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Jahn-Sportpark: Zwei Flutlichtmasten werden gesprengtKommt die Zentralisierung im Winterdienst?Die Klau-Statistik für Berlins Mensen

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Dienstreisen-Affäre – das klingt nach Jahrtausendwende und Bonusmeilen. Aber jeder Trend kommt bekanntlich früher oder später zurück.
In Mecklenburg-Vorpommern ist gerade ein SPD-Landrat in Erklärungsnot, weil er für mehrere Tausend Euro in ein Luxushotel eincheckte und auch noch 255 Euro an Steuergeld im hoteleigenen Sushi-Restaurant ließ (via NDR).

In Berlin wiederum werfen die Dienstreisen von Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) zumindest Fragen auf. Badenberg war nicht nur ungewöhnlich oft dienstlich unterwegs – insgesamt 43-mal in weniger als drei Jahren, derRegierende Bürgermeister kommt im gleichen Zeitraum auf nur 18 Dienstreisen.

Die CDU-Politikerin verschlug es zudem auch sehr häufig nach Nordrhein-Westfalen, wo Badenberg immer noch einen Wohnsitz hat. Warum manche der Reiseanlässe fragwürdig erscheinen und wie die Justizverwaltung die Sache sieht, können Sie hier exklusiv lesen (T+).

Beim Blick aus dem Fenster kaum vorstellbar: In drei Monatenbeginnt die Freibadsaison. Frieren muss dieses Mal (fast) niemand: Die Bäderbetriebe wollen alle beheizbaren Sommerbäder auf mindestens 22 Grad erwärmen, heißt es in der Antwort der Sportverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage von Kristian Ronneburg (Linke). Neben klassischen Heizanlagen sollen Solarabsorber und Beckenabdeckungen wohlige Wärme garantieren.

In der vergangenen Saison blieben viele Becken wegen des Spardrucks bekanntlich unbeheizt – und bei zeitweise 15 bis 18 Grad Wassertemperatur menschenleer. Das Kleingedruckte: Einige Bäder haben weder fossile noch solarbetriebene Heizmöglichkeiten. Dort gilt auch in diesem Jahr: Nur die Luft wärmt das Becken. Servicehinweis aus den FAQ der Bäderbetriebe: „Ein Neoprenanzug kann getragen werden“.

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Berlin sucht schlaue Leute!
Berlin-Tag, 14. Februar 2026,
09:00-15:30 Uhr, STATION Berlin.

Berlin sucht die besten Fachkräfte (m/w/d) für Schulen, Kitas, ‍Jugendämter, den Verwaltungsbereich und weitere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Erfahren Sie mehr bei Vorträgen, Beratungen und an den Ausstellerständen.
www.berlin-tag.berlin
 

Wer eine US-Reise plant, muss sich auf eine Art Social-Media-Striptease einstellen, die schärferen Einreiseregeln dürften demnächst in Kraft treten. Inmitten der Empörung lädt heute der Verein „Visit USA Committee Germany“ Medienschaffende zum Netzwerken ins Hard-Rock-Café am Ku’damm ein. Der Zeitpunkt sei Zufall, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Christian Meuter, auf Checkpoint-Anfrage. Bisher habe man sich auf der ITB zum Pressefrühstück getroffen, dieses Mal eben zum Burger-Essen.

Die Einreiseregeln würden definitiv angesprochen: „Es gibt viel Verunsicherung. Wir wollen auch klar machen, dass die Sorgen teilweise unbegründet sind.” Nebenbei werden 26 Reiseziele vorgestellt, etwa Los Angeles, Long Island im Bundesstaat New York, Utah und Oregon – wo in Portland vor einem Monat zwei Menschen bei einem Einsatz der US-Grenzschutzbehörde angeschossen wurden.

Opinary: Würden Sie aktuell in den USA Urlaub machen?

Am Samstag (nicht Freitag, wie wir hier gestern voreilig schrieben) erscheint die 2000. FolgeBerliner Schnuppen“. Täglich begleitet Naomi Fearn das Stadtgeschehen im Checkpoint mit Charme und Schnauze und begeistert Lesende (und Schreibende!) mit ihren zeichnerischen Kommentaren zur Landespolitik. Sie haben gefragt, Naomi hat geantwortet: In dieser Woche gibt sie täglich Einblicke in ihre Arbeit. Tag 2:

Marion Uhrig-Lammersen fragt: Wie lange sitzen Sie an den Zeichnungen?

Naomi: „An der Idee für einen Strip, eine Bleistiftskizze im Skizzenbuch, sitze ich, wenn ich Glück habe und mir gleich etwas Lustiges einfällt, eine halbe Stunde, und wenn es mehrere Anläufe braucht, bis zu vier Stunden. Der Rekord war sieben Stunden mit neunzehn Ideen und Variationen, bis es funktioniert hat, das war ein aufregender Tag! Ich bin inzwischen bei Skizzenbuch Nr. 28 und bei zwei Ideen pro Seite habe ich bis jetzt etwa 8950 Ideen gesammelt. Fertig gezeichnet ist er in anderthalb Stunden.

Jörg Tänzer möchte wissen: Wann haben Sie Ihren Stil entwickelt?

Naomi: „Seit ich denken kann, zeichne ich auch Comics, und der Stil hat sich seitdem entwickelt, in Schulheften, Schülerzeitungen, Comicmagazinen, über dreizehn Jahre in einem wöchentlichen Strip für die Stuttgarter Zeitung sowie in der Arbeit für Schulbücher und in hunderten kleinen und großen Projekten. Jede Aufgabe hat den Zeichenstil, der für sie am besten passt, und über die Jahre findet man, im Idealfall, ein paar für sich, mit denen man sich am wahrhaftigsten ausdrücken kann.“

Die „Berliner Schnuppen“ erscheinen täglich exklusiv im ungekürzten Checkpoint (nur mit T-Plus-Abo) – und zum 2000. Jubiläum ausnahmsweise eine Woche lang auch in der Kurzstrecke.

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Wenn Sie die Schnuppen auch ab der kommenden Woche täglich lesen wollen, legen wir Ihnen die Vollversion des Checkpoints wärmstens ans Herz. Darin erfahren Sie heute unter anderem, was in Berlins Mensen besonders oft geklaut wird (und welchen Schaden das verursacht).

Außerdem erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak, warum er das Rechtsgutachten zur Sozialwohnungsquote (CP von Mittwoch) für „absurd“ hält.

Die Checkpoint Langstrecke können Sie aktuell 6 Wochen lang für nur 1€ lesen. Anlässlich der Berlinale verlosen wir unter allen Bestellungen zudem 30 „Yorck Unlimited“-Abos – ein Jahr Kino, kostenlos und so oft sie wollen. Hier geht’s zum Angebot.

Berliner Schnuppen 1996

von Naomi Fearn

Telegramm

Berlin verliert ein Wahrzeichen, zumindest zur Hälfte: Am Donnerstagvormittag werden die beiden östlichen Flutlichtmasten des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks in Pankow gesprengt. Sie stehen dem geplanten Stadionneubau im Weg. Mehr Details gibt’s hier.

Kommt jetzt doch die große Reform des Winterdienstes? Die geplante Salzfreigabe soll jedenfalls nur ein „Zwischenschritt“ sein, heißt es aus der schwarz-roten Koalition. Im Gespräch ist eine zentrale Vergabe für bestimmte Gebiete, statt des gegenwärtigen Flickenteppichs, bei dem jeder Grundstückseigentümer selbst verantwortlich ist.

Da fehlt noch einiges: Nach rund einem Monat hat das Volksbegehren „Autofrei Berlin“ erst 8200 Unterschriften zusammen. „Werbefrei Berlin“ kommt sogar nur auf  1800. Damit es am 20. September zum Volksentscheid kommt, sind jeweils rund 174.000 notwendig. Noch sind drei Monate Zeit.

Uff, noch ein Großevent für Berlin? Der CDU-Kreisverband Rhein-Erft fordert auf Seite 396 des Antragsbuchs für den Bundesparteitag der Christdemokraten, dass sich Deutschland für die Fußball-WM der Männer 2042 bewerben soll (ausgegraben vom Ex-Checkpointer Julius Betschka). Wir zählen durch: Expo, Olympia, WM-Finale. Wir könnten wieder wer sein.

Noch regiert aber der Alltag. Und warum sollte es in diesem dem Bundespräsidenten anders ergehen als dem gemeinen Berliner? Frank-Walter Steinmeier muss seinen geplanten Umzug von Schloss Bellevue in einen Ausweichbau jedenfalls verschieben, weil Letzterer nicht rechtzeitig fertig wird (via Spiegel). Statt März muss Steinmeier erst im Sommer seine Kisten packen.

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Zoff am Anfang, Freude am Ende: Reinickendorf hat erneut die Kaffeewette gewonnen, 5822 Kaffeepakete für die Kältehilfe wurden gespendet. Damit landete der Bezirk vor Spandau (4224) und Neukölln (2010). Unternehmer Michael Lind und seine Partner Ralf Oelmann, Hasan Ilter und Mike Baer spendeten jedem Bezirk, der mehr als 500 Pakete sammeln konnte, zusätzlich 2500 Euro für Bedürftige vor Ort.

Well, die Leserinnen und Leser dieses Newsletters wollen sich mehrheitlich (71 Prozent) nicht daran gewöhnen, dass in Berlin vermehrt Englisch gesprochen wird. Nur 22 Prozent sehen darin eine Chance, als Weltmetropole wahrgenommen zu werden. Wir würden das Ergebnis unserer gestrigen Umfrage allerdings nicht zu ernst nehmen. Immerhin ist allen gemein, dass sie einen Newsletter lesen mit dem Namen: Checkpoint.

Falls Ihnen in Pankow Grünzeug entgegenkommt, nicht weiter beachten: Der Grünen-Bezirksverordnete Axel Lüssow fragte per Kleiner Anfrage (KA-1186/IX) nach einer Baumpflanzung „ohne Koordinate“. „Wo befindet sich dieser ‚verlorene‘ Baum?“ Antwort des Bezirksamts: „Es muss nicht nach ihm gesucht werden“. Glück gehabt.

Auf dem Weg in die Hauptstadt sind hunderte Badener: Hertha BSC spielt am Abend im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg. Trainer Stefan Leitl fordert maximalen Einsatz: „Wenn wir eine Chance haben wollen, in die nächste Runde einzuziehen, muss ganz Berlin blau-weiß sein.“ Hoffentlich hilft‘s.

In Kreuzberg werden Ihnen Bären aufgebunden: Die Friedrich-von-Raumer-Bibliothek veranstaltet ab Donnerstag die „Bilderbuch-Bärlinale“ – täglich werden die schönsten Bärengeschichten für Kinder präsentiert.

Zitat

„So viel Selbstironie hätte ich ihm nicht zugetraut.“

Spiegel-Sportredakteur Peter Ahrens würdigt Wegners heutige Reise zu den Olympischen Winterspielen, nachdem Berlin zuvor einen Monat lang eine einzige Open-Air-Eisfläche gewesen war.

 

Kiekste

In einem einzigen Foto hat Checkpoint-Leser Fritz Stuhr erstaunlich viel Regierungsviertel vereint – vom Paul-Löbe-Haus über das Bundeskanzleramt bis zum Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Vielen Dank für diesen beeindruckenden Schnappschuss! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.

Berliner Gesellschaft

Geburtstag – Dion Ajvazi (22), seit seiner Jugend Fußballspieler bei Hertha BSC / „Cordula Biniasz, und auch heute wieder herzliche Glückwünsche und alles Gute, vor allem gute Gesundheit, von der Flensburger Förde nach Schmargendorf“ / Emily Kiser (26), US-amerikanische Basketballspielerin, Center bei Alba Berlin / Kool Savas (51), Rapper, seit Mitte der 1990er Jahre in der Berliner Hip-Hop-Szene aktiv / Tom Schilling (44), Schauspieler („Crazy“, „Oh Boy“) / „Liebste Tochter der Welt! Wir wünschen dir alles Liebe zum Geburtstag 🎁! Einen wunderschönen Tag für dich!!! Deine Eltern Norbert und Christine, sowie Frl. Hilde“ 
Nachträglich: „Olaf Haberland (51): Alles Liebe zum Geburtstag mit Gesundheit und vielen fantastischen Momenten! Deine Schwester“

+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++

GestorbenGerald R. Blomeyer, * 14. Juni 1947, verstorben am 24. Januar 2026 / Maurice Bob, * 13. Mai 1950, verstorben am 8. Februar 2026, war langjährig als Tierarzt in Berlin tätig / Johanna Jurisch (geb. Wilk), * 23. Juli 1933, verstorben am 23. Januar 2026 / Peter Tretow, * 11. Januar 1930, verstorben am 14. Januar 2026 / Hartman Vetter, * 26. April 1945, verstorben am 29. Januar 2026

StolpersteinDr. Berta Jacoby (*1905) studierte Medizin in Breslau, und arbeitete später als Ärztin in Berlin. Sie war KPD-Mitglied, arbeitete im Rudolf-Virchow-Krankenhaus und behandelte parallel versteckte Widerstandskämpfer:innen. Ende 1934 flüchtete sie nach Prag. Dort wurde sie vermutlich verhaftet, von den Nazis nach Ravensbrück deportiert und am 10. Februar 1942 in Bernburg ermordet. An Dr. Berta Jacoby erinnert ein Stolperstein im Engelmannweg 86 in Reinickendorf.

Encore

Eben wurde noch diskutiert, ob Klassiker oder Rap in den Deutschunterricht gehören – nun liefert Schauspieler Kida Ramadan quasi die Antwort: Der „4 Blocks“-Star spielt Götz von Berlichingen in der Adaption des gleichnamigen Dramas von Johann Wolfgang von Goethe. Filmtitel: „Göz“.

Ramadan soll den fränkisch-schwäbischen Reichsritter als modernen Antihelden im Kampf gegen urbane Verdrängung (!) neu interpretieren. Schon vorab ein „Schwäbischer Gruß“ vom Original an alle Kritiker: „Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken!“

Kida Ramadan ist übrigens im vergangenen Jahr mit Kollegin Ann-Kathrin Hipp für den Podcast „Eine Runde Berlin“ Ringbahn gefahren, hier nachzuhören. Spätestens seitdem ist klar, dass er die einzig richtige Besetzung für den rebellischen Ritter ist.

Ritterlich im Einsatz für diesen Checkpoint waren Anne Roggensack (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jasmine Dellé (Produktion).

Morgen begrüßen Sie hier Lorenz Maroldt und Valentin Petri.

Auf bald!

Daniel Böldt und Jessica Gummersbach

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