Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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„Chantal, die ungeduldige Sau von Nebenan, bat mich neulich, die Zeit schneller verstreichen zu lassen, sie langweile sich furchtbar und alles ziehe sich wie Kaugummi am Huf. Sie könne es außerdem nicht erwarten, endlich einmal am „achtsamen Waldbaden mit Picknick in Begleitung eines Akita oder Shiba Inu“ teilzunehmen. Bei den beiden mysteriösen Ausdrücken handelt es sich übrigens um japanische Hunderassen – und mit denen will Chantal also baden gehen? Wie dem auch sei, ich tat das einzig Logische und rief da an, wo die Zeit gemacht wird: In Braunschweig, in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Da werkelt nämlich die Atomuhr, an deren Takt sich hierzulande alles hält. Einen wertvollen Hinweis konnte man mir dort auch geben: „Beim nächsten Ton ist es 15.09 Uhr“, sagte die freundliche Stimme am Telefon, und „Piep“. Und tatsächlich, plötzlich war es 15.09 Uhr. Wenn ich mich also auf die Zeit konzentriere, wird der Resttag, mit jeder Minute, die vergeht, eine Minute kürzer. Jetzt muss ich diesen Vorgang nur noch beschleunigen – ich glaube, ich bin da an etwas dran. Chantal aber hat seit ihrer Rückkehr vom Achtsamkeitsbaden im Wald das Interesse an meinem Beschleunigungsvorhaben verloren. Ich solle sie nicht mit Zeitfragen langweilen, sagt sie, sie sei jetzt ganz im Hier und Jetzt angekommen und die einzige Uhrzeit, die sie noch interessiere, sei die auf der Turmuhr des Doms St. Marien in Fürstenwalde angezeigte – der Besuch war Teil des Achtsamkeitsbadeprogramms –, die sei nämlich schön anzusehen. Ich dagegen empfehle, wie immer, mich. Mit freundlichen Grunzen.“