Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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„Sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass ich gerne schreibe. Am liebsten Miniaturen über die Mark. Hier kenne ich mich aus und ein – hier bin ich Schwein, hier darf ich‘s sein. Chantal, die kulturaffine Sau von Nebenan, erzählte mir neulich, dass sie noch einen kenne, der gerne über die Mark schreibe. Über den Stechlin, zum Beispiel, habe er etwas abgefasst. Ein Herr Fontane, Theodor. So, so, dachte ich. Wollen wir doch mal sehen, was die Konkurrenz so treibt. Und ich muss sagen: Chapeau. Nicht jede Zeile ganz zeitgemäß zwar, das muss ich sagen, aber der Inhalt ist mir sowieso wumpe. Stilistisch, da zöge ich an der ein oder andern Stelle durchaus meinen Hut. Wenn ich denn einen trüge. Ich beschloss also, den Herrn Autor zu besuchen. Und, siehe da, nach Neuruppin führten meine Recherchen mich. Er hat es sich offenbar gutgehen lassen, „groß“ wäre eine Untertreibung für dieses Anwesen. Und „exzentrisch“ eine für die dortige Lebensart: An der Garderobe werden einem die Kleider abgenommen – aber nicht nur der Mantel, sondern alle! Und weil der Herr Fontane offenbar sehr gefragt ist, tummelt sich doch ganz schön viel sehr unbekleideter Besuch in seinen Räumen. Im Saunabereich fühlte ich mich erwartungsgemäß sauwohl. Ein wenig zu sauwohl vielleicht, denn ich vergaß gänzlich, weshalb ich gekommen war, und traf den Herrn Fontane nicht an. Na ja, beim nächsten Mal vielleicht. Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“