Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. In diesen Zeiten bleibt er jedoch lieber im heimischen Bau und kocht, aus Gründen der Selbsterhaltung, feine vegetarische Gerichte.
„Sie wissen ja, dass ich ein echtes Schwein bin. So habe ich mich letzte Nacht nur standesgemäß verhalten. Im Schlaf geschahs, zum Morgen hin, ich war kaum zu halten. Mir träumte nämlich wieder der alte Traum von einem festlichen Gelage. Unterm alten Lindenbaum, in durchaus schöner Lage. Zu meiner Verteidigung will ich sagen, dass dort wirklich alle die Sau rausgelassen haben. Eine hat mich gar in den Huf gebissen. Ihr Glück, dass sie nur geträumt war, sie hätte sonst ein plagendes Gewissen. Ich dagegen habe einen furchtbaren Kater davongetragen. In derlei Träume werde ich mich so schnell wohl nicht wieder wagen. Denn dieser Kater, muss man wissen, miaut nicht, sondern sticht. Drum ess ich, was der Kater schmäht, heute ein Nudelgericht. Und weil die Frühlingssonne mir schon wärmt das Fell, gefrorne Nudeln, das ist immerhin originell. Spaghettieis nennt sich das Gericht, hausgemacht ist es ein wahres Gedicht. Wenn man es nicht verhunzt. Ihr Eber freundlich grunzt.“