Mein Wochenende mit
Liedermacher Manfred Maurenbrecher wird heute 70 und hat sich mit seinem neuen Album „Inneres Ausland“ selbst beschenkt. (Foto: Christian Biadacz | 28IF Musikpromotion)
„Den 1. Mai, früher der Tag für eine linke Demo in Neukölln, später für Schaulustigenspaziergänge zwischen Kreuz - und Prenzlberg, haben wir diesmal coronamäßig zu einem Ausflug aus unserer Künstlerkolonie hinaus zum Teltowkanal in Steglitz genutzt. Gesittet zu zweit in Kernfamilienformation, zwei Kugeln bei der Eisfee Paulsen-, Ecke Forststraße, zügigen Schritts vorbei am ausgeweideten, sich für die Aufgabe, ein Turm millionenschwerer Eigentumswohnungen zu werden, rüstenden Steglitzer Kreisel. Der Teltowkanal lädt zum Wandern bis nach Potsdam ein – aber wir haben in Zehlendorf die Biege gemacht. Abends spielte ich Klavier in meinen Geburtstag hinein als Vorbereitung für meine Heimkonzerte, die ich mittwochs aus meinem Wohnzimmer streame, fast ohne ein Stück zu wiederholen. Da muss ich ordentlich die alten Lieder üben. Um null Uhr haben wir auf meinen Geburtstag angestoßen. Eigentlich sollte in sehr großer Runde in einem Kloster in Polen gefeiert werden, knapp hinter der Grenze in Cedynia, jetzt unerreichbar. Nun wird das Telefon klingeln und die Nachrichtenapps glühen. Kulinarischer Nachschub wird im Restaurant Pastis am Rüdesheimer Platz besorgt. Am Sonntag fahren wir dorthin, wo die große Feier hätte sein sollen. Bei Hohensaaten im Brandenburgischen sitzt man an der Schleuse und genießt die Stille zwischen Alter Oder, Grenz-Oder und dem Friedrichsthaler Kanal. In der Bruchware in Bad Freienwalde gibt´s neben regionalen Produkten, Kaffee to go und papers to read auch ein Fischbrötchen für die Rückfahrt.“
Das Record-Release-Konzert von Maurenbrechers neuem Album wurde auf den 26. November verschoben, im hoffentlich im dann noch existierenden Mehringhof-Theater.