der bundesweite Vorlesetag ist zwar schon eine Woche her, der Landesrechnungshof hat der schwarz-roten Koalition gestern trotzdem nochmal ordentlich die Leviten gelesen. „Berlin kann die immer weiter steigenden Ausgaben auf Dauer nicht verkraften“, sagte die Präsidentin des Rechnungshofs, Karin Klingen. „Immer mehr Schulden aufzunehmen, ist keine Lösung.“
Berlins Schuldenberg, der vor der Corona-Pandemie sogar leicht sank, wird bis zum Jahr 2029 auf 84 Milliarden Euro anwachsen. Problematischer als das ist das strukturelle Defizit von zwei Milliarden Euro pro Jahr – also Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben. Berlin, so die bittere Erkenntnis, wird in den kommenden Jahren weiter sparen müssen.
Die gute Nachricht: Spielraum gibt es durchaus. Unser Kollege Alexander Fröhlich hat die größten Fälle von Steuerverschwendung, die der Rechnungshof anprangert, hier zusammengetragen (T+).
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Einen weiteren Fall ergänzen wir gleich hier: Weil in der Berliner Verwaltung immer noch nicht alle PCs auf Windows 11 umgestellt worden sind, drohen Zusatzkosten in Millionenhöhe. Auf rund 30.000 Rechnern lief bis Anfang November noch Windows 10. Weil es dafür bereits seit Mitte Oktober keine regulären Sicherheitsupdates von Microsoft mehr gibt, muss ein kostenpflichtiges Programm Abhilfe schaffen.
Kosten: 63,18 Euro pro PC und Jahr, insgesamt also rund zwei Millionen Euro. Die Senatskanzlei beruhigt: „Es wird davon ausgegangen, dass der genannte Betrag aufgrund der fortschreitenden Umstellung nicht in dieser Höhe erreicht wird.“ Na dann.
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Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Beamtenbesoldung sorgt für rauchende Köpfe in der Senatsfinanzverwaltung. Erste Grundsatzentscheidungen zum Umgang mit dem Beschluss aus Karlsruhe wurden bereits getroffen, zudem gibt es eine erste Schätzung zu den Kosten. Details dazu erfahren Sie heute exklusiv in der Checkpoint Langstrecke.
Außerdem verraten wir Ihnen, warum neue Parkraumbewirtschaftungszonen im kommenden Jahr eher nicht zu erwarten sind und warum die U3-Verlängerung zum Mexikoplatz bald ein Fall für den Bundesrechnungshof werden könnte.
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Der Treck – Fotografien einer Flucht 1945
Januar 1945: 300 Menschen fliehen aus Lübchen in Niederschlesien. Ein einzigartiger Fotobestand hält den Treck nach Westen fest.
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Seinen Diskus warf der Berliner Christoph Harting einst zu Olympia-Gold, jetzt versetzt er der Berliner Olympia-Bewerbung den nächsten Stoß: „Berlin schafft es nicht“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung des „NOlympia“-Volksbegehrens. Dabei ist die Stimmung in der Bevölkerung mit Blick auf Olympia in Berlin ohnehin schon im Keller. Inzwischen streiten sogar die Wirtschaftsverbände IHK und VBKI miteinander, ob Berlin sich die Energie nicht lieber für eine Expo-Bewerbung sparen sollte.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) sagen dazu, für Freitagmorgen kurzfristig eine Pressekonferenz „zum Stand der Bewerbung für die Olympischen Spiele“ einzuberufen. Zeit wär‘s, dass die Olympia-Fans lauter werden. Nur wo sind die eigentlich? Seit Juli sammelt der Landessportbund Unterschriften für eine Volksinitiative Pro-Spiele. 20.000 müssten dafür zusammenkommen.
Doch die hat der LSB trotz 809.000 Verbandsmitgliedern auch nach fünf Monaten noch nicht aufgetrieben. „Wir werden kurz vor Weihnachten fertig sein", sagte Direktor Friedhard Teuffel dem Checkpoint. Olympia-Begeisterung wird man dem DOSB so kaum vermitteln können.
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Telegramm
Die letzte Streikwelle bei der BVG ist keine acht Monate her, schon droht der nächste Arbeitsausstand bei Bus und Bahn. Am Donnerstag hat Verdi der BVG ihre Forderungen für die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag übermittelt. Für die Beschäftigten fordert die Gewerkschaft nach dem üppigen Gehaltsabschluss 2025 nun unter anderem 33 Urlaubstage und 500 Euro mehr Urlaubsgeld. Streiks könnten ab dem Frühjahr 2026 stattfinden.
Bahn frei heißt es ab dem Frühjahr dafür für Steffen Krachs Wahlkampf in Berlin. Zu Beginn der Osterferien 2026, also ab dem 23. März 2026 will sich der SPD-Spitzenkandidat von seinem Amt als Hannovers Regionspräsident beurlauben lassen, heißt es in einer E-Mail von Krach an die Beschäftigten der Verwaltung, die dem Checkpoint vorliegt. Den finalen Beschluss dazu soll die Regionsversammlung am 16. Dezember treffen.
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Am Montag, den 1. Dezember um 20 Uhr im Theater Wühlmäuse
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Der Blaue Montag – die ganze Stadt in einer Show.
Ein bisschen bigott war es schon, was sich gestern auf der gemeinsamen Konferenz der Landesparlamente Berlins und Brandenburgs abspielte. Politiker, die sich ansonsten oft bei Kürzungsforderungen gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk überbieten, kritisierten auf einmal, wenn ein Sender genau das tut . Anlass für die Aufregung: Der RBB streicht das einstündige Magazin „Heute im Parlament“ aus dem Programm, weil es kaum jemand guckt.
Das Sport- und Erholungszentrum – besser bekannt als SEZ – wird Geschichte. Die umstrittenen Abrissarbeiten haben begonnen, erste Bagger rollen auf dem Gelände. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) will dort unter anderem 550 neue Wohnungen bauen.
Die durchschnittliche Abiturnote in Berlin betrug in diesem Jahr 2,3. Zwischen den einzelnen Schulen sind die Unterschiede jedoch groß, von 1,5 bis 3,1 ist alles dabei. Welche Schule wie abgeschnitten hat und wie hoch die jeweilige Durchfallquote war, erfahren Sie hier. Wichtig: Die Werte sagen nicht unbedingt etwas über die Qualität der Schule aus.
Sagt mal, wo kommt ihr denn her? 56 Prozent der Berlinerinnen und Berliner wurden außerhalb der Stadt geboren und machen Berlin zu dem, was es ist: eine aufregende und internationale Metropole. Über ein Tool, das die Kollegen der „Zeit“ gebaut haben, kann man nun nachschauen, welche Geburtsorte besonders hervorstechen. Die Top 3: Hamburg (23.632 Menschen), Damaskus (20.101) und München (16.794).

Ein Spielplatzbesuch mit Kleinkind kann schnell mal in die Hose gehen. Die Reinickendorfer CDU will den Windelwechsel auf den bezirklichen Spielflächen erleichtern und schlägt im Bezirksparlament vor, dass der Bezirk seine Spielplätze künftig mit wind- und regengeschützten Outdoor-Wickeltischen ausstatten soll.
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Auch eine Form der Zwischennutzung: Während im Senat noch um die Zukunft des geschlossenen Flughafens Tegel gerungen wird, macht sich in den alten Gebäuden am Rollfeld ein ganzer Zoo breit. Die zuständige Tegel Projekt GmbH sucht jedenfalls einen Schädlingsbekämpfer. Aufgaben: etwa 1000 Meter Taubenabwehr-Stachel verlegen, Wespennester entfernen, Mottenfallen verkleben, Marder und Waschbären vertreiben und “akute Rattenbekämpfung”.
Wer den Adventsbummel und Weihnachtseinkauf mit einem guten Zweck verbinden will, kann sich auf dem Blood X-mas Markt vor der Charité anzapfen lassen. Zur Musik von “Lord of the Lost” oder vom Berliner Kneipenchor können Besucher auf dem Charité-Campus Mitte heute und morgen Blut für die Blutbanken der Klinik spenden. Den Glühwein davor müssten Sie sich verkneifen. Alle Erlöse des Marktes kommen der Kinderkrebsstation der Charité zugute.
Sie sind heiß diskutiert und werden gerne mal geklaut (Checkpoint von Mittwoch). Die Rede ist, na klar, von Pollern. Falls Sie sich, wie der CDU-Abgeordnete Lucas Schaal, schon mal gefragt haben, was so ein kontroverser Pfosten kostet. Der Stückpreis liegt bei 300 bis 400 Euro. So hat das Bezirksamt Mitte jedenfalls für die neue Fahrradstraße in der Melchiorstraße kalkuliert.
Zitat
„Ohne den BER gäbe es den Checkpoint nicht. Also war das vielleicht auch für etwas gut.“
BER-Chefin Aletta von Massenbach über die leichte Verzögerung bei der Eröffnung des Flughafens (für die sie nichts konnte).
Kiekste
Auch wenn es wieder kälter ist, liefert unsere Stadt herzerwärmende Momente – festgehalten von Leser Jens Fischer an der Otto-Suhr-Allee. Schicken Sie Ihre Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Michael Eissenhauer (69), Kunsthistoriker, war von 2008 bis 2022 Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin / „Lieber Hasenfuß, geschafft! Alles Gute zum verdienten neuen Lebensabschnitt. Viele neue Abenteuer wünschen V, S + F“ / „Sabine Konnopka (69): herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag der besten O-Ma der Welt von Lenni & Kerstin, wir haben dich sehr lieb“ / „Meine geliebte Frau Sabine, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Ich genieße jeden Tag mit dir und freue mich auf noch viele wunderbare Jahre mit dir. Dein Achim“ / „Susanne, unsere Mama, feiert heute Geburtstag. Möge Dein neues Lebensjahr voller Freude, Gesundheit und vieler strahlender Tage sein. Να τα εκατοστήσεις! Χρόνια πολλά, von Deinen Lieben.“ / Emilia Schüle (33), Schauspielerin („Freche Mädchen“, „Wunderschön“)
Sonnabend – Juliane von Friesen (75), 2001-2002 Berliner Senatorin für Wirtschaft und Technologie / „Felix Hackenbruch, Team Checkpoint lässt dich hochleben!“ / Fabian Reese (28), Fußballspieler, Stürmer und Kapitän bei Hertha BSC / Susanne Schädlich (60), Autorin und Übersetzerin, auf ihrem Buch „Briefe ohne Unterschrift“ beruhte eine gleichnamige Ausstellung im Museum für Kommunikation in Berlin
Sonntag – Claudia Geisler-Bading (60), Schauspielerin und Professorin für Bühnenschauspiel an der Filmuniversität Babelsberg / Heinz Rudolf Kunze (69), Musiker („Dein ist mein ganzes Herz“) und Schriftsteller, schrieb „Regen in Berlin“ / „Gerhard Müller wird 81: Herzlichen Glückwunsch Gerd, ich passe auf, dass kein Regentropfen uns erschlägt und wünsche uns noch ganz viele vergnügliche Tage miteinander. 1000 Küsse Martina H.“ / Sido (45, bürgerlich: Paul Hartmut Würdig), Rapper („Mein Block“), 2005 belegte er beim Bundesvision Song Contest den dritten Platz für Berlin / Nadja Zivkovic (47), Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf (CDU)
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Birgit Eichelbaum (geb. Zieske), * 10. Januar 1945, verstorben am 26. Oktober 2025 / Bernd Häusler, * 6. Juni 1945, verstorben am 15. November 2025 / Prof. Dr. Jürgen Kromphardt, * 25. November 1933, verstorben am 16. November 2025 / Prof. Dr. Eberhard Max Friedrich Schult, * 7. Januar 1943, verstorben am 10. November 2025 / Peter Stamm, * 11. September 1931, verstorben am 3. November 2025 / Sven Stemmann, * 31. Juli 1963, verstorben am 27. Oktober 2025 / Dr. Sebastian Sendler, * 23. März 1960, verstorben am 3. November 2025 / Martin Stuber, * 31. März 1964, verstorben am 8. November 2025
Stolperstein – Margarethe Wilhelm geb. Bry (*1882) war verheiratet mit dem Getreidegroßhändler Louis Leiser Wilhelm. Das Paar hatte drei Kinder. Nachdem Louis 1941 gestorben war, lebte Margarethe mit ihrer Schwester zusammen. Als beiden Frauen im Januar 1942 die Deportation drohte, flüchteten sie in die Illegalität. Vor allem eine befreundete Familie unterstützte die beiden Frauen und versorgte die zuckerkranke Margarethe mit Medikamenten. Am 28. November 1942 nahm sie sich mit einer Überdosis Schlafmittel das Leben. An Margarethe Wilhelm erinnert ein Stolperstein in der Rosenheimer Straße 5 in Schöneberg.
Encore
Die Deutsche Bahn führt in dieser Woche eine vorweihnachtliche Sonder-Reinigungsaktion in ausgewählten Berliner Bahnhöfen durch. „Am sogenannten Adventsputz beteiligen sich auch Mitarbeitende der Mieter:innen sowie rund 35 DB-Mitarbeitende, um im und um den Bahnhof herum anzupacken“, heißt es in der Pressemitteilung. „Sie nehmen sich Bahnsteige, Treppen, Bedienflächen an Automaten, Taubenvergrämungsanlagen, Mobiliar und Vitrinen vor.“ Sogar das „mühsame Entfernen von Aufklebern und Kaugummis gehört dazu“.
Frage: Kann nicht immer Weihnachten sein?
Immer wieder Freude bereit die Zusammenarbeit im Checkpoint-Team (nicht nur in der Vorweihnachtszeit). Dabei waren dieses Mal: Valentin Petri (Texte und Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jennifer Katona (Produktion).
Morgen geht’s hier mit Jessica Gummersbach ins erste Adventswochenende!
Auf bald!
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