Mein Wochenende mit
John Kleckner ist Maler, in Berlin repräsentiert durch die Galerie Judin, und Dozent am Berliner Ableger des New Yorker Bard College.
„Mein Wochenende ist ganz und gar auf Erholung ausgerichtet. Kaffee auf dem Balkon über dem Weinbergspark, Spaziergänge im Humboldthain oder vor der Haustür. Noch vor einem Jahr hätte ich eine ganz andere Geschichte erzählt. Zum Beispiel habe ich früher beim Malen mehrere Musikstücke gleichzeitig laufen lassen und mich von dem kakophonischen Chaos einnehmen lassen. Seit neun Monaten bin ich Vater einer wunderbaren Tochter – seitdem male ich oft mit Ohrstöpseln, obwohl es hier in meinem Atelier sowieso ziemlich ruhig ist. Tipp Nummer Eins also: Ohrstöpsel. Neulich habe ich dennoch die „Disintegration Loops“ von William Basinski beim Malen gehört, um einem Bild eine ganz bestimmte Stimmung zu verpassen – das hat auch gut funktioniert, weil ich, seit ich Vater bin, wahnsinnig empfänglich für musikalische Stimmungen bin. Tipp Nummer Zwei fürs Wochenende: Musik gezielt hören, wenn überhaupt. Und damit zu Tipp Nummer Drei: Wenn es wirklich mal ganz still sein soll und ich die Zeit finde, bin ich im Tranxx Floating Pool in Schöneberg. Man mietet sich einen kleinen Pool, gerade groß genug, um darin alle Körperteile von sich zu strecken. Das Wasser enthält eine Salzlösung, die schwerer ist als der Körper – man sinkt also nicht. Man legt sich hinein, macht das Licht aus, setzt sich wieder Ohrstöpsel ein und schickt seine Sinne für eine Stunde in Urlaub. Wer wirklich will, kann dabei zwischen verschiedenen Lichtfarben wählen und Musik hören – aber wer will das schon?“