Mein Wochenende mit
Phillip Sollmann ist DJ und Musikproduzent. Unter seinem Pseudonym Efdemin ist er eine internationale Größe der Techno-Szene. Sein neues Album ist eine Reise in die Welt der utopischen Musik. Foto: Lendita Kashtanjewa
„Passend zur großen Pause habe ich am Freitag mein neues Album „Monophonie“ unter meinem bürgerlichen Namen herausgebracht, eine Musik weit weg von Club und Nachtleben. Wenn das Wetter es zulässt, werde ich an diesem Wochenende mit der Familie auf der Veranda unseres kleinen Bungalows am See in der Märkischen Schweiz sitzen und bei einem Glas Weisswein auf das Erscheinen dieser lang ersehnten Veröffentlichung anstoßen. Hier wohnen wir seit über zwei Monaten und sehen mehr Hasen, Rehe, Biber und Igel als Menschen. Auf meinen Runden um den See treffe ich hin und wieder auf einen angelnden Wutbürger mit Aufklebern wie „offizieller deutscher Steuerknecht“ auf dem illegal abgestellten Auto im Naturschutzgebiet. Ansonsten haben wir die Corona-Welle bisher eher aus der Distanz wahrgenommen in einer Welt ohne Masken und dauerndem Händewaschen. Es blieb viel Zeit zum Musizieren. In unserem Garten steht eine Leiter, an die ich für unsere Tochter Tontöpfe verschiedener Größen gehängt habe, auf der sie ihre Version von „Monophonie“ spielt. Ich habe ihr versprochen, dem Instrument noch ein Balaphon aus den Holzresten des kürzlichen Schuppenumbaus an die Seite zu stellen, in dem sich jetzt mein temporäres Studio befindet. Wenn das Wetter allerdings sehr gut ist, werden wir einfach einen Picknickkorb packen und einen Gang um den See machen. Dann komme ich ums Sägen und Bohren herum. Fingers crossed.“