sollten Sie an diesem Morgen zunächst ein Lächeln nötig haben, empfehle ich, kurz zu unserem „Kiekste“ zu wischen und dann wieder hochzuscrollen. An alle anderen: Auf geht es.
Am Mittwochmorgen hat es eine großangelegte Razzia gegen die „Letzte Generation“ gegeben. Betroffen waren 15 Objekte, davon vier in Berlin. Im Zuge der Razzia ließ die Generalstaatsanwaltschaft Konten sowie die Website der Gruppe beschlagnahmen. Hintergrund der Aktion sind Ermittlungen gegen sieben Aktivist:innen: Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung gebildet und Spenden zur Finanzierung „weiterer Straftaten“ gesammelt zu haben. In Berlin wurde auch die Wohnung der Sprecherin Carla Hinrichs durchsucht – ihre Wohnungstür sei am frühen Morgen von mehr als 25 Polizisten aufgebrochen worden, erklärte die Gruppe. Am Mittwochnachmittag demonstrierten 300 Personen auf der Straße des 17. Juni in Solidarität mit den Aktivist:innen.
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (parteilos) sagte am Abend in den „Tagesthemen“, man könne „nicht pauschal behaupten, dass die ‚Letzte Generation‘ in ihrer Gesamtheit als kriminelle Vereinigung einzustufen“ sei. Nachprüfen lässt sie es dennoch. Der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) kommentiert die Razzia für den Tagesspiegel: „Es zeigt meine eigene Erfahrung mit einem Teil der 1.-Mai-Demonstranten in Berlin, dass der Versuch des Dialogs erfolgversprechender ist, als bloß auf das Strafrecht zu setzen.“
Berlin alaaf, oder so: Nach dreijähriger Pause startet morgen der Karneval der Kulturen. Den Anfang macht das Saufgela-, Pardon, das Straßenfest am Blücherplatz, am Sonntag folgt der große Umzug mit Lastenradparade. Das Feiervolk der Hauptstadt freut sich auf weniger Abgas im Gesicht (alte Berliner Karnevalsweisheit: für jede Minute Rollen hat ein Wagen fünf zu stehen), den Anwohnenden graut es schon jetzt vor den drei Tagen Party. Checkpoint-Leser Jörn klagt von Müll und Glasscherben, die noch im Herbst den Boden zierten – außerdem werde dem einzigen Wohnhaus am Blücherplatz erneut eine Bühne gegenübergestellt und gedröhnt, bis die Fenster vibrierten.
Geht nicht anders, sagt der Karneval dem Checkpoint: Der Blücherplatz habe wenige Orte, an denen eine Bühne stehen könne, schreibt Geraldine Hepp aus dem Leitungsteam. „Es mag vielleicht nicht so aussehen, aber alles, was auf diesem Fest passiert, ist minutiös abgestimmt mit Polizei, Feuerwehr, Produktionsfirma und Behörden. Da werden Variablen mitgedacht, an die man vielleicht als Besucher:in nicht denkt – besonders Sicherheitsbedenken.“ Das Glasverbot werde an den Ständen durchgesetzt, könne aber an benachbarten Spätis nicht kontrolliert werden. Trotzdem hält Hepp am Partyort fest: „Der Karneval würde Charakter und Bedeutung verlieren, wenn er außerhalb der Stadt oder auf einem abgezäunten Gebiet stattfinden würde.“ Karnevalstraditionen gebe es auf der Welt übrigens viele – und allen sei es gemeinsam, „etwas zu stören“.

Bestes Argument für Handgepäck: Der Berliner Flughafen. Am Samstagmorgen ist am BER ein Flug nach Antalya gestartet, berichtet Checkpoint-Leser Andreas Seifert. Bei Ankunft in der Türkei stellte sich nur leider heraus, dass kein einziger Koffer des vollbesetzten Urlaubsfliegers mitgeflogen ist – weder von den vielen Familien noch von der 20-köpfigen Sportlergruppe an Bord. Auch Tage später bleibt das Gepäck verschollen. Was ist los, lieber BER? Gute Frage, sagt der: Am Samstag sei es tatsächlich zu Einschränkungen bei der Gepäckabfertigung gekommen, sagt eine Sprecherin dem Checkpoint. Grund seien personelle Engpässe bei einem externen Dienstleister gewesen – ob auch der Flug in die Türkei betroffen war, könne man aber nicht sagen. BER: leicht reisen leicht gemacht.
Wo wir gerade dabei sind: Weil Flughafensprecher Hannes Hönemann zu Signa wechselt, sucht der BER jetzt offiziell eine neue Leitung seiner Unternehmenskommunikation. Anforderungen unter anderem: „Stressresistenz“, „Diskretion“, „politisches Fingerspitzengefühl“ und eine „positive Persönlichkeit“. Freiwillige vor!
Anzeige
Dirigent Iván Fischer steht am 2. und 4. Juni wieder am Pult des Konzerthausorchesters Berlin.
Auf dem Programm: Igor Strawinskys neoklassische Ballettmusik „Jeu de cartes“, György Ligetis schwarzhumorige „Mysteries of the Macabre“ für
Koloratursopran und Ensemble mit Anna-Lena Elbert sowie Ludwig van Beethovens „Eroica“.
Hier 3x2 Tickets für den 02.06. gewinnen.
Bei Signa dürfte Herr Hönemann ordentlich was zu tun haben: Der Krach um das geplante Signa-Hochhaus am Ku’damm geht weiter. Am kommenden Donnerstag soll eine Jury entscheiden, welcher Entwurf gebaut werden wird. Am Mittwoch wurde jedoch bekannt, dass Signa den Architekturprofessor Ansgar Schulz aus der Jury gedrängt haben soll, der sich gegen einen hohen Bau ausgesprochen hat. Schulz wurde am Abend vor dem ersten Jurytreffen im September 2022 geschasst – laut Signa angeblich, weil „die internationale Perspektive der Jury unterrepräsentiert war“. Der Vorgang sei mit dem Land Berlin abgestimmt gewesen. Merkwürdig nur, dass die Senatsbaudirektorin sich intern über die Umbesetzung beschwert hat. Und noch merkwürdiger, dass Bausenator Christian Gaebler (SPD) die Signa-Begründung in einer AGH-Anfrage jetzt fast wortgleich übernimmt. Mehr Details des Immobiliendramas hat Teresa Roelcke aufgeschrieben.
Hilferuf aus der Rosenheimer Straße: An 36 Tagen seien Heizung und Warmwasser seit Mitte März in einem Schöneberger Deutsche-Wohnen-Haus ausgefallen, schreibt ein Bewohner dem Checkpoint. Außerdem mache die Haustür Probleme. „Es wird immer nur geflickschustert und Deutsche Wohnen kümmert sich trotz x Mails und Anrufen von uns Mietern nicht um eine nachhaltige Problemlösung.“ Auf Checkpoint-Nachfrage bestätigt die DW, dass ein „wiederkehrendes, technisches Problem“ an der Heizungsanlage bisher nicht beseitigt werden konnte. Diese werde täglich kontrolliert, ein finaler Reparaturtermin könne aber „leider noch nicht definiert werden“. Bis dahin solle bald eine mobile Anlage ran.
Über die Haustürmängel will die DW die Bewohner:innen „per Aushang informieren“ (Falls sie sie nicht bemerkt haben, so, beim Raus- und Reingehen). Bald soll aber nachgebessert werden. Ob es manchmal Probleme im Kontakt mit Mieter:innen gebe? Ja, sagt die DW dem Checkpoint: In „vereinzelten Fällen“ seien Mietende mit der Kommunikation bei Störungsmeldungen „zurecht unzufrieden.“ „Wir arbeiten jedoch intensiv daran, auch diese Fälle dauerhaft zur Zufriedenheit unserer Mieter:innen zu lösen.“
Spandau muss noch wählen! Zumindest, wenn man dem Aushang am Bürgeramt Kladow glauben darf: „Das Bürgerbüro ist ab dem 07.12.2022 aufgrund der Vorbereitung der Wiederholungswahlen vorübergehend geschlossen.“ Seit einem halben Jahr ist das Amt dicht – Spandau-Experte André Görke (Newsletter hier) hat nachgehakt: „Die Situation hat sich anders entwickelt als gedacht. Das Bürgeramt in Kladow ist momentan geschlossen, da wir einige Personalwechsel gehabt haben“, sagt Stadtrat Gregor Kempert (SPD) dem Tagesspiegel. Immerhin wird eingestellt: „Wenn wir das neue Personal an Board haben, wird auch wieder geöffnet“, sagt Kempert. In 2023? „Ja, in 2023.“ Etymologie mit dem Checkpoint: Vorübergehend kommt übrigens von vorübergehen.
Anzeige
2. bis 4. Juni | Gartentrends und Ideen für das eigene grüne Paradies
Die beliebte Gartenträume-Gartenmesse lädt auf die Rennbahn Hoppegarten ein. Rund 100 Aussteller*innenbietendie aktuellen Trends für Gartengestaltung und Pflanzen, Technik und Zubehör, Outdoor-Möbel und Dekorationen. Ein Highlight: Workshops mit Pflanzenarzt René Wadas. Vergünstigte Tickets und Informationen
unter gartentraeume.com
Wo wir gerade bei Wahlen sind: Der Neuköllner CDU-Politiker Hannes Rehfeldt ist am Mittwochabend erst im zweiten Wahlgang zum Sozialstadtrat gewählt worden. Zuvor hatten mehrere Fraktionen in der BVV ihre „Irritationen“ über das Online-Verhalten Rehfeldts geäußert: Der ehemalige Falko Liecke-Sprecher hatte sich monatelang anonym im Tagesspiegel-Forum an Linken, Grünen, SPD und Klimaaktivist:innen abgearbeitet. Der Account war mit seiner Dienstadresse des Bezirksamts verknüpft – ein Großteil der Kommentare wurde während der Kernarbeitszeit des Bezirksamts verfasst. Besonders die Linken-Vorsitzende Carla Assmann kritisierte Rehfeldt am Mittwoch scharf: „Wir brauchen keinen Kommentarspaltentroll in der Leitung eines derart wichtigen Amtes.“ Der CDU-Politiker sprach in der BVV von einem Fehler, den er „sehr bedauere“.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Tina Turner ist am Mittwochabend nach langer Krankheit verstorben. Die US-amerikanische Sängerin galt als die „Queen of Rock ‘n’ Roll“. Hier lesen Sie ihren Nachruf.
Kein Glück im Scrabble? Probieren Sie es mit „Wahlen-wieder-gewinnen-und-Parteiorganisations-Kommission“! So heißt die neue Taskforce, die die Berliner SPD aus der Krise hieven soll. Als Rettungskräfte sollen Parteimitglieder und „externe Experten“ herhalten. Wie war das gleich mit dieser Lesbarkeit, die durch Gendersternchen verhunzt wird?
Anzeige
Jetzt neu: Abonnieren Sie den Tagesspiegel als gedruckte Zeitung für 65,99 € mtl. inklusive kostenlosem Zugang zur digitalen Zeitung sowie Tagesspiegel Plus und Checkpoint-Newsletter. Als Geschenk erhalten Sie das iPad 2021 und sparen 429 €.
Zum Angebot. Alternativ können Sie auch ein Gerät in Kombination mit der digitalen Zeitung erhalten.
Das hässlichste Gebäude Berlins darf bleiben! Der Mäusebunker wird vom Landesdenkmalamt unter Schutz gestellt, wie der Tagesspiegel exklusiv erfahren hat. 2020 zogen die letzten Mäuse aus den ehemaligen Tierlaboratorien der Charité in Lichterfelde aus, die Klinik wollte die schadstoffbelastete Brutalismus-Wucht eigentlich abreißen. Dagegen protestierten Architektur-Fans. Jetzt soll der Koloss umgenutzt werden – etwa mit Cafés, Forschungs- oder Kunsträumen.
Der Gerät wird nie müde: In einem Pilotversuch möchte die Charlottenburger CDU ein „Ausweisabholterminal“ an einem Bürgeramt aufstellen. „Ausweisabholterminals ermöglichen eine Abholung rund um die Uhr und sind eine attraktive und flexible digitale Erweiterung der Dienstleistung für Bürgerinnen und Bürger“, heißt es im entsprechenden Antrag. Heute Abend stimmt die BVV über die Idee ab – in der Zwischenzeit sammeln wir schon mal weitere Vorschläge, falls sich da was drehen lässt: Wofür hätten Sie in Berlin gerne einen Automaten? Wünsche bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.
Checkpoint-Leserin Kerstin vermisst ein Paket. Also ruft sie den Onlineshop an – dort versucht eine Call-Center-Mitarbeiterin, den Grund des Verschwindens herauszufinden. Plötzlich seufzt es verzweifelt am anderen Ende der Leitung: „Und Sie wohnen auch noch in Berlin...“
24 klimafreundliche Parktoiletten hat der Senat im Frühling aufgestellt. Auswahlkriterium für die Klos war nicht zuletzt die Barrierefreiheit. Blöd nur, dass das Häuschen in der Pankower Schneeglöckchenstraße auf wucherndem Rasen hinter einer beachtlichen Treppenstufe steht – immerhin: Die Rollstuhlrampen sind einladend ausgeklappt (Foto hier). Ob der Ort so barrierefrei sei, will jetzt die SPD-Fraktion vom Bezirk wissen. Titel der Anfrage in Clara-Herrmann-Manier: „Bääm da ist das Ding!“ – Antwort bisher: Fehlanzeige.
Räder hin: Die Pankower Ossietzkystraße bekommt nun doch einen Modalfilter – und der Zoff zwischen Polizei und Bezirk hat ein Ende. Die Fahrradstraße wird trotz Verbots 2020 täglich von hunderten Autos als Rennbahn, äh, Schleichweg genutzt. Die Polizei bezeichnete mögliche Modalfilter zunächst als „nicht begründbar“ und später als potenzielle Gefahrenquelle, da die Straße zur Sackgasse werde. Kompromiss der Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU): ein Wendehammer – Baustart asap.
Räder weg: 40 illegal abgestellte Fahrräder montiert das Bezirksamt Neukölln seit Mittwoch an der Weserstraße ab. Seit Langem klagen Anwohnende über die Räder, die jemand – möglicherweise als Diebesgut – paarweise an den Bügel angeschlossen hat. Jetzt werden die Fahrräder an Kiez-Organisationen übergeben.
Anzeige
Europa ein „Hotspot“ der Klimakrise: Dürren herrschen in Spanien, Frankreich – und bald auch in Deutschland? Klimawissenschaftlerin Daniela Jacob gibt im Gradmesser, dem Klima-
Podcast des Tagesspiegels, Antworten, erklärt, wie knapp unser Wasser wirklich ist, und worauf wir in Zukunft verzichten müssen.
Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Am Dienstag haben wir gefragt, welche Gegenstände Ihre Kinder schon verlegt, verkramt und vergessen haben. Aktueller Stand: Unzählige Schulbücher, Mützen und Schals; vier Jacken, drei Zahnspangen, drei Handys, zwei Schulranzen und eine Spiegelreflexkamera. Da geht noch wat! Ihre Verlier-Geschichten nehmen wir unter checkpoint@tagesspiegel.de entgegen.
Ihre Augen lechzen nach Hellgrün, Dunkelgrün, Pastellgrün, Blaugrün, Gelbgrün, Mintgrün, Neongrün, Apfelgrün, Erbsengrün, Blattgrün, Moosgrün, Olivgrün, Grasgrün, Smaragdgrün und Tannengrün? Auf ins Umland! Ideen, Routen und Ratschläge für Ihren Brandenburg-Trip liefert unser Unterwegs-Newsletter. Heute erscheint die neue Ausgabe, Thema unter anderem: Ein um ein Festival bei Jüterbog, das auch Rollstuhlfahrer:innen eine richtige Party ermöglichen will. Zur kostenlosen Anmeldung bitte hier entlang.
Zitat
„Wir könnten das einfach mal ausprobieren.“
Das sagt die neue BVG-Personalvorständin Jenny Zeller über die Vier-Tage-Woche. Jörn Hasselmann hat mit ihr gesprochen.
Tweet des Tages
NRW ist im wesentlichen Berlin ohne alles, was gut an Berlin ist.
Stadtleben
Essen & Trinken – Ein Biergarten mit Seeblick – und direkt vor der Nase ein Bootsverleih! Das Café am Neuen See ist nicht nur zu Pfingsten einen Ausflug wert. Draußen gibt es Flammkuchen, hausgemachte Limo und bayerische Schmankerl; im dazugehörigen Restaurant merkt man, dass Spargel Saison hat. Der kommt aus der Region – wie auch der erntefrische Kopfsalat und das Bärlauchpesto für die Bowls. Täglich 9 bis 24 Uhr (Restaurant), Lichtensteinallee 2, S-Bhf. Tiergarten
Last-Minute-Lesung – Da Lydia Meyer bereits ein Aufklärungsbuch geschrieben hat („Sex und so“), kann man annehmen, dass sie nicht um den heißen Brei herumredet. Heute stellt sie ihr neues Buch „Die Zukunft ist nicht binär“ vor (19 Uhr im Kulturkaufhaus Dussmann). Ihr Ansatz: Vielfalt ist längst Fakt, ALLE Menschen sind ein bisschen queer. Und das ist gut so, findet die Autor:in und Redakteur:in – emanzipatorisches Potenzial für everybody. Karten kosten 6 Euro, Friedrichstraße 90, U-Bhf. Friedrichstraße
Karten sichern – Alle reden von und mit ChatGPT, weswegen die re:publica Berlin in diesem Jahr eigentlich aus allen Nähten platzen müsste. Das dreitägige Festival für die digitale Gesellschaft (ab 5.6.) findet in der Arena Berlin und im Festsaal Kreuzberg statt und steht unter dem Motto „Cash“. Es gibt Vorträge, Workshops, Performances, zu den mehr als 1.000 Sprecher:innen gehören Maja Göpel, Igor Levit, Cory Doctorow, Mareice Kaiser, El Hotzo, Meredith Whittaker. Außerdem treten BLOND auf. Wir verlosen 3x2 Tickets! Regulär kosten die Tickets nämlich einen kleinen Batzen Geld (299/99 Euro), Eichenstraße 4 und Am Flutgraben 2, S-Bhf. Treptower Park
Noch Hingehen – Er hatte Ideale, engagierte sich in einem Friedenskreis und trug lange Haare. Alles kaum die Merkmale einer angepassten, sozialistischen Persönlichkeit. Aber eigentlich auch kein Grund, dafür umgebracht zu werden oder sich selbst das Leben zu nehmen. In „Jena-Paradies“ erzählt Spiegel-Journalist Peter Wensierski vom Leben und Sterben des Matthias Domaschk – eine wahre Geschichte aus der DDR. Lesung mit Diskussion am Dienstag (30.5., 19 Uhr) im Spionagemuseum. Eintritt frei, Leipziger Platz 9, S-Bhf. Potsdamer Platz
Grübelstoff – Schon wieder steht uns ein langes Wochenende bevor, der Pfingstmontag ist bereits der dritte Feiertag in diesem Monat! Könnte das nach Ihrem Empfinden immer so weiterbummeln oder gehen Ihnen langsam die Ideen aus?
Kiekste
„Was ist flauschig, hat ne Maske auf und kein Geld für das 49€-Ticket?“, witzelte die Berliner Polizei gestern zu ihrem Foto auf Twitter. Der possierliche Waschbär hatte sich in einen Bus der BVG geschlichen. Ohne gültigen Fahrschein! Der Busfahrer alarmierte die Polizei – und diese einen Naturschutzranger, der den blinden Passagier nahe der Endhaltestelle am Tempelhofer Damm wieder aussetzte. Gegen Abend postete die Polizei noch ein Update: Ja, dem kleinen „Rocket“ gehe es gut, wirklich! Ermittlungen hätten ergeben, dass der Ranger die Waschbärenfamilie wieder vereint habe, mithilfe einer Wärmebildkamera. Durchatmen! Ihre Flausch-Fotos gerne an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – A100/A113: Die Autobahn wird von 21-5 Uhr in Richtung Wedding zwischen AS Späthstraße und AS Oberlandstraße gesperrt. Die Vorbereitungen beginnen bereits ab 20 Uhr.
Halenseestraße (Halensee): Ab 8 Uhr bis Freitagnachmittag steht zwischen Trabener Steg und AS Messedamm nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Kreuzberg: Für die Vorbereitungen zum Straßenfest zum Karneval der Kulturen kommt es zu folgenden Sperrungen rund um den Blücherplatz.
Ab ca. 10 Uhr:
* Blücherstraße zwischen Mehringdamm und Mittenwalder Straße
* Zossener Straße zwischen Gitschiner Straße und Baruther Straße
* Johanniterstraße zwischen Zossener Straße und Brachvogelstraße
Ab ca. 18 Uhr (kann auch vorgezogen werden):
* Tempelhofer Ufer und Gitschiner Straße Richtung Kreuzberg ab Mehringdamm bis Alexandrinenstraße
* Hallesche-Tor-Brücke
* Zossener Brücke
Nahverkehr – S1, S25 und S8: In der Nacht von 22-01.30 Uhr ist der S-Bahnverkehr zwischen Schönhauser Allee und Bornholmer Straße unterbrochen.
Demonstration – Für heute sind elf Demos (Stand 24.5., 13 Uhr) angemeldet, u.a. „Hände weg von unseren 170 Bäumen und dem Spielplatz im Grünen Kiez Pankow!“: 15 Teilnehmende, BI Grüner Kiez Pankow, Niederkirchnerstraße 5 (9-10 Uhr)
„Mut zu antirassistischer Migrationspolitik – anlässlich der Vorkonferenz zur IMK“: 20 Menschen, Flüchtlingsrat Berlin, Leipziger Straße 3 (11-13 Uhr)
„Reform der juristischen Ausbildung“: 200 Demonstrierende, Bündnis zur Reform der juristischen Ausbildung e.V., Schönhauser Allee 36 (11-16 Uhr)
„H48 bleibt! – Keine Verdrängung unter dieser Adresse“: 500 Protestierende, Hermannshöfe e.V., Hermannstraße 40 (17-22 Uhr)
„Mahnwache für Rundfunkfreiheit“: 20 Menschen, Leuchtturm ARD, Masurenallee (18-20 Uhr)
Gericht – Der Prozess gegen einen mehrfach vorbestraften Rechtsextremisten aus Thüringen geht weiter. Der 47-Jährige soll über das Internet T-Shirts und CDs mit Hakenkreuzabbildungen und anderen verbotenen Kennzeichen vertrieben haben (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 105).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Markus Brzenska (39), Fußballspieler, Energie Cottbus 2009-2014 / Friedrich Dieckmann (86), Schriftsteller und Publizist / Friederike Fless (59), Archäologin, Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts /
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Marianne Sydow, geb. Metzelthin, * 12. Oktober 1941 / Cornelia Ringel, verstorben am 27. April 2023 / Uta Störmer, * 15. Juni 1945 / Sigurd Trautmann, * 26. September 1940 / Prof. Dr Manfred Zaumseil, * 26. Februar 1943
Stolperstein – Lilli Zippert wurde am 25. Mai 1893 in Berlin geboren. Mit Ludwig Marcuse hatte sie zwei Kinder: Daniel und Mirjam. Nach mehreren Schlaganfällen starb Ludwig Marcuse 1940. Freunde boten an, die Kinder zu verstecken, diese wollten sich aber nicht von der Mutter trennen. So wurden alle drei am 17. November 1941 nach Kowno deportiert und dort am 28. Dezember 1941 erschossen. An die Familie erinnert ein Stolperstein im Luisenweg 10 in Reinickendorf.
Encore
Falls Sie noch ein Ausflugsziel fürs Wochenende suchen: Auf in den Norden! Heute kehren zwölf „Publikumsmagnete mit enormer Strahlkraft“ ins Tegeler Fließ zurück, schreibt die Reinickendorfer Bürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU). Gemeint sind die Wasserbüffel, die der Bezirk bereits „sehnsüchtig erwartet“. Die Tiere grasen seit 2015 jeden Sommer auf der Weide an der Mühlenfeldstraße. Ob man sie wohl streicheln darf? Nö, sagt der Bezirk: Die Büffel seien zwar „sehr gutmütig“, aber zu nahekommen solle man ihnen lieber nicht. Besonders gut sieht man die Tiere übrigens von den Infotafeln aus, wenn sie sich nicht gerade verstecken. Checkpoint-Tipp: Fernglas mitbringen!
Diesen sehnsüchtig erwarteten Checkpoint hat Lionel Kreglinger in Ihre Postfächer flattern lassen. Thomas Lippold hat recherchiert, Antje Scherer hat das Stadtleben geschrieben. Morgen erwartet Sie an dieser Stelle wieder Publikumsmagnet Daniel Böldt – mit enormer Strahlkraft, versteht sich. Kommen Sie gut durch den Tag!

