Mein Wochenende mit
Felix Schiller ist Lyriker, Autor und Literaturveranstalter. Seit 2 Jahren arbeitet er beim Literarischen Colloquium und dem Haus für Poesie. Foto: Renate von Mangoldt
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Natürlich werde ich viel Zeit beim Poesiefestival verbringen. Darüber hinaus habe ich aber auch noch einige alternative Ideen. Wenn das Wetter gut ist, werde ich Samstagmorgen baden gehen. Mein Lieblingssee dafür ist der Schlachtensee. Will man den Spaziergängern am Wochenende aus dem Weg gehen, lautet mein Tipp, nicht vom S-Bhf Schlachtensee, sondern vom Bahnhof Nikolassee her zu kommen, auf die andere Seite des Sees. Anschließend will ich mir unbedingt den Mäusebunker anschauen, dieses alte Tierversuchslabor der FU – ein wirklich schlimmer Ort eigentlich. Interessanter Weise kommt das auch in seiner futuristisch-brutalistischen Architektur zum Tragen. An den 48 Stunden Neukölln interessieren mich zum Beispiel die Führungen zum Thema Kollapsologie, dieser in Frankreich relativ starken neuen Philosophie – und anscheinend gibt es Berliner Poeten, die damit arbeiten. Dann die „cosmofeministische“-Ausstellung im alten Fortuna Wettbüro. Samstagabend möchte ich unbedingt noch beim Afrolution-Festival in der Weddinger Togostraße vorbeischauen – das ist eine großartige und wichtige Veranstaltung, die sich wirklich zu erleben lohnt. Sonntagmorgen dann Kontrastprogramm: die Greenwich Promenade in Tegel lang schlendern und von der Dicken Marie aus auf Hasselwerder raus schauen. Anschließend auf dem Lyrikmarkt Bücher einkaufen. Und abends ist dann die Präsentation des Übersetzungsworkshops Arabisch-Deutsch, da sind wirklich tolle syrische und deutsche Dichterinnen, die sich gegenseitig übersetzt haben – das wird mein Tagesabschluss.