen – ohne das Tennisspiel zu erwähnen. Zu diesem Zeitpunkt wussten offenbar nur er und Günther-Wünsch davon, selbst enge Mitarbeiter und die Senatskanzlei wurden erst nach der rbb-Recherche informiert.
Gerechtfertigt hat er das noch am selben Abend in einem Auftritt bei „Welt TV“ mit sehr viel Arbeit am Vormittag: Er habe „um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen“ und konkretisierte: Er habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz Berlin, mit der Bundesregierung, mit dem Bundeskanzleramt, mit dem Bundesinnenminister. „Und ja, dann habe ich von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf frei kriegen wollte.“
Doch auch das entspricht nicht der Wahrheit. Tagesspiegel-Recherchen belegen nun, dass es vorm Tennisspiel weder Telefonate mit Stromnetz Berlin und auch keine Kontakte mit dem Kanzleramt oder dem Bundesinnenministerium gegeben hat. Der „Austausch“ bestand lediglich aus einem kurzen Textnachrichten-Dialog mit Innensenatorin Iris Spranger (SPD), einem Kontakt mit der Senatskanzlei, der zeitlich nicht näher benannt ist, und (vier Stunden später) einem Anruf bei Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD), die dem Vernehmen nach mehrfach versucht hatte, Wegner zu erreichen.
Der Regierende selbst wollte sich gestern Abend nicht dazu äußern. Spätestens heute wird er Antworten darauf haben müssen, warum er erneut nicht die ganze Wahrheit gesagt hat. Und warum ihm die Menschen in dieser Stadt trotzdem noch vertrauen sollten.
Zur ganzen Recherche geht es hier. Meinen Kommentar zum Thema können Sie heute um kurz nach 8 Uhr auf Radioeins hören.
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Erleben Sie seine künstlerische Sicht auf das Berlin der 90er-Jahre und lernen Sie vier seiner Schüler:innen der weißensee kunsthochschule berlin kennen.
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Wie passend, dass der Senat heute im Verteidigungsministerium tagt. Gemeinsam mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) werde über „die aktuelle Sicherheitslage, die zivile Verteidigung und den Katastrophenschutz“ beraten, sagte Senatssprecherin Christine Richter dem Checkpoint. Auch Berlin als Standort für Rüstung und Verteidigungswirtschaft wird Thema sein. Im Gegensatz zur beliebten Tradition der Bezirkstour des Senats bleibt der Ministeriumsbesuch vorerst einmalig: „Gemeinsame Sitzungen mit anderen Bundesministerien sind derzeit nicht geplant.“ Hoffentlich nicht, weil sich alle erstmal wieder vergraben.
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Zum Frühlingsbeginn lädt das Humboldt Forum am 21.3. zum Nouruz-Fest ein. Seit über 3000 Jahren markiert dieses in vielen Regionen den Beginn des neuen Jahres – und wird auch von Berliner Communities gefeiert. Mit Musik, Tanz, Workshops und kulinarischen Angeboten entsteht ein Tag für Begegnung und Neubeginn. Der Eintritt ist frei.
Hier ins Programm schauen & dabei sein!
Und sonst? Bereitet Martina Klement den politischen Umzug nach Brandenburg vor. TOP 1: Klärung der Checkpoint-Wette zum terminfreien Bürgeramt, die sie streng genommen ja nur halb gewonnen hat. Schließlich braucht man für viele Dienstleistungen weiterhin Termine. Mit dem Rest lässt Klement Berlin nun unfertig zurück, am Mittwoch wird die CSU-Politikerin als Wirtschaftssenatorin in Brandenburg vereidigt. Zum Wetteinsatz (ein Kasten Bier), schreibt Berlins Noch-Chief-Digital-Officer: „Ich wäre ja sehr dafür gewesen, dass das Checkpoint‑Team und mein Team das Bier gemeinsam trinken.“ Aber dafür bleibt nun leider keine Zeit.
Auch ein „To go“-Bier im Roten Rathaus wird zeitlich zu knapp (vermutlich lässt man uns da eh nicht mehr rein). Deshalb nehmen wir gern den Vorschlag eines „Zug‑um‑Zug‑Geschäfts“ an: „Ich spende der Redaktion einen Kasten bayerisches Bier und der Checkpoint spendet uns einen Kasten Berliner Bier – damit wir aus der Ferne aufeinander anstoßen können und uns nicht so schnell vergessen.“ Deal!
Und Brandenburg? Kann Klement nicht gefährlich werden. Jedenfalls nicht, was die gängigen Klischees betrifft (Wölfe!): Als ordentliche Bayerin hat sie selbstverständlich einen Jagdschein.
Finanziell immer enger wird’s beim landeseigenen IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ). Das Unternehmen wollte nach dem 18-Millionen-Kredit erneut Millionen beantragen, doch der Senat blockiert: Die Voraussetzungen seien nicht erfüllt. Die Geschäftsführung warnt seit Monaten vor Zahlungsunfähigkeit. Parallel eskaliert nun der Streit zwischen ITDZ, Senatskanzlei und Finanzverwaltung. Die finanzielle Situation des ITDZ wird das beherrschende Thema im Verwaltungsrat sein, der am kommenden Donnerstag zum ersten Mal in diesem Jahr tagt. Auch schwierig. Geleitet wurde der Rat bis zuletzt von: Martina Klement.
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Berlins ikonisches Premierenkino erstrahlt nach Generalsanierung in neuem Glanz. Nach umfangreicher Sanierung verbindet das Denkmal nationaler Bedeutung nun historische Eleganz mit modernster Laserprojektion. Den Kinobesuch rundet die Panorama-Bar ab, mit atemberaubendem Ausblick. Jetzt Programm entdecken und keine Highlights verpassen!
Kürzlich hing am Mierendorffplatz ein Plakat einer schimpfenden älteren Dame mit erhobenem Zeigefinger. „Hab‘ ma Respekt, du Fisch. Mach Handy leise.“ Am Strausberger Platz ein weiteres: „Jung, dumm? Mach Handy stumm!“ Unten rechts in der Ecke ein gelbes Herz. Doch statt „Weil wir dich lieben“ heißt es dort „Weil es hart nervt“. Drastische neue Kampagne der BVG?
„Ausdrücklich nicht“, schreibt eine Sprecherin dem Checkpoint. „Die Plakate wurden ohne Genehmigung in unseren Anlagen angebracht und umgehend entfernt.“ Videos der illegalen Aktion, bei der Menschen in Warnkleidung über die Gleise kletterten, seien gesichert worden.
Hinter den Plakaten in mehreren Sprachen steht ein Kunstkollektiv namens „Angst Yok“, das sogenannte „Handylautmenschen“ umerziehen will. „Es vergeht keine Fahrt, ohne dass Handys unbehelligt laut vor sich hin plärren“, schreibt die Gruppe auf Instagram. So werde die Fahrt mit den Öffis zu einer „nervtötenden Strapaze“. Der Vorwurf: Die BVG ignoriere das. Womöglich hat sie wichtigere Probleme.
Sie sind bleich und schlaksig und recken nach dem kalten Winter vorsichtig die Köpfe in die Luft. Gilt für Frostbeulen genauso wie für Spargel. „Wir werden Mitte nächster Woche mit der Ernte beginnen und starten erwartungsfroh in die Saison“, sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargel-Vereins, dem Checkpoint. Der abrupte Wechsel von kalt zu warm habe das Wachstum begünstigt. „Selbst begriffsstutzige Stangen konnten den Frühlingsbeginn nicht verpassen.“
Den ersten Spargel wird es schon vor Ostern geben – zu 15 bis 18 Euro je Kilo. Später dürfte der Preis auf zehn Euro sinken. Günstiger wird’s nicht, wegen des höheren Mindestlohns, sagt Jakobs. Spargelstechen bleibe eben Handarbeit. Sorgen macht den Bauern allerdings der Krieg im Iran. „Wenn das Tanken teuer ist, wird am Spargel gespart“, sagt Jakobs. Klingt nach einer neuen Bauernregel.

Und noch ein paar Lesetipps aus der Tagesspiegel-Redaktion:
+ Zweite Chance für den frühen Wechsel aufs Gymnasium: Die meisten weiterführenden Schulen mit fünften Klassen sind überlaufen. Aber es gibt noch ein paar Alternativen – diese Berliner Schulen haben noch Plätze frei.
+ Neuköllner Jugendklub bleibt geschlossen: Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung weisen Verantwortliche Vertuschungsvorwürfe zurück, Externe sollen den Vorfall aufklären.
+ 300 Jahre Konditorenhandwerk: Die Spandauerin Daniela Müller feiert das Jubiläum ihres Berufs – und kreiert Süßes zwischen Autohaus und Recyclinghof.
+ Indische Expats in Berlin: Die Hauptstadt wirbt um Fachkräfte, schützt sie aber kaum vor Ausbeutung.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Der BER stellt ein – seinen Betrieb. Morgen fallen alle 445 Starts und Landungen aus. Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Streik auf, sie fordert unter anderem mehr Geld für 2000 Beschäftigte. Der BER bittet alle 57.000 Mittwochs-Passagiere, sich wegen der Umbuchungen an die Fluggesellschaften zu wenden. Das wird ein Spaß.
Personalie: Die Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg haben einen Nachfolger für Clara Herrmann gefunden. Thomas Weigelt, 39, soll am Samstag zum Bürgermeisterkandidaten gewählt werden. Zuvor war er Bezirksverordneter und Referent zweier Justizstaatssekretärinnen, aktuell arbeitet er als Richter am Verwaltungsgericht. Dem Tagesspiegel sagte er: „Als queerer Mann möchte ich mich für einen bunten und vielfältigen Kiez einsetzen.“
Freie Fahrt an der Elsenbrücke in Treptow – zumindest teilweise. Während es am Montag über den Neubau zügig in Richtung Friedrichshain rollte, staute es sich weiter auf der Abfahrt der Autobahn. Der Grund: Die Ampel ist immer noch auf Chaos programmiert. Jetzt muss Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) zeigen, was Phase ist.
Von der Straße auf die Schiene: Das S-Bahn-Vergabeverfahren hat jahrelange Verspätung, inzwischen ist die Lage so ernst, dass der Senat Angebotskürzungen nicht mehr ausschließt. Denn bevor die neuen Züge kommen, könnten die alten auseinanderfallen. Immerhin: In einigen Wochen soll endlich die Vergabekammer in dem komplizierten Rechtsstreit verhandeln. Zeit für einen Counter?
Woanders ist der Zug, Pardon, die Limousine abgefahren: Es wurde ein Chauffeur für Autohändler (und Ex-Minister) Christian Lindner gefunden. „Der Besetzungsprozess wird gerade abgeschlossen“, schreibt ein Autoland-Sprecher dem Checkpoint. „Von der großen Zahl an Bewerbungen waren wir beeindruckt.“ Promi-Bonus.
Noch mehr Neues aus Liberalaland: Weil ihre Partei den Einzug in den Landtag Baden-Württembergs nicht geschafft hat, rasierte sich FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner als Wetteinsatz eine Glatze. Eher nichts für die hiesigen Parteikollegen: Landeschef und Spitzenkandidat Christoph Meyer trägt das Haar ohnehin luftig. Und Ex-Vize Sebastian Czaja hat Haut und Haar bekanntlich präventiv in Sicherheit gebracht.
Willkommen in der Döner-Demokratie: SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach verteilt heute in Steglitz-Zehlendorf Döner für 3 Euro. Ganz frisch ist die Idee nicht: Vor zwei Jahren verkaufte Frederic Augustin (SPD) zur Europawahl in Wedding 3-Euro-Döner. Und zur Bundestagswahl 2024 versuchte es CDU-Politiker Lasse Hansen in Moabit mit Cheeseburgern für 1 Cent. Beides lief eher so mittel.
Vielleicht muss man nur fest genug dran glauben. Unsere gestrige Stichprobe zur Kirchenzugehörigkeit (rund 2700 Personen haben abgestimmt, nicht repräsentativ) hat ergeben: 55 Prozent sind ausgetreten, 41 Prozent bleiben weiter drin, 4 Prozent befinden sich irgendwo dazwischen.
Trendsport Zaunbau: In Spandau wird „zeitnah“ eine Barriere zum Schutz vor unerwünschten Gästen errichtet. Der „glatte Schutzzaun“ soll den Kleinen Teufelssee und die Moorlandschaft Teufelsbruch vor der Besiedlung durch den Amerikanischen Sumpfkrebs schützen, regelmäßige Kontrollen inklusive (Quelle: AGH-Anfrage von June Tomiak, Grüne). Hoffentlich gibt’s da keine Verdrängung in die umliegenden Wohngebiete.
Falls Sie beim Tulpen-Rausch auf dem Breitscheidplatz leer ausgegangen sind: Günstig in die Niederlande geht’s jetzt dreimal wöchentlich mit dem neuen privaten Zug von Govolta. Für die erste Fahrt nach Amsterdam am Donnerstag gibt’s noch Tickets für 19 Euro. Heerlijk!
Die „New York Times“ hat derweil entdeckt, dass in Berlin auch mal was funktioniert – etwa die Garderobe der Deutschen Oper. Autor Christopher F. Schuetze singt in „1865 Mäntel in 15 Minuten: Ein perfekt eingespieltes Opernhaus-Team“ eine Hymne auf die Mitarbeitenden, die es mit den Gästen nicht immer leicht haben. „Diese Rucksäcke, all diese Koffer, all dieser Kram, den sie mitbringen – manchmal ist das wirklich Wahnsinn.“ Klingt nach echtem Lamento.
In Feierlaune sind rund 4600 Iren in der Stadt: Am heutigen St. Patricks Day wird in vielen Pubs mit Guinness angestoßen. Die Plattform beingirish.berlin schreibt: „Der St. Patrick’s Day fällt dieses Jahr auf einen Dienstag. Lasst euch dadurch nicht abschrecken.“ Never!
Zuletzt noch ein Blick ins Amtsblatt: Der Verein „Besser Wissen e.V.“ hat sich aufgelöst, meldet das Amtsgericht Charlottenburg. Wie das angesammelte Wissen aufgeteilt wird, ist unbekannt. Wir empfehlen mindestens zwei Teile gesundes Halbwissen.
Zitat
„Ludwig Lugmeier war ein ungewöhnlich herzlicher Mensch. Es war eine Freude mit ihm zu arbeiten.“
Der Verbrecher-Verlag zum Tod des Gangsters und Ausbrecherkönigs der 1970er Jahre, der eine zweitere Karriere als Schriftsteller startete. Lugmeier starb im Alter von 76 Jahren in Berlin.
Stadtleben
Verlosung – Alles schon mal gesehen, alles schon mal gegessen? Wie wäre es mit „The Magic Table“? Das ist ein 5-Gang-Menü inklusive Zaubershow im Grand Hyatt. Die Magie zum Mitmachen kommt vom Las-Vegas-erprobten Zauberduo Thommy Ten und Amélie van Tass, die Gänge tragen thematisch passende Namen wie „Houdini’s Escape“. Wir verlosen 1x2 Plätze! Bewerbung hier. Regulär 145 Euro (Kinder 80 Euro), Mi–So, Marlene-Dietrich-Platz 2, S/U Potsdamer Platz
Essen & Trinken – Die „Kaffeeschwestern“ betreiben ein Bistro in Tempelhof, ihre Kuchen sind aber an mehreren Orten Berlins erhältlich, zum Beispiel im „Café Kuchenliebe“. Zum Glück. Köstlich ist ihr „klassischer Käsekuchen“, auch wenn der gar nicht so klassisch daherkommt: gehaltvoll, cremig und süß, aber auch frisch, leicht säuerlich, fein salzig – ein Lieblingskuchen. Tägl. 10–18 Uhr, Gleditschstr. 27, U Nollendorfplatz
Fast für lau – Elf Heldinnen, elf Geschichten: Frauen im ominösen „mittleren Alter“ stehen im Fokus des Kurzgeschichtenbandes „Du, hier“. Sie haben sich als Geliebte, Töchter oder Mütter eingerichtet – bis etwas kippt und sie ihr Leben neu definieren müssen oder dürfen. Buchpremiere heute Abend mit der Autorin Julia Wolf im Zirkuszelt Cabuwazi (19 Uhr). 1 Euro, Tempelhofer Feld, Bus Golßener Str.
Noch hingehen – Wer aktuell nur von Urlaub auf der Insel der Schafe träumen kann: Noch bis Mittwoch läuft im Kino Babylon das 4. „Irish Film Festival“. Der Fokus dieser Ausgabe liegt auf Dublin. Heute läuft aus Gründen (s. oben) das Psychodrama „Patrick’s Day“ (18 Uhr) über einen psychisch kranken jungen Mann, der die Liebe entdeckt. Der Filmemacher Terry McMahons ist vor Ort. 10 Euro, Rosa-Luxemburg-Str. 30, U Rosa-Luxemburg-Platz
Kiekste
Dieser Beifahrer und Fan des BFC Dynamo hat beim Warten auf die Verwaltungsreform offenbar aufgegeben. Hoffentlich geht es Ihnen nicht genauso! Gesehen und fotografiert von Checkpoint-Leser Stefan Glunz am Bersarinplatz in Friedrichshain– vielen Dank! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A111: Von 21 bis 5 Uhr ist die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Anschlussstellen Schulzendorfer Straße und Am Festplatz gesperrt.
Adlergestell (Adlershof): Von 10 bis 14 Uhr ist stadteinwärts vor dem Glienicker Weg der linke Fahrstreifen gesperrt.
Uhlandstraße (Charlottenburg): Ab 3 Uhr ist die Straße bis Freitagabend in Richtung Hardenbergstraße zwischen Lietzenburger Straße und Kurfürstendamm gesperrt.
Kantstraße (Charlottenburg): Die Baustelle zwischen Fasanenstraße und Joachimsthaler Straße wird umgebaut, dadurch ist mit größeren Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
Reichpietschufer (Kreuzberg): Von 9 bis 15 Uhr ist in Richtung Klingelhöferstraße (zwischen Köthener Straße und Gabriele-Tergit-Promenade) ein Fahrstreifen gesperrt.
Mitte: Von 19 bis 4.30 Uhr werden im Tunnel Alexanderplatz die Tunnelröhren abwechselnd gesperrt.
Tiergarten: In den Nächten bis zum 20.03. wird der Tiergartentunnel in beiden Richtungen gesperrt, in Fahrtrichtung Kreuzberg jeweils von 20.30 bis 5 Uhr & in Fahrtrichtung Moabit von 21 bis 5 Uhr.
Regionalverkehr – RE2 und RE7: Von 9 Uhr bis Sonnabend, ca. 19 Uhr, kommt es zu folgenden Streckenunterbrechungen:
* RE2 zwischen Zoologischer Garten und Königs Wusterhausen
* RE7 zwischen Berlin Ostbahnhof und Königs Wusterhausen
Demonstration – Für heute sind acht Demos angemeldet (Stand 16.3., 15 Uhr), u. a. „Stoppt Hinrichtungen im Iran/Solidarität mit den Bürgerprotesten im Iran“: 30 Demonstrierende, Podbielskiallee 67 (11–18 Uhr)
„Chahahr – Shanbe – Souri. Letzter Dienstag Feier in persischen Kultur. Ende der Mullah-Diktatur (...)“: 3.500 Teilnehmende, Podbielskiallee (vor der Iranischen Botschaft) (17–19 Uhr)
„Wir pfeifen auf Stuttgart 21“: fünf Menschen, Potsdamer Platz (18.40–19.15 Uhr)
Gericht – Der Mordprozess gegen einen 50-Jährigen, der seinen Vater in dessen Wohnung getötet haben soll, könnte in die Schlussphase gehen. Der Sohn soll den schlafenden Senior zunächst mit einem Hammer geschlagen, dann mit einem Jagdmesser auf den 80-Jährigen eingestochen haben. Später habe er selbst die Polizei angerufen und die Tat gestanden (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A504).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Hanna Binke (27), Schauspielerin („Ostwind“) / Johannes Heinrichs (36), Schauspieler, seit Jahren Teil des „Linie-1“-Ensembles im Grips Theater / „Vor 50 Jahren ist‘s gewesen. Da war auf einmal Jana da. Sie hat gemacht aus Ego-Wesen. Wie uns ein braves Elternpaar. Danke für 50 bewegte Jahre, Pit und Dagi“ / Armin Petras (62), Regisseur und Dramatiker, inszenierte und schrieb u. a. für das Deutsche Theater, von 2006 bis 2013 Intendant des Maxim-Gorki-Theaters
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Prof. Dr. Marie-Theres Albert, * 6. September 1948, verstorben am 26. Februar 2026 / Matthias Koeppel, * 22. August 1937, verstorben am 26. Februar 2026 / Dietlinde Leymann (geb. Mitteldorff), * 16. März 1941, verstorben am 13. Februar 2026 / Friederike Mützel, * 11. August 1941, verstorben am 3. März 2026 / Klaus-Peter Otto, * 13. April 1942, verstorben am 2. März 2026 / Peter Schneider, * 21. April 1940, verstorben am 3. März 2026
Stolperstein – Minna Joelsohn, geb. Jonas (*1872), zieht 1934 mit Ehemann Jacob Joelsohn nach Berlin. In den letzten Oktobertagen 1941 erhält das Ehepaar die Aufforderung, sich in der Sammelstelle Levetzowstraße 7 einzufinden. Am 1. November werden sie ins Ghetto Łódź deportiert. Die fast 70-Jährige überlebt dort nur wenige Monate, sie wird am 17. März 1942 ermordet. An der Rosa-Luxemburg-Straße 18 in Mitte erinnert heute ein Stolperstein an Minna Joelsohn.
Encore
Na, ausgeschlafen? Damit qualifizieren Sie sich im Grunde schon für den Deutschen Schlafpreis. Am Freitag werden im Ritz-Carlton am Potsdamer Platz („Kingsize-Betten samt edler Bettwäsche“) „herausragende Leistungen“ auf dem Gebiet des Schlafens ausgezeichnet. Leider geht’s weniger um persönliche Bestleistungen als um die Schlafgesundheit. In der Kategorie „Botschafter des Schlafes“ ist etwa ein Kinderbuch über Schlafapnoe nominiert („Der schnarchende Opa und die Pusteblume“). Ingo Fietze, Vorsitzender Deutsche Stiftung Schlaf, mahnt: „Gesunder Schlaf ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für die geistige und körperliche Erholung.“ Wir versuchen, uns das zu Herzen zu nehmen – sobald wir herausfinden, wo dieses sagenumwobene „Bett“ im Checkpoint-Büro steht.
Putzmunter recherchiert und geschrieben haben Anne Roggensack, Björn Seeling und Anna Thewalt. Das Stadtleben hat Antje Scherer zum Leben erweckt. Die heutige Frühaufsteherin war Jasmine Dellé (Produktion). Morgen weckt Sie hier Jessica Gummersbach.
Bis bald!

