„Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt.“ Was einst für Berlin galt, ist jetzt wichtig für Minsk – für die Menschen, die um ihr Menschenrecht auf Freiheitsrechte kämpfen, gegen alle Festnahmen (aktuelle Entwicklungen hier) und alle illegitime Macht, die Europas letzter Diktator Alexander Lukaschenko bis zur letzten Patrone gegen sein eigenes Volk walten lassen will. Nun organisieren auch Menschen in Berlin den Widerstand, um in Belarus zu helfen – wie Ann Shkor. Die 30-Jährige ist in Minsk aufgewachsen und gründet gerade mit Mitstreitern den Verein „Belarus Razam“ (Belarus zusammen), regelmäßig demonstrieren sie am Potsdamer Platz ihre Solidarität. „Für uns ist das sehr emotional, wir fühlen uns machtlos und haben riesige Angst um unsere Freunde und Familien in Belarus“, erzählt Shkor am Checkpoint-Telefon. Als „surreal“ erlebt sie die Ereignisse in ihrer Heimat. „Eigentlich ist Minsk eine sichere Stadt. Nun sind die Menschen selbst am Tag nicht mehr sicher.“
Der neue Hilfsverein, der schon Unterstützer in Hamburg und Nordrhein-Westfalen hat, will sich auch um verletzte Protestierende kümmern. Dafür werden Spenden gesammelt und Gespräche mit Kliniken in Deutschland geführt. Die Diakonie in Düsseldorf habe bereits Hilfe angeboten, erzählt ein Beteiligter, der seinen Namen aus Angst nicht öffentlich sagen möchte – mit Charité und Vivantes in Berlin gebe es Gespräche. Allerdings versuchten die belarussischen Behörden, die Ausreise von Verletzten zu verhindern und benötigte Dokumente zurückzuhalten, berichten Aktivisten. In einem Land in Europa, das auf Einschüchterung gebaut ist, überwinden Menschen Tag für Tag ihre Angst neu für die Demokratie. Für sie bleibt es wichtig, dass unsere Augen sie weiterhin sehen.
Und auch uns selbst schulden wir das: dass wir als frei lebende Menschen so frei sind, Mitmenschen zu unterstützen, die in Staaten, die lupenreinen Diktaturen gleichen, für mehr Menschlichkeit kämpfen und dafür gefoltert oder gar fast ermordet werden. Menschen wie dem Kremlkritiker Alexej Nawalny, der in unserer Stadt immer noch im Koma liegt (die Erkenntnisse der Charité zum mutmaßlichen Giftanschlag in Russland auf ihn finden Sie hier), schulden wir unseren Blick. Erst recht in Berlin, der Stadt, die sich ihre Freiheit auch immer erkämpfen musste. Und dabei auf die Augen der Welt zählen konnte.
Mitarbeit: Rebecca Barth
Nach diesem Sommer reiben wir uns die Augen; verwundert darf allerdings niemand darüber sein, was wir dabei sehen: Die Politik kämpft nach allzu lockeren Urlaubswochen darum, dass die Corona-Pandemie nicht zur Dauerwelle wird – und setzt dabei auf Labore am Rande ihrer Reagenzglas-Kapazitäten und Gesundheitsämter, die in der eigenen Zettelwirtschaft untergehen. Immerhin im Berliner Senat weiß man, was man jetzt will: Dort soll – laut einer internen Vorlage für die heutige Sitzung – beschlossen werden, dass sich künftig die Gesundheitsverwaltung um die „Planung und Umsetzung der nationalen Teststrategie“ kümmert. Die Strategie bräuchte es dazu allerdings noch.

Tja, in diesem Jahr müssen wir viele Kröten schlucken, aber müssen es auch noch die Frösche aus dem Kreuzberger Viktoriapark sein? Eigentlich sind die Erdkröten und Grasfrösche, die ihren Nachwuchs in zwei Tümpeln am Fuße des weltbekannten Wasserfalls zeugen, ja bezirksberühmt. Doch weil in diesem Frühjahr monatelang Pumpe war und das Amt die Pumpen reparierte, fiel gar kein Wasser vom Fall und die Laichzeit wegen Trockenheit aus (via „Kiez und Kneipe“). Kreuzbergs Stadtnatur-Ranger Toni Becker spricht von einer „mittelschweren Unpässlichkeit“. Aber Frösche kennen das ja: Laichen pflastern ihren Weg.
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Besondere Einblicke in die jüdisch-deutsche Geschichte
„Die Geschichte der Juden hat sich nicht geändert – aber unsere Perspektive darauf. Mit unserer neuen Ausstellung reagieren wir auf veränderte Sehgewohnheiten und auf einen neuen Forschungsstand“, sagt Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin. Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte nach 1945: Diese reicht vom Umgang mit der Zäsur des Holocaust über den Neubeginn jüdischen Lebens in der BRD und der DDR bis hin zur Migrationsgesellschaft im heutigen Deutschland.
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Früher an der Mauer, heute auf der Lauer liegt man in Treptow. Hier soll auf Berliner Erden etwas Seltenes entstehen: bezahlbare Wohnungen, genossenschaftlich finanziert, direkt auf dem Mauerstreifen zwischen Alt-Treptow und Neukölln. Das Bauschild steht schon – doch laut unserem Bezirksrechercheur Thomas Loy könnte es sein, dass bald ein Transparent draufgeklebt wird: „Verhindert durch die SPD.“ Und das kommt so: Die Baugenossenschaft DPF will 101 Wohnungen bauen, auf eigenem Grundstück, kriegt dafür aber keine Genehmigung vom Bezirk. Der Bauantrag wurde schon im September 2019 gestellt, im Frühjahr wollten die Baugenossen loslegen. Doch SPD-Genosse Rainer Hölmer, Baustadtrat, gab nur rotes Licht, weil seine Bauamtsleiterin den Entwurf ablehnt. Die Gebäude seien zu massiv, Abstände zu gering, sagt Hölmer auf Checkpoint-Nachfrage. Außerdem sei der Entwurf nicht mit dem Bauamt abgestimmt gewesen. Das weist DPF-Vorstand Andreas Böhm zurück: „Es gibt einen Vermerk.“ Nebenan sind die „Bouchégärten“ entstanden, dicht bebaut mit sieben Etagen und einem Querriegel, sagt Böhm, „warum sind die genehmigt worden?“
Die Genossenschaft klagt jetzt wegen Untätigkeit vor dem Verwaltungsgericht. „Wir wollen günstigen Wohnraum schaffen, auf einem Grundstück, das inzwischen 20 Millionen Euro wert ist“, sagt Böhm. Die DPF habe beim Erwerb 2007 nur ein Bruchteil davon bezahlt. Würde sie es verkaufen, wären die Baugenossen reich, und Hölmer hätte ein reichhaltiges Problem, weil dann nur teurer Wohnraum entstehen würde, „das ist Verrat an seinen Wählern“, schimpft Böhm. 400 Interessenten gebe es schon für die Wohnungen, mehrere SPD-Politiker hätten sich eingeschaltet, inzwischen liegt der Streitfall bei der Wohnungsbauleitstelle. „Wir haben ein großes Interesse daran, hier eine genehmigungsfähige Lösung zu finden“, sagt Hölmer. Die Berliner SPD sicher auch. Dafür müsste man in Treptow allerdings aufhören zu mauern.
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Das Land Berlin ist mit rund 125.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region. Wir bieten in den vielfältigsten Tätigkeitsfeldern Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten, sichere Jobs und das Wichtigste schlechthin: sinnvolle Arbeit für das Gemeinwohl.
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Wenigstens in der Landesregierung will man nicht behämmert sein und schraubt weiter an der Bauverwaltung herum. Neben dem neuen Bausenator Sebastian Scheel (Linke) soll nun eine neue Staatssekretärin beim Wohnungsneubau mehr Nägel mit Köpfen machen: Wenke Christoph. Die Geografin, die heute im Senat benannt werden soll, war Bundessprecherin des Linken-Jugendverbandes Solid, koordinierte bei der linken Landesstiftung „Helle Panke“ den Arbeitskreis „Linke Metropolenpolitik“ und war bei der Linken-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung Referentin für Mittel- und Osteuropa. Berlins Mietendeckel sieht sie als „Beschluss mit europäischer Dimension“. Einfach mit links durchsetzen lässt der sich freilich nicht. Denn der Deckel muss noch halten, was er verspricht. Und erst mal halten.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung wurde das Veranstaltungsformat „Linke Metropolenpolitik“ unter einem abweichenden Titel angeführt.
Falls Sie Berlins Nahverkehr unterirdisch finden: Bald (berlinisch für: ab Herbst 2022) gehen die ersten 24 von irgendwann bis zu 1500 neuen U-Bahn-Wagen ins Netz. Und die Linie U5 zwischen Hauptbahnhof und Hönow erwacht am 4. Dezember 2020 tatsächlich aus ihrem jahrelangen Tunnelschlaf. Ein Erweckungserlebnis auch für Berlins alte Mitte, in der gerade die Friedrichstraße auto- und noch sinnfrei in sich selbst versinkt (Foto von Lorenz Maroldt hier). Immerhin, nebenan entsteht oberirdisch eine ganz neue Meile, die zuletzt unter ferner lief: Unter den Linden.
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Wie lange braucht es nach 367 Tagen in türkischer Haft, um wieder im Berliner Alltag anzukommen? In der neuen Podcastfolge „Eine Runde Berlin“ spricht der Journalist Deniz Yücel mit Ann-Kathrin Hipp über seine Zeit im Gefängnis, die Macht des Schreibens und AKP-Anhänger in Deutschland. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Besser laufen hätte es für Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) schon lange müssen. Doch statt besser zu laufen, fuhr sie mit einer Bahncard 100 erster Klasse durch das Land und ihren politischen Problemen davon. Kostenlos bekommen hat sie die Kostenlos-Fahrkarte 2015 und 2016 für ihre Termine im Bundesrat, der bahnbrechende 3,3 Kilometer von ihrem Dienstsitz entfernt liegt. Egal, an einer „auswertbaren Sitzung“ des Bundesrats nahm Scheeres sowieso nicht teil.
Rechtlich ist das alles nicht zu beanstanden (dennoch musste die „Bild“-Zeitung die Veröffentlichung der 89 davon profitierenden Politiker einklagen). Und die Bildungsverwaltung versuchte es mit der Selbstverteidigung von Scheeres am Montagabend so: „Die Bundesratstätigkeit ist nicht nur an den Standort Berlin gebunden.“ Ein Sprecher verwies dafür auf die Familienministerkonferenz und die Kultusministerkonferenzen (KMK), zu denen Scheeres mit der Bahncard gereist sei. Die Familienministerkonferenz findet einmal jährlich statt, die KMK viermal im Jahr – davon dreimal in Berlin. Regulär kostete die Bahncard 100 damals 6890 Euro. Bei der Bahn fahren Schüler kostenlos, Schulsenatorinnen offenbar instinktlos.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Was hat eigentlich Friedrich Merz gemacht, also in der Corona-Quarantäne? Skatkarten bestellt, erzählte der CDU-Noch-Immer-Kanzlerkandidaten-Kandidat am Montagabend bei einem Talk der „Rheinischen Post“. Reizender macht ihn das auch nicht gerade.
Amerika hat die Wahl: Vertraut es Donald Trumps Schwester Maryanne Trump Barry, die sagt: „Donald ist grausam und prinzipienlos“? Oder schlägt es sich auf die Seite von Donald Trumps Sohn Donald Trump Jr., der zuletzt zur Corona-Politik twitterte: „Ich würde gerne mal wissen, wie viele falsch positiv getestete Personen es in Amerika gibt.“ Das Familienduell im Trump Tower geht weiter – folgenlos mit immer neuen Folgen.
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Die neue Saison der Berliner Philharmoniker beginnt – dabei sein ist alles! Kommen Sie in die Philharmonie Berlin oder erleben Sie das Orchester in seinem virtuellen Konzertsaal, der Digital Concert Hall. Im Vorfeld der Saisoneröffnung am 28. August sind Tickets für die Digital Concert Hall stark vergünstigt – mehr Informationen gibt es hier.
Wir kommen nun zur Lösung aller Probleme in einem Satz – zumindest für die Frage, ob Berlin sich giftige Heizpilze vor jedes Restaurant stellen soll, damit im Herbst alle weiter abstandshalber draußen sitzen können. Unser Leser Rüdiger Becker schlägt vor: „Alle Gastwirte, die lückenlos sämtliche Belege mit den erfassten Kontaktdaten ihrer Gäste aus den letzten vier Wochen vorlegen können, bekommen die Genehmigung für Heizpilze.“ Das wären wohl wenige genug, um die Umwelt und alle Nerven zu schonen. Darauf ein ungeheiztes Pils!
Weinen zum Wein lässt sich am besten bei der Berlinale. Die größten Filmfestspiele der Welt wollen gerne im Februar wieder stattfinden dürfen; mit Menschen, die im Kino sitzen und die Klappe halten, schon wegen Corona. Statt Preise für den besten Schauspieler und die beste Schauspielerin sollen dann nur noch die beste Hauptrolle und die beste Nebenrolle gekürt werden. Eigentlich unnötig, denn diese Preise sind seit Jahren in bester Hand: beim Publikum und beim Potsdamer Platz. Ohne ist der immer so von der Rolle.
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Beim Großreinemachen in Reinickendorf geht es nicht ganz sauber zu, zumindest nicht in der CDU. Bezirksbürgermeister Frank Balzer gab intern bekannt, er wolle jetzt lieber ins Abgeordnetenhaus, seine Nachfolge will er aber wohl nicht Stadträtin Katrin Schultze-Berndt überlassen, wie meine Kollegin Ronja Ringelstein berichtet. Vor den parteiinternen Wahlen sollen Mitglieder aus anderen Bezirken offenbar den Kreisverband bereinigen; bekannte Gesichter aus dem Kiez dagegen kehren sich ab. Tief im Nordwesten, wo die Hoffnung auf eine neue Berliner CDU zerstaubt.
Kurz vor dem Klingeln noch drei Meldungen aus der Schule:
1) Greta Thunberg, die schwedische Klimaaktivistin, geht nach einem Jahr Klimastreik wieder zur Schule (Foto hier) – für die Welt nimmt sie sich aber weiter öfter frei.
2) Sandra Scheeres, Berlins Bildungs- und Bahncard-100-Senatorin, geht nach bald 10 Jahren Amtsstreit in den politischen Ruhestand – und erhöht damit die Wahlchancen der Berliner SPD.
3) Berlins Lehrerinnen und Lehrer sollen bald alle eine E-Mail-Adresse bekommen, schreibt Oliver Voß in unserem „Background Digitalisierung & KI“ (Probeabo hier). Wenn das so rasant weitergeht, gibt es an Berlins Schulen bald digitalen Unterricht, vielleicht schon beim vierten Corona-Lockdown.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Schnell noch rübergerannt zu Berlins ältestem Sportlehrer. Frank Bär ist 74 und vermittelt in der Grundschule in der Köllnischen Heide, worauf es beim Laufen und im Leben wirklich ankommt. Zum Beispiel dem zwölfjährigen Hussein aus der 6b, ein quirliger Typ mit leuchtend grünen Schuhen, der beste Sportler in der Klasse. „Er hat lange nur eine Zwei im Sport bekommen, weil er nicht gelernt hat, mit Niederlagen umzugehen“, erzählt Bär. „Er hat sich auf den Boden geworfen und geheult, wenn er nicht gewonnen hat.“ Also hat ihm Bär immer wieder erklärt, dass Niederlagen zum Sport, zum Leben gehören. Dass jeder gewinnen könne, aber es mehr wert sei, wenn jemand verlieren könne. „Inzwischen hat er es begriffen“, sagt Bär. Hussein hat nun eine Eins im Sport. Frank Bär auch.
So, jetzt noch kurz nach Spandau rausschippern: „Wannsee in Flammen“ fällt wahrscheinlich ins Wasser, schreibt André Görke im Bezirks-Newsletter. (Bestellung für Ihren Kiez hier). Und wie löschen Sie in diesem Jahr den Durst, mal rauszukommen?
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Hört auf, nach dem G-Punkt zu suchen. Wir haben schon genug Probleme mit den Körperteilen, die wir kennen.“
Sexualtherapeutin Ruth Westheimer im Interview für Tagesspiegel Plus.
Tweet des Tages
Die häufigsten Todesursachen in der Schweiz: Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Krebs; Unfälle; Gewalteinwirkung; deutsche Touristen in Zürich erhalten die Rechnung im Restaurant.
Antwort d. Red.:
Stadtleben

Essen & Trinken – Egal ob Filterkaffee oder Espressogetränke: Im Coffee Circle Café kommen ausschließlich hauseigenen Röstungen in die Tassen und To-go-Becher. Seit einem Jahr gibt es das Onlinelabel auch offline in der Lindower Straße 18 in Wedding. Für den kleinen Hunger werden u. a. Bagel, Zimtschnecken oder ein Rugelach (jüdisches Schokoladencroissant) kredenzt. Im hinteren Teil des Cafés finden in Zukunft Workshops rund um Kaffee, Espresso oder Latte Art statt. Das Team hilft auch beim richtigen Equipment: Sie bieten ausschließlich Zubehör an, welches sie selbst getestet haben. Kaffee- und Espressopackungen gibt es auch zum Mitnehmen – pro verkauftes Kilo wird 1 Euro an Hilfsprojekte in Äthiopien gespendet. Mo-So: 9.30-17 Uhr, S/U-Bhf Wedding. (Foto: Coffee Circle)
Urlaub ganz nah – Das afrikanische Restaurant Bejte Ethiopia serviert traditionelle Gerichte aus Äthiopien. Neben landestypischer Musik sind auch die Räume des Restaurants traditionell eingerichtet mit unverkennbar grün-gelb-roten Vorhängen und Kunstwerken an der Wand. Beim Essen selbst ist Fingerspitzengefühl angesagt: Es gibt kein Besteck. Jeden Abend um 19.30 Uhr wird eine traditionelle Kaffeezeremonie abgehalten, bei der Bohnen frisch geröstet, gemahlen und aufgebrüht werden. Den Kaffee schlürft man aus kleinen Tassen und nascht dazu Popcorn oder Brot. Bei gutem Wetter ist die Terrasse unter freiem Himmel geöffnet. 16-23 Uhr, Zietenstraße 8, Schöneberg, U-Bhf Nollendorfplatz
Geschenk – Für mehr Diversität und Vielfalt im Kinderzimmer: Carla Heher vom Blogkollektiv buuu.ch hat eine Leseliste englisch- und deutschsprachiger Kinderbücher zusammengestellt, die eine diverse Lebenswelt zeigen. Lesen bildet! Immer noch.
Berlinbesuch in 110 Minuten einmal um den Globus schicken. Genauer: nach Friedrichshagen. Zur Prime Time startet heute der Dokumentarfilm „972 Breakdowns – Auf dem Landweg nach New York“ im Freiluftkino in der Bölschestraße 69. Der Plot: Fünf Reiselustige fahren von Halle aus mit russischen Motorrädern gen Osten auf dem Weg nach – New York. Zwischen jeder Menge Improvisation (die ein oder andere Panne war auch dabei) und Wagemut erreichen sie nach fast drei Jahren und 43.000 Kilometern ihr Ziel (hier geht‘s zum Trailer). Ganz so weit ist es zwar nicht bis nach Köpenick, ein Abenteuer wird es sicher trotzdem: Tickets kosten 10, ermäßigt 9 Euro – und wir verlosen 2x2 Freikarten.
Karten sichern – Bald manövriert Slam Poet und Moderator Ken Yamamoto das Publikum im Heimathafen Neukölln wieder durch eine Dichterschlacht namens: Best of Poetry Slam. Poet*innen zeigen am 11. September und am 2. Dezember ihr Können auf der Bühne des Neuköllner Volkstheaters. Sie spielen mit Wörtern und Buchstaben, um ein eigenes literarisches Kunstwerk zu schaffen. Karten gibt es hier.
Last-Minute-Lesung – Der Haitianer James Noël wurde durch das kreolische Gedicht „Bon nouvèl“ über Nacht berühmt. Mit seinen Gedichtbänden gehört er zu den wichtigsten Gegenwartslyrikern seiner Heimatinsel. Anfang des Jahres erschien sein erster Roman „Was für ein Wunder“. Heute Abend liest er im Literaturhaus Berlin aus seinem Erstling und spricht mit Moderatorin Rike Bolte darüber. Die Lesung ist in deutscher und französischer Sprache und beginnt um 19.30 Uhr. Tickets: 7/ 4 Euro ermäßigt, Fasanenstraße 23 in Charlottenburg.
Plätze sichern – Am Freitag, den 28. August folgt an gleicher Stelle die Buchpremiere von Ronya Othmann. Die Gewinnerin des Publikumspreises des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs (2019) liest aus ihrem Debütroman „Die Sommer“: Eine Zeitreise in ihre Vergangenheit, in ein Dorf in Nordsyrien, zu familiären Momenten und historischen Ereignissen. Es folgt ein Gespräch mit Mely Kiyak. 19 Uhr, Tickets kosten 7, ermäßigt 4 Euro.
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Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
Der Name klingt eher wie der diagnostische Befund nach der Attacke eines tollwütigen Fischotters als nach einem pittoresken Eiland in der Rummelsburger Bucht. Und dennoch steht Kratzbruch – außer in Sachen Namensgebung – seiner direkten Nachbarin, der Liebesinsel, in nichts nach. Anlegen und Betreten ist verboten, sprich: Die Natur ist Chefin. Bäume und Äste ragen ins Wasser und bieten einen optimalen Lebensraum für Wasservögel und aquatische Buchtbewohner, im dschungelartigen Dickicht der Insel selbst wurden bereits Ringelnattern und Biber gesichtet. Anders als auf der Liebesinsel war auf Kratzbruch tatsächlich nie viel los. Dank der Naturschutzmaßnahmen ist das so geblieben - und das Allerschönste an diesem Refugium der Natur.
Text: Nadine Voß
Berlin heute
Verkehr – Badstraße (Gesundbrunnen): In Richtung Schwedenstraße ist die Fahrbahn zwischen Stettiner Straße und Prinzenallee für ca. ein Jahr auf einen Fahrstreifen verengt.
Kaiserin-Augusta-Allee (Moabit): An der Kreuzung Neues Ufer stehen ab ca. 8 Uhr bis Mitte November in beiden Richtungen jeweils nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung.
Attilastraße (Tempelhof): Wegen eines Wasserrohrbruchs zwischen Ringstraße und Steglitzer Damm in beiden Richtungen bis Oktober gesperrt.
Columbiadamm (Tempelhof): Die bestehende Baustelle in Höhe der Columbiahalle wird erweitert. Bis Ende September stehen ab sofort in beiden Richtungen nur jeweils zwei Fahrstreifen zur Verfügung.
A100 (Stadtring): Die Stadtautobahn ist in beiden Richtungen zwischen AS Gradestraße und AS Buschkrugallee von 21-5 Uhr gesperrt. Zusätzlich ist die Auffahrt Grenzallee in Fahrtrichtung Wedding gesperrt. Bereits ab ca. 20 Uhr wird aus organisatorischen Gründen mit den Sperrungen der Zufahrten begonnen.
Demonstrationen – Bei einer Mahnwache für Toleranz und Respekt am Pariser Platz demonstrieren ca. 30 Teilnehmer*innen von 10-10.30 Uhr. Am Alexanderplatz kommt es erneut zu einer Videoaktion: Ca. 30 Teilnehmer*innen sorgen für die Aufklärung über die Tierindustrie (17-21.30 Uhr).
Gericht – Weil sie einen Passanten mit ihrer Einkaufstasche geschlagen und ihn dabei ausländerfeindlich beschimpft haben soll, kommt eine 58-Jährige auf die Anklagebank (11.15 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 1101). Außerdem wird einem 31-Jährigen, der eine elfjährige Nachhilfeschülerin während des Unterrichts sexuell berührt haben soll, der Prozess gemacht. Die Anstellung als Nachhilfelehrer habe er sich mit einem gefälschten polizeilichen Führungszeugnis erschlichen (10.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal C 102).
Universität – Von Clowns lernen: Das Rote-Nasen-Prinzip im Büro soll zu mehr Leichtigkeit, Teamfähigkeit und Entspannung verhelfen. Eine Dozentin der Freien Universität führt Sie durch den Vortrag mit angeleiteter Selbstreflexion, Kleingruppenarbeit und Methoden aus dem Improvisationstheater. Ziel des Seminars ist es, neue Wege kennenzulernen, mit den täglichen Belastungen am Arbeitsplatz spielerisch und gelassen umzugehen. Anmeldung erforderlich, 9-12.30 Uhr, Teilnahmegebühr für Nicht-FU-Angehörige: 90 Euro
Berliner Gesellschaft
Geburtstage – Matthias Ziegfeld (60), „Schulleiter, treuer Tagesspiegel-Leser und vieles mehr: Alles Liebe zum Geburtstag und noch etliche schöne und interessante gemeinsame Erlebnisse. Deine A.“ / Maxim Biller (60), Schriftsteller / „Meiner lieben jüngsten Schwester Friederike alles Gute zum Geburtstag ...und viel Spaß und Genuss in den letzten berufstätigen Monaten!“ / Dr. Eckart von Hirschhausen (53), Arzt, Komiker, Moderator und Autor / Sandra Maischberger (54), Journalistin, Fernsehmoderatorin und Autorin / Harald Wolf (64), Linken-Politiker
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Stefanie Eisenächer, * 1964, Hertie School of Governance / Otto Gaul, * 1944 / Klaus Kaeker, * 17. August 1944, Lehrer i.R. / Michael Langer, Radio-Feuilletonist (bekannt aus „Zwischentöne“ im DLF) und Hörspielexperte / Gisela Lerch, * 9. Juni 1953 / Beate Stodieck, * 5. August 1924
Stolperstein – Ida Schaefer (geb. Grunwald) wurde 1862 im heutigen polnisch Myslovice geboren. Später zog sie mit ihrem Ehemann Max Schaefer in ein eigenes Haus in Berlin Pankow. Nachdem ihr Mann 1923 starb und ihre zwei Kinder 1935 und 1940 emigrierten, musste sie in ein sogenanntes „Judenhaus“ in der Knesebeckstraße in Charlottenburg ziehen. Von dort aus wurde sie am 25. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und noch im selben Jahr ermordet. In der Breite Straße 39b in Pankow liegt zu ihrem Gedenken ein Stolperstein.
Encore
Es klappert der Storche am rauschenden Bach – was einmal eine Brandenburger Volksweise war, verfliegt immer mehr im abflauenden Sommerwind. Der Mark gehen die Störche aus, weil die ihr dünnes Gebein nicht in die immer höher werdenden Rapsfelder bekommen und sich auch sonst im trockenen Steppensand rund um Berlin die Schnäbel ausbeißen. Brandenburgs Störche haben außerdem das Pech, dass sie gen Osten nach Süden ziehen. Die Westzieher dagegen, die vom westlichen Deutschland aus zurück in die Wintersonne starten, landen meist schon in Spanien zum Dauercamping, um sich dort an roten amerikanischen Sumpfkrebsen zu laben. In Brandenburg dagegen krebsen nicht mal genug Regenwürmer rum – ohne Regen regt sich kaum was, erst recht nicht auf mit Düngeschauern beackerten Äckern. Storchenland in Bauernhand: Stürze ab, Du roter Adler!
Heute sind mit mir Vivien Krüger (Recherche), Rebecca Barth (Belarus-Interviews), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Florenz Gilly (Produktion) ausgeflogen. Morgen lässt hier wieder Lorenz Maroldt die wichtigsten Neuigkeiten Berlins für Sie auffliegen. Ich fliege erst mal weiter zum 75. Tagesspiegel-Jubiläum, das wir im September feiern wollen – natürlich am liebsten mit Ihnen. Ich grüße Sie,