Mein Wochenende mit
Teena Lange,Kuratorin für Performance-Kunst, künstlerische Forscherin und Autorin. Foto: Vincent Dolanbay
Samstagmorgen gehe ich auf den Markt. Der am Kollwitzplatz ist sicher etwas „posh“, aber ein Argument gibt es: frisch gepresstes Leinöl, der Hammer. Anschließend werde ich Kuchen backen für die Veranstaltung „Hidden Treasures“, die im Rahmen von„Interiors To Being“ stattfindet. Zusammen mit den Künstlerinnen Kerstin Honeit und Surya Gied stellen wir um 17 Uhr im Neuköllner Horse and Pony Perspektiven auf die Karl-Marx Straße vor. Es gibt Schulkinder, die die Straße noch nie ohne Baustelle erlebt haben und 1972 hat Joseph Beuys sie mal gefegt. Wir laden alle im Kiez ein, manch überraschendes Detail ihrer Nachbarschaft neu kennenzulernen. Am Sonntag bin ich, wie jedes Wochenende, verhältnismäßig früh unterwegs. Mit dem Team vom Sonntagsbureau gestalte ich das Programm in der Amerika Gedenkbibliothek. Diesmal haben wir unter anderem den Verein Gladt e.V. zu Besuch, den Juxirkus, Shared Reading, Lachyoga und Tischtennis. Natürlich darf auch einfach gelesen werden. Bibliotheken dürfen an Sonntagen normalerweise gar nicht öffnen, das hat mit dem durchaus ehrbaren Arbeitsschutz von Bibliotheksangestellten zu tun. So bleibt allerdings einer der letzten öffentlichen Räume, die frei von Eintrittspreisen und anderen Konsumzwängen sind, ausgerechnet sonntags unzugänglich. Eine Ausnahmeregelung gibt es aber für Veranstaltungen und die machen wir, das Team Sonntagsbureau. Zum Tagesausklang genehmige ich mir schließlich ein Weinchen bei der 50-Jahre-Feier des n.b.k.