Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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„Abwarten und Tee trinken? Das muss man auch können, wenn man sich, wie die Verwandtschaft Chantals aus dem Osten, mit Bonsaibäumen einwaldet. Wieso man sich mit Bonsais einwaldet, fragen Sie? Weil hier und da die großen Wälder schon mal verschwinden, das ist doch bekannt. Und weil man der Miniaturbäume mehr pflanzen kann als ihrer großen Pendants – ein Wald braucht nun mal mehrere Bäume, um Wald zu sein. Außerdem ist es einfach schön, wie der Schwielowsee vom Bonsaigarten aus gar nicht mehr aussieht wie ein See, sondern wie ein Ozean, der da vor der Küste Brandenjapans tobt und alte Mythen von Seeungeheuern befeuert. Oder benässt, wenn Sie so wollen. Und natürlich wachsen Bonsai nicht so schnell wie große Bäume, darum also: Abwarten und Tee trinken. Zum Glück geht auch das ganz wunderbar am Schwielowsee, gleich neben dem Bonsaigarten steht nämlich ein Teehaus. Das besteht, entgegen seines irreführenden Namens, nicht aus Tee, sondern aus einer Menge Holz. Tee wird hier bloß getrunken. Aber das dachten Sie sich sicher schon. Die Gartentore schließen übrigens täglich um 18 Uhr – schon eine halbe Stunde davor werden im Teehaus keine Bestellungen mehr angenommen. Warum das? Weil man den Tee langsam trinken muss und nicht in letzter Sekunde. Hetzte man, würde man auch mit dem Wachstum der Bäume ungeduldig. Und das will man nicht, dann wäre das alles nicht mehr so schön. Ist es aber, ich empfehle es. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“