Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Durch Franz Marcs Gemälde ‚Eber und Sau‘ erwarb ich heute frappantes Wissen über mich selbst: Und zwar, dass Chantal, die schmucke Sau von Nebenan, und ich harmonisieren wie gemalt. Unter den Nationalsozialisten wurde Franz Marc im Übrigen als ‚entarteter Künstler‘ diffamiert. Was neben Kunst und Kultur auch zur Selbsterkenntnis führt, ist übrigens Geschichte: Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern mehrere öffentliche Gedenkveranstaltungen heute an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Auf dem Willi-Frohwein-Platz/Am Findling in Potsdam beispielsweise gedenken auch Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums ab 11 Uhr im Besonderen an den Namensgeber des Platzes, nämlich dem Auschwitzüberlebenden Willi Frohwein. Der Wahl-Potsdamer arbeitete in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Später unterstützte er das Kreiskomitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer. In der Gedenkstätte Lindenstraße hält der Oberbürgermeister Potsdams, Mike Schubert, um 14 Uhr eine Rede. Zudem kommen u.a. auch die Wissenschafts- und Kulturministerin, Dr. Manja Schüle sowie der Friedensbeauftragte der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Pfarrer Dr. Jan Kingreen, zu Wort. Im Anschluss können Interessierte um 15 Uhr den Gerichtsreportagen von Gabriele Tergit lauschen. Dafür liest die Schauspielerin Claudia Lietz aus den für die Berliner Tageszeitung und die Weltbühne verfassten Texte zwischen 1924 und 1933. Für die Lesung ist eine Anmeldung erforderlich. Alternativ wird ab 14.30 Uhr in der Krypta des Doms St. Peter und Paul an Hildegard Jacoby erinnert. Die Widerstandskämpferin der Bekennenden Kirche wurde im August 1943 gemeinsam mit vielen anderen festgenommen und verhaftet. Um 17 Uhr zeigt das Museum Neuruppin den Dokumentarfilm „Liebe, Angst“ über Kim Seligsohn und ihre Mutter Lore, die als kleines Kind den Holocaust überlebte. Anschließend folgt ein Gespräch zwischen der Protagonistin und der Museumsleiterin Maja Peers. Demgemäß macht dieser Tag die bedeutungsschwere Zeitgeschichte wahrhaftig und bringt die Menschen dahinter zum Vorschein, wie kein anderer Tag. Lassen Sie sich also gern blicken! Mit freundlichen Grunzen.“ (von Sophie Rosenfeld)