Mein Wochenende mit
Wer „Incises“ von Pierre Boulez so live spielen kann, könnte es sich als Klaviervirtuose eigentlich ganz gemütlich machen. Im Synthesizer-Trio mit Silke Lange und Martin Lorenz bricht Sebastian Berweck allerdings mit Puristenerwartungen, die einen Pianisten mit seinem Klavier (und nur mit ihm) verschmolzen sehen wollen. Foto: Anika Neese
Der ganze Samstag dreht sich naturgemäß um unser Konzert in der Villa Elisabeth: Ab 8 Uhr morgens wird das Instrumentarium transportiert, die Bühne aufgebaut, nochmal geprobt, Soundcheck gemacht – das wird uns bis zum Abend in Atem halten. Etwas Restatem werden wir auch für das Konzert noch brauchen. Bernhard Langs Partitur zur „Cheap Opera #1“ verlangt von uns nämlich den Einsatz unserer Stimmen ab. Da wir Insrumentalisten nicht wirklich singen können, werden unsere Stimmen mit Vocodern bearbeitet – die harmonischen Tonhöhen, in denen sie am Ende erklingen, werden mithilfe unserer Synthesizern erzeugt. Dass wir überhaupt die Stimme nutzen, hat mit dem programmatischen Inhalt zu tun: Der Komponist lässt uns Texte rechtsradikaler Politiker vortragen, die die Musik mit ihren Mitteln verarbeitet. Zwischendurch am Tag werden wir sicher bühnennah essen – vielleicht Pizza bei Papà Pane in der Ackerstraße 23 – die übrigens kürzlich auch eine Dependence in Kreuzberg eröffnet haben. Ausgezeichneten Kaffee und mehr bekommen wir von meinem Namensvetter Sébastien (Invalidenstraße 157). Am Sonntag ist dann nach einer ganze Woche Proben Familientag. Es geht wahrscheinlich mit Kind in den Garten der irdischen Freuden im Gropius Bau. Und zum Wochenendeende mit Freunden auf ein Bier in der Roberta-Bar (Zionskirchstraße 7) – schon wegen der schrägen T-Shirt-Sammlung des Wirts einen Besuch wert. Möglich wäre auch ein Besuch der Schaubühne. Während die Volksbühne mit ihrem Führungswechsel befasst war, habe ich in letzter Zeit dieses wunderbare Theaterhaus für mich neu entdeckt. Seit der beeindruckenden Germania-Insenierung ist die Volksbühne allerdings auch wieder zurück.