Mein Wochenende mit
Sarah Sandring, gebürtige Berlinerin, Dokumetarfilmregisseurin (u.a. JONATHAN, 2011 für WDR/3Sat) und Fotografin, nimmt ihre Nachbarn im Lockdown mit auf Reisen durch die Filmgeschichte.
Sie wollen Berlins schnellsten Überblick? Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten der Stadt – mit uns verpassen Sie nichts!
...aber jetzt, wo Sie schon da sind: Testen Sie die Checkpoint Kurzstrecke und lesen Sie Berlins beliebtesten Newsletter mit allen wichtigen Nachrichten und Aufregern der Stadt. Gratis. Von Herausgeber Lorenz Maroldt
Sie wollen Berlins schnellsten Überblick? Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten der Stadt – mit uns verpassen Sie nichts!
...aber jetzt, wo Sie schon da sind: Testen Sie die Checkpoint Kurzstrecke und lesen Sie Berlins beliebtesten Newsletter mit allen wichtigen Nachrichten und Aufregern der Stadt. Gratis. Von Herausgeber Lorenz Maroldt
Sarah Sandring, gebürtige Berlinerin, Dokumetarfilmregisseurin (u.a. JONATHAN, 2011 für WDR/3Sat) und Fotografin, nimmt ihre Nachbarn im Lockdown mit auf Reisen durch die Filmgeschichte.
„Am Samstag überlege ich mir das Programm für unseren nachbarschaftlichen Filmabend. Die Idee ist, gemeinsam eine Reise durch die Historie des Films zu unternehmen. Letzte Woche hatten wir schon die fünfte Vorstellung. Angefangen haben wir mit den ersten Kurzfilmen der Gebrüder Lumière, also aus der Geburtsstunde des Kinos, und bewegen uns überwiegend chronologisch durch die Zeit. Etwa über Porters „The Great Train Robbery“ (1903), bis aktuell Charlie Chaplin. Besonders begeistert war das Publikum vom ersten dänischen Erotikfilm „Afgrunden“ (1910) von Asta Nielsen, der seinerzeit in den meisten Ländern stark zensiert dennoch zum Vorreiter des Genres wurde. Wenn ich weiß, was wir beim nächsten Mal sehen werden, gestalte ich ein Plakat. Wir haben eine Wandzeitung im Haus, auf die die Nachbarn schreiben, was sie gerade beschäftigt und wie ihnen der Alltag gerade so begegenet. Wir sind eine außergewöhnlich solidarische Hausgemeinschaft, so habe ich das zuvor in Berlin noch nicht erlebt. An die Wandzeitung kommt am Sonntag auch mein Programmposter, das die Titel und etwas Hintergrund zu den Filmen enthält, die wir an unserem Jour Fixe sehen werden. Ich komme dann mit dem Bügelbrett, auf dem der kleine Projektor und die Tonanlage Platz finden, in den Hof, der Nachbar mit der Kabeltrommel schließt sich gleich an. Geschaut wird vom Fenster oder Balkon aus, manche bringen Schaukelstühle in den Hof oder extra für den Abend zubereitete Feuerzangenbowle. Das nimmt immer witzigere Ausmaße an. Eingangs begrüße ich das Publikum und sage einige Worte zum Film und seinem Platz in der Filmgeschichte, dann schlägt ein Nachbar seinen original Gong aus Wuhan und auf geht der imaginäre Vorhang.“