Mein Wochenende mit
Alex Müller ist freischaffende Künstlerin, zurzeit Corona-Chronistin und Teilzeit-Kunstlehrerin an der Potsdamer Alfred-Nobel-Gesamtschule. Foto: Hanna Brandes
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Alex Müller ist freischaffende Künstlerin, zurzeit Corona-Chronistin und Teilzeit-Kunstlehrerin an der Potsdamer Alfred-Nobel-Gesamtschule. Foto: Hanna Brandes
„Samstag werde ich Linsensuppe kochen, anschließend hinterm Schuppen das Gras mähen – einen Dreiviertelhektar habe ich schon geschafft, musste dann pausieren, weil die letzten Nächte zu frostig und feucht waren. Zwischendurch arbeite ich gerade an meinem Corona-Tagebuch, in dem es mir darum geht, zu verarbeiten, was die Situation mit einem macht. Jeden Tag mache ich eine Zeichnung, Format A3, mit schwarzem Fineliner – zwischendurch war der verbraucht, da gab es eine blaue Phase. Der Auslöser für diese Serie, neben Corona, ist die kürzliche Krebsdiagnose meines Vaters, den ich jetzt wegen des Virus nicht besuchen kann. Statt bei ihm, in NRW, bin ich im Brandenburgischen Mellenau am Rasenmähen. Vormittags springe ich noch für meinen Sohn in die Lehrerrolle. Und wenn es sich ergibt, unternehmen wir lange Spaziergänge. Wir sind hier im Naturschutzgebiet, haben fußläufig zwei Seen. Letztendlich würde ich sagen, alles sei eigentlich super, wenn ich nicht aus den Medien über die Lage informiert würde – oder im Gespräch mit dem Pankreas-Spezialisten über meinen sterbenskranken Vater. Hier draußen spricht man darüber, dass der Dinkel alle ist – wie zu Großmutters Zeiten. Diese ganze Absurdität zu kommentieren und auch mit Ironie einzufangen, das will ich mit diesen Bildern. Kann sein, dass ich dieses Wochenende außerdem zum ersten Mal in meinem Leben ein Huhn schlachte. Ich habe da so eine Wette mit meinem Nachbarn laufen...“