Mein Wochenende mit
Thomas Bratzke aka ZASD ist dafür bekannt, die Grenzen des Graffiti über mediale Grenzen hinaus zu verschieben.
„Ich bin zwar auch sonst nicht der Typ, der besonders viel ausgeht, an diesem Wochenende werde ich aber wirklich kaum etwas anderes tun, als zu arbeiten. Samstag werde ich früh aufstehen und in den Projektraum des Urban Nation Museums zur Probe fahren. Die Performance, die wir am Abend in der Bülowstraße 97 (U-Bhf Nollendorfplatz) zwei Mal aufführen werden (19.30 Uhr ud 20.30 Uhr, der Eintritt ist frei), beruht nicht auf festgelegten Abläufen. In der Probe geht es daher darum, das Zusammenspiel zu üben, ein Gefühl füreinander und den Raum zu bekommen. Essen werden wir wahrscheinlich gegenüber bei Saigon Com Nieu (Bülowstraße 9). Das unauffällige Restaurant hat sich als echte Überraschung erwiesen, vor allem, wenn man mit Speisen wie dem deftigen Tontopf mit Schweinebauch und Wachteleiern etwas anfangen kann, sehr spannend. Oder das Atlantik (Potsdamer Straße 166), ein Fischladen, wie man es sonst nur vom Mittelmeer kennt. Schön auch, dass es Atlantik heißt, mit Osteseebildern dekoriert ist und von einer türkischen Familie betrieben wird. Natürlich ist das alles keine Haute Cuisine, aber wir brauchen bei der Arbeit ja auch eher ordentliche Energielieferanten. Am Sonntag werde ich erstmal ausschlafen – der erste Ausschlafsonntag seit langem. Dann setze ich mich mit einer dicken Jacke an den Mariannenplatz und schaue, was da so los ist. Wer der Beobachtung von Hunden und Haltern Glück abgewinnen kann, ist hier goldrichtig, ganze Hundehaltertrauben kommen zusammen, um dem geneigten Zuschauer ihr Schauspiel darzubieten. Und ein Nachdenken darüber anzuregen, wem und wofür Räume in der Stadt zur Verfügung stehen sollten und was alles fehlen wird, wenn die Verdrängung voranschreitet. Anschließend wieder arbeiten, die ganze Technik der Performance abbauen und einpacken."