zum Start in den Tag eine Line Koks? Klingt drastisch, ist aber gar nicht so abwegig: Berlin bleibt Rausch-Metropole. Das ahnt jeder, der sich kürzlich im Club, in der UBahn oder in verdächtig langen Toilettenschlangen in Bars und Restaurants wiederfand.
Nach Jahren ohne Datengrundlage (Kenner und Genießer erinnern sich an die legendäre Partie Behörden-Ping-Pong) gibt‘s wieder Zahlen der EU-Drogenagentur EUDA mit Berliner Beteiligung. Abwasser aus 130 Städten in 28 Ländern wurde auf Rückstände von Kokain, Ketamin, Cannabis, Speed und Crystal Meth untersucht. Es ist eine der präzisesten Momentaufnahmen des Drogenkonsums.
Die Hauptstadt schafft es zweimal in die Top Ten. Welche Drogen hier besonders häufig (nicht nur am Wochenende) konsumiert werden, lesen Sie im ungekürzten Checkpoint. Mit der Kurzstrecke verpassen Sie heute außerdem:
+ Wer neuer Chief Digital Officer wird – und welche Politiker-Selfies er auf Instagram teilt.
+ Auf welche gefährliche Zigaretten-Alternative Teenager neuerdings stehen.
+ Wie Sie kostenlos den Stummfilmklassiker „Steamboat Bill, Jr.“ im Theater im Delphi sehen.
Probieren Sie es aus, die Gelegenheit ist günstig: Wir schenken Ihnen zu Ostern 350 Gratis-Abos. Lesen Sie alle Plus-Artikel, die Bezirksnewsletter und den Checkpoint in der Vollversion sechs Wochen kostenlos. Jetzt schnell zuschlagen: Hier geht’s zum Angebot.

Falls Sie heute privat oder beruflich mit unbequemen Themen und Vorwürfen konfrontiert werden, empfehlen wir folgende drei Sätze:
+ „Die Interpretation entbehrt jeder Grundlage.“
+ „Ich prüfe rechtliche Schritte.“
+ „Dazu ist alles gesagt.“
Immer und immer wieder wiederholte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) diese Aussagen gestern auf der Senatspressekonferenz, als er auf die neuen Tagesspiegel-Recherchen zum Stromausfall angesprochen wurde (Checkpoint vom 17. März). Was an der Berichterstattung unzulässig sein soll, erläuterte er auch auf mehrfache Nachfrage nicht, sondern wich aus. Finale der etwa zehn äußerst unangenehmen Minuten: „Ich müsste mir den Tagesspiegel jetzt nochmal genauer anschauen.“ Immer eine gute Idee.
Am späten Nachmittag verschickte Wegners Anwalt Christian Schertz dann eine „Pressemitteilung“ (keine Unterlassung), in der er feststellte, er sei „beauftragt worden zu prüfen, inwiefern gegen diese kampagnenartige Formulierung presserechtliche Schritte einzuleiten sind“. Wir sind gespannt und freuen uns auf ein weiteres Kapitel Schertz vs. Checkpoint.
Anzeige
Flying Sound – Virtuose Klassiknacht.
Der armenische Geiger Tigran Maytesian und der renommierte Pianist Prof. Daniel Blumenthal präsentieren ein leidenschaftliches Konzertprogramm in der großen Tradition der legendären Geiger Jascha Heifetz und Isaac Stern.
09.04.2026 | Ernst-Reuter-Saal Berlin
Nach jahrelangem Hin und Her haben sich CDU und SPD geeinigt: Die Ausbildungsplatzumlage kommt – aber anders als zuletzt geplant. Das Gesetz zur Schaffung von mehr Azubi-Plätzen soll ab 2027 für etwa 25 Prozent der Betriebe gelten, ab 2028 sollen sie eine Abgabe in einen Fonds zahlen. Mit dem Geld werden Unternehmen unterstützt, die zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Ausgenommen von der Abgabe bleiben Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten – rund 75 Prozent in der Hauptstadt. Was neu ist: Nur wer neue Plätze schafft und über dem Schnitt von 3,1 Prozent liegt, bekommt die Kosten eines zusätzlichen Azubi-Platzes erstattet. Was gleich bleibt: Wirtschaftsverbände lehnen das Modell ab. Man befürchte, dass die Abgaben eines kleinen Betriebes, der keine Azubis findet, „zur vollständigen Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze in einem Konzern verwendet werden können“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.
Erst im vergangenen Sommer war Franziska Giffey in Indien, in dieser Woche ist die SPD-Wirtschaftssenatorin wieder dort unterwegs: In der 13-Millionen-Einwohner-Stadt Bengaluru, die als Silicon Valley Indiens gilt, eröffnete sie ein neues Auslandsbüro. Es ist der dritte Standort nach Peking und New York. Damit will der Senat Firmen den Einstieg in den indischen Markt erleichtern und umgekehrt Investoren in die Hauptstadt locken.
Reichlich spät: Hamburg ist seit 2011 auf dem Subkontinent vertreten, das Ländle sogar mit zwei Büros. Bayern betreibt weltweit ganze 36 „Auslandsrepräsentanzen“, selbst Bremen liegt inzwischen vor Berlin. Jedes Bundesland verfolge seine eigene Strategie, betont die Wirtschaftsverwaltung auf Checkpoint-Anfrage. Ziel sei nicht, die bestehenden Auslandsvertretungen der Wirtschaft zu doppeln, sondern ein ergänzendes Angebot zu schaffen. Wir nehmen also, was übrig bleibt? Immerhin: „Planungen für die Einrichtung weiterer Auslandsbüros müssen Gegenstand kommender Haushaltsplanungen sein.“
Anzeige
NICHT VERPASSEN !!!
Felix Mendelssohn Bartholdys packend-dramatischer Elias in der Philharmonie!
So 22. März 2026. 20 Uhr
Julia Sophie Wagner, Sopran
Henriette Gödde, Alt
Lukas Siebert, Tenor
Krešimir Stražanac, Bass
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Philharmonischer Chor Berlin
Dirigent: Gregor Meyer (als Gast)
www.philharmonischer-chor.de
Apropos Geldmangel: Dem Karneval der Kulturen, der eigentlich Ende Mai bunt durch die Stadt ziehen will, fehlen rund 250.000 Euro. „Wir wollen unbedingt stattfinden, aber es ist echt eng“, sagte Co-Leiterin Anna-Maria Seifert dem Checkpoint. Zögerliche Sponsoren, steigende Infrastrukturkosten, ein verschärftes Sicherheitskonzept und zusätzliche Toiletten – die Ausrichtung würde jährlich rund fünf Prozent teurer. Nun hat der Karneval eine Spendenseite eingerichtet. „Jeder kann helfen, den ein oder anderen Euro in den Karnevalshut zu werfen“, sagt Seifert. Was auch helfen würde: Wenn die Innenverwaltung Sperrmaterialien (sogenannte Oktagone, Pytagone und Poller) bereitstellen und die Wirtschaftsverwaltung Teile der Reinigungskosten (rund 200.000 Euro für die BSR) tragen könnte. Doch bislang gab es wohl keine Rückmeldung. „Zehn Wochen vor dem Fest brauchen wir dringend belastbare Aussagen.“
Anzeige
Alles was Dir gehört, dem gehörst Du auch!
Erleben Sie die faszinierende Lebensgeschichte von Klaus Zapf. Eine kurzweilige Biografie, mit all seinen Ecken und Kanten. Aber auch eine Berliner Stadtchronik, erzählt zwischen Containern, Chaos und Kiezcharme.
Jetzt direkt im zapf-Shop bestellen.
Und noch drei Lesetipps aus der Tagesspiegel-Redaktion:
+ Egos von Alpha-Typen bedrohen Olympia und Expo: Exklusive Grafiken zeigen die geheimen Netzwerke, die jeweils für ihre Version der Großveranstaltungen werben.
+ „Ich weiß, das schaffst du“: Die preisgekrönte Berliner Lehrerin Fatma Kan gibt keinen Schüler auf.
+ „Ich war stinkend faul“: Früher war er Problemschüler, jetzt will Gordon Hoffmann (CDU) Brandenburgs Schulen als Bildungsminister besser machen.
Telegramm
Neues in Sachen Partizipationsgesetz: Wie berichtet hält Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) die Bevorzugung von Bewerbern mit Migrationshintergrund bei Behörden-Jobs für verfassungswidrig. Jetzt zeigt sich: Sie stoppte im Herbst ein Auswahlverfahren der Staatsanwaltschaft. Zwei Kandidatinnen mit Migrationshintergrund wurden trotz vorläufiger Zusage nicht eingestellt. Der Gesamtstaatsanwaltsrat protestiert, einer der beiden Fälle kommt vor Gericht.
Friendly Reminder: Heute bleibt die Hauptstadt am Boden. Wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi wurden am BER alle Passagierflüge gestrichen. Kollegin Heike Jahberg hat Last-Minute-Tipps für Betroffene hier zusammengestellt.
Apropos Brandenburg: Unverzüglich hat Ex-CDO und Wirtschaftsministerin in spe Martina Klement (CSU) ihre Wettschulden beglichen und am Dienstag einen Kasten bayerisches Bier ins Checkpoint-Büro liefern lassen (hier der Fotobeweis). Stark! Wir diskutieren noch über die passende Biermarke und revanchieren uns so schnell wie möglich.
Mit dem Zug geht’s Richtung Guben: Nach dem eher mäßigen Zuspruch im vergangenen Jahr zieht‘s diesmal deutlich mehr Berliner zum Probewohnen an die Neiße. In der neuen Runde kommen 22 der 79 Bewerbungen aus der Hauptstadt, teilte eine Sprecherin dem Checkpoint mit – mehr als aus jedem anderen Bundesland.
Anzeige
Lesen Sie den Tagesspiegel sechs Wochen kostenlos und entdecken Sie zu Ostern inspirierende Reportagen, exklusive Recherchen und fundierte Analysen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport.
Sichern Sie sich eines von 350 Gratis-Abos – Jetzt schnell sein und kostenfrei lesen.
Auch tierischen Zuwachs gibt’s hier regelmäßig: Die Jahresinventur ergab im Zoo 21.930 Bewohner aus 1021 Tierarten, im Tierpark 6444 Tiere aus 632 Arten. Neu im Zoo sind unter anderem Flachland-Viscachas, Madagaskar-Gelenkschildkröten und Inland-Taipane. Und eine der jüngsten Bewohnerinnen im Tierpark hat seit gestern einen Namen: Das Tigerbaby heißt „Lilly“.
Lust auf heiße Storys? Die Feuerwehr sucht eine neue Redaktion für ihr Mitarbeitermagazin „333“. Es ist benannt nach dem gleichnamigen Alarmton in den Feuerwachen (Gong-Gong-Gong), haben wir recherchiert. Reicht das schon als Bewerbung?
In Kladow spielt man nicht nur Tennis, sondern auch Schach. Und die zwölfjährige Klara ist so gut, dass sie bei der Jugend-Schach-WM in Italien antreten möchte. Was noch fehlt: Geld für die Reisekosten. Fans und Unterstützer können hier spenden.
Erstmal keine Geldsorgen hat Albas Co-Trainer Vladimir Bogojevič: Er hat in dieser Woche 64.000 Euro bei „Wer wird Millionär?“ gewonnen, mit richtigen Antworten zu Kultfilmen, Vögeln, Autos und Raumfahrt. Eine Sportfrage gab‘s für den Basketball-Coach auch – zum Thema Cricket.
Anzeige
Tagesspiegel „Vital-Welt“ meets Waldorf Astoria Berlin: Erleben Sie einen Tag der Entspannung in dieser Wohlfühloase im Herzen Berlins mit fünf Therapieräumen, wolkenförmigem Pool, finnischer Sauna, Dampfbad, Fitnessstudio und Sonnenterrasse auf der 6. Etage. Jetzt buchen!
Kröten suchen sie auch in Reinickendorf: Damit die Amphibien sicher zu ihren Laichgebieten kommen, bittet der Bezirk Freiwillige, die Tiere über die Straße zu tragen. Weil das nicht so laicht ist, wie es klingt, gibt’s vorher eine Schulung.
Der Deutsche Fahrradpreis geht nach Berlin. Ausgezeichnet wurde das „Realexperiment Komfortables Kopfsteinpflaster“, erstmals getestet vor einem Jahr am Schöneberger Priesterweg. Fernab von flachgefrästen Pisten bleibt Radfahren streckenweise ein Sport für Experimentierfreudige.
„Amt, aber glücklich“ ist Checkpoint-Leserin Michaela Prinz: Bei ihrer Ummeldung im Bürgeramt Hohenzollerndamm konnte sie zusätzlich einen Anwohnerparkausweis und ihren bald ablaufenden Personalausweis neu beantragen. Wir dürfen weitergeben: „Vielen Dank an die supernette Dame von Tisch 6 und ihre freundliche Kollegin von Tisch 3!“
Zitat
„Das liegt auch daran, dass wir in Bruchbuden arbeiten, mit Dreckskarren durch die Gegend fahren und es nicht die Rückendeckung aus der Politik gibt, die wir brauchen.“
GdP-Vize Thorsten Schleheider zu den Gründen, warum rund ein Drittel der Studienplätze bei der Polizei unbesetzt bleibt.
Kiekste
Der Frühling ist zurück in Berlin: In Fennpfuhl werden die Sonnenschirme aufgespannt und die Fenster bekommen ihren Frühjahrsputz. Ist Ihr Balkonien auch schon bereit? Dieser Schnappschuss stammt von Checkpoint-Leser Matthias Kanisch. Vielen Dank! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Kristina Fodjo (21), Handballspielerin bei den Füchsen Berlin / Karin Hausen (88), Historikerin, Pionierinnen der Frauen- und Geschlechtergeschichte, gründete das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU / „Timo Manthey (63): Hallo kleiner großer Bruder, alles Liebe zum Geburtstag von Ellen und Lony“ / Wilson Gonzalez Ochsenknecht (36), Schauspieler und Sänger („Die Wilden Kerle“, „Späti“) / „Lieber Hr. Dr. Scheierbutzler, alles Gute und weiterhin viel Epsotarie im Leben zu ihrem 80. Geburtstag. Ihre Brüder Lothar und Lothar – Ohrensausen ahoi!“ / „Peter Senftleben: Unserem Papa und Opa alles Liebe zum 80. Geburtstag! Bleib gesund und wir freuen uns auf die Familiensause in Dänemark!“ / Anne Will (60), Journalistin und Fernsehmoderatorin, seit 2024 Podcast „Politik mit Anne Will“
Nachträglich: „Meiner Lieblingsmama Bärbel Schön ganz liebe Glückwünsche zum Geburtstag ❤️“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Antonius August Behnke, * 18. Mai 1950, verstorben am 27. Februar 2026 / Wilfried Boysen, * 22. September 1944, verstorben am 8. März 2026 / Evelyne Hamm-Rieder, * 17. November 1961, verstorben am 20. Februar 2026 / Christine Raiser-Süchting, * 21. Januar 1941, verstorben am 6. Februar 2026 / Prof. Dr. Wolfgang Spiegel, * 15. Januar 1944, verstorben am 1. März 2026 / Hartmut Ziegler, * 31. August 1942, verstorben am 16. Februar 2026
Stolperstein – Max Hanff (*1888) war Kaufmann und verheiratet mit Alma Emma Abbe. Sie führte das Uhren- und Goldwarengeschäft ihres Vaters nach dessen Tod gemeinsam mit ihrer Schwester weiter. Max und Alma hatten einen Sohn, der 1939 nach Palästina emigrierte. Max Hanff starb, von den Nazis gedemütigt und entrechtet, am 18. März 1940 in seiner Wohnung. An ihn erinnert ein Stolperstein in der Alten Jakobstraße 140 in Kreuzberg.
Encore
Abschließend ein (ent)spannendes Urteil des Verwaltungsgerichts: Angestellte Masseure dürfen auch sonntags und an Feiertagen arbeiten. Allerdings nur, wenn sie Massagen in Freizeit-, Erholungs- und Vergnügungseinrichtungen anbieten. Begründung: „Freizeit und Vergnügen“ liegen nach Ansicht der Richter auch dann vor, wenn sich Kunden „passiv einer Dienstleistung“ überlassen. Ob die Logik wohl für alle Branchen gilt?
Aktiv und vergnügt waren Anke Myrrhe, Anne Roggensack und Björn Seeling (Recherche und Texte), Antje Scherer (Stadtleben) und Jennifer Katona (Produktion). Morgen kümmert sich Daniel Böldt um Arbeit, Freizeit und alles dazwischen. Ihnen einen schönen Tag und bis bald!
Berlin braucht guten Journalismus!
Finden Sie auch? Unterstützen Sie uns!
JETZT GRATISMONAT STARTENSeit 2014 berichten wir exklusiv aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir stellten Berlins marode Schulen vor, bis die Politik reagierte. Wir standen vor dem Bürgeramt, bis es wieder Termine gab. Wir recherchieren hartnäckig und gründlich.
Das finden Sie gut? Dann unterstützen Sie uns mit dem neuen Tagesspiegel Plus-Abo! Für 14,99 € im Monat erhalten Sie den ungekürzten Checkpoint-Newsletter, den Checkpoint am Wochenende und das Beste vom Tagesspiegel im Web und in der App. Und Sie ermöglichen uns, auch weiterhin vor Ort zu sein, genau hinzuschauen und unabhängig zu bleiben. Die Anmeldung dauert nur eine Minute. Wir würden uns freuen!
