Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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„Festes Schuhwerk, habe ich neulich in einem Fachblatt gelesen, braucht man, um im Wald spazieren zu gehen. Wie bitte, mache ich mein ganzes Schweineleben lang etwa was falsch? Chantal, die Stilosophin von nebenan sollte da Rat wissen, denke ich. Ein Missverständnis sei das, sagt sie, das Schuhwerk sei „im Allgemeinen eine rein modische und als solches durchaus schöne, aber nutzlose Angelegenheit“. Naturverbundenheit zeige man durch unbesohlten Bodenkontakt, nicht durch etwas, das einen vom Boden trennt. Einleuchtend, denke ich. Es habe da diese kuriose Entwicklung gegeben, die manche zur Überzeugung geführt hat, sie müssten sich für ein besonders naturnahes Erleben mit Hightech-Funktionskleidung ausstatten. Berühmtes Beispiel: der Mamil. Grunzhard, ein überaus freundlicher Keiler von gegenüber, der ist so einer. Neulich hat er es auf die Spitze getrieben: Zur Kunstfellweste trug er Barfußschuhe. Fehlt noch, dass er Trockenwasser trinkt und geruchsneutrales Parfum aufträgt. Nichts gegen Grunzhard, er ist ja ein Lieber. Aber in Stilsachen bevorzuge ich doch Konsequenz: richtige Schuhe oder keine. Wer einmal unter kontrollierten Bedingungen barfuß wandern möchte, probiert es ab Ostern am besten in der Schorfheide. Ich selbst probiere mal das Gegenteil: Bei der Wustermarker Sneakerweek finde vielleicht sogar ich etwas Passendes für meine vier Paarhufe. Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“