Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. In diesen Zeiten bleibt er jedoch lieber im heimischen Bau und kocht, aus Gründen der Selbsterhaltung, feine vegetarische Gerichte.
„Wir Ästheten haben es nicht leicht, schon im Allgemeinen nicht, und jetzt, als selbst die Flaneurie sich unangemessen anfühlt, erst recht nicht. Was tun, wenn wir nicht bekommen, was wir brauchen? Das Frustessen hat sich millionenfach bewährt. Die kulturelle Schockstarre schreit nach einem arty Schock, widmen wir uns heute also mal der Artischocke. Und lassen sie, weil es ein so treffendes Bild unserer Zeit ist, in die Röhre gucken. Es gibt also Cannelloni. Dazu müssen wir zunächst Artischockenherzen brechen, ja zu einer Füllpampe zerdrücken – auch das an Symbolkraft kaum zu schlagen – diese anschließend in die Röhrennudeln drücken, zusammen mit Hoffnung spendenden Walnüssen, Frischkäse, Basilikum und Zitronenzesten. Mit Käse bestreuen, in Soße legen, den Ofen vorheizen, Basilikum dazu, sie wissen schon. Details zu diesem vollkommen veganen Rezept finden Sie hier. Chantal, die Sau von nebenan, und ich, haben es ausprobiert – ein gustatorischer Spaziergang über innere Adriastrände, Urlab vom Selbst und im Abgang ein wenig Versöhnung mit der Welt.“