Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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Was für eine Woche! Den Rummel als allseits gefeiertes Wetter-Hoch verarbeite ich bei einem Ausflug an den südwestlichen Stadtrand, wo ich im Südwestkirchhof Stahnsdorf auf kulturgeschichtlichen Pfaden wandeln kann. 1909 eröffnet, sollte das als Zentralfriedhof konzipierte Gelände das innerstädtische Bestattungsproblem lösen helfen. Architekten und Bildhauer, darunter Max Taut und Emil Cauer, gaben sich alle Mühe bei der Gestaltung des 206 Hektar großen Areals, dessen Baumbestand und Grabdenkmäler bis in die 1960er Jahre hinein den BerlinerInnen beliebtes Ausflugsziel war (bis die Bahnanbindung gekappt wurde). Viele der Gräber überdauerten Krieg und deutsche Teilung und konnten in den letzten Jahren mit Hilfe des Fördervereins restauriert werden. An Berühmtheiten fehlt es hier nicht: Heinrich Zille, Werner von Siemens, Walter Gropius, Gustav Langenscheidt – die Grabinschriften lesen sich wie das Who-is-Who der Berliner Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. Am Sonntag, zum Tag des Friedhofs, können Mausoleen besichtigt und sogar ein Blick in den Leichenkeller der norwegischen Kapelle gewagt werden (13-17 Uhr, Bahnhofstraße 2, 14532 Stahnsdorf, ohne Anmeldung). Ich trotte indes weiter Richtung Neumanns Erntegarten, wo endlich die Spätpflaumen reif sind. Familien freuen sich derzeit auch über Äpfel, Himbeeren und Monatserdbeeren (Am Heineberg 2, Potsdam, Mi-So 10-18 Uhr).
Zeichnung: Naomi Fearn, Text: Stefanie Golla