Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Was soll man machen bei diesem Wetter, außer platt zu liegen und dem ewigen Mäandern der eigenen Gedanken zu folgen? Von Sommerregen- über Kaltgetränk- zu Eisbergfantasien kriechen sie beim Versuch, der Hitze zu trotzen, dahin. Neulich erst träumte ich, ich sei geschmolzen, dann zerflossen, hätte mich in tausend kleine Bachläufe verästelt, die schon vor dem Erreichen irgendwelcher Meere vollends zu verdampfen drohten. Da riss mich Chantal, die niemals Langeweile aufkommen lassende Sau von Nebenan, Seemannslieder singend aus dem Schlaf, ein Paddel schwingend: „Auf, auf“, sie habe die Kajaks schon startklar gemacht, die Rheinsberger Rhin warte nicht ewig! Drohte etwa auch sie zu verdampfen? Flugs waren wir auf dem Wasser, und anstelle des ewigen Mäanderns der eigenen Gedanken folgten wir dem mäandernden Flusslauf. Sechs Stunden lang und 16 Kilometer weit, von Rheinsberg nach Zippelsförde. Ich kann nur sagen: Eine wahre Wohltat, gerade wenn man sich nichts mehr zutraut. Statt zu schmelzen, entdeckt man Landschaft, eigene Kraftreserven und so sonderbare Tierarten, wie diese eigentümliche „Mischung aus Katze und Delfin“, von der Mirco Lomoth schreibt. Ein Erfolgserlebnis ist es am Ende obendrein. Übrigens: Wer mit dem Fahrrad nach Rheinsberg kommt, muss es dort nicht verstauben lassen. Ein Bringservice befördert es nach Zippelsförde, sodass es idealerweise schon bereit steht, wenn man angepaddelt kommt. Das empfehle ich. Und ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“