Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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„Wie spät ist es bitte? Wo habe ich denn schon wieder…, das kann doch nicht wahr sein! Schon wieder muss ich meine Taschenuhr verlegt haben. Ich muss sagen, ich schätze ja durchaus das geordnete Chaos des Waldes, habe dafür nämlich ein Gespür und in den allermeisten Situationen finde ich mich hervorragend zurecht. Das Gefühl von Verlorensein, das entsteht, sobald jemand, etwa eine gewisse ordnungsliebende Sau von Nebenan, „aufräumt“, ist dagegen kaum in Worte zu fassen. Chantal hat es nämlich eher mit geometrischer Schlichtheit und einem Alltag wie auf Schienen. Wie soll man sich Ablageorte merken, wenn alles gleich aussieht? Apropos Schienen: Solchen bin ich neulich bei der abermaligen Suche nach meiner Taschenuhr spontan gefolgt. Sie führten, wie sich herausstellte, nach Eberswalde, wo ich zwar nicht meine Taschenuhr, dafür aber reichlich verlorene Zeit vorfand. Darauf Proust! Der Eberswalder Familiengarten war nämlich einst ein imposantes Walzwerk, das der Maler Carl Blechen 1830, Öl auf Holztafel, malte – das Gemälde hängt heute in der Alten Nationalgalerie. 2002, zur zweiten Brandenburger Gartenschau, wurde daraus ein Landschaftspark mit reichlich Attraktionen für alle Altersgruppen – darunter die größte Taschenuhr der Welt, steht sogar im Guiness-Buch der Rekorde. Sie ist größer als mein Bau – dem Träger solcher Jackentaschen möchte ich in natura allerdings nur ungern begegnen. Meine Uhr tauchte übrigens später wieder auf, sie war erwartungsgemäß aufgeräumt worden. Das empfehle ich nicht. Aber mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“