Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
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Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Neulich waren Chantal, die stolze Sau von nebenan, und meine Wenigkeit, bei Werder spazieren. Und wie wir so unseres Weges ziehen, steht plötzlich ein in Tarnfarben gekleideter Mann vor uns und zuckt mit den Schultern. Er mache eine Umfrage und würde gern wissen, ob wir denn Wild- oder Hausschweine seien, es gehe um eine Bestandszählung. So so, ‚Bestandszählung‘, denke ich. ‚Hausschweine natürlich‘, antworten wir unisono. Denn erfahrungsgemäß geht es mit Menschen weniger hektisch zu, wenn wir inkognito bleiben – dass Chantal in Wahrheit eine Bache ist und ich ein Keiler, das bleibt bitte unter uns. Wir seien auf dem Weg in die Ausstellung der Mikrofaktur Vulkanfiberfabrik erklären wir und fragen, ob er schon mal von Wildschweinen gehört habe, die sich für Kunst und Industriegeschichte interessierten. Das habe er nicht, sagt er. Und dass seine Tarnfarbe nicht gut funktioniere, erklären wir noch. Wir würden ihn doch schließlich sehen können. Damit hatte er nicht gerechnet. Er verabschiedet sich höflich und zieht seines Weges. Vermutlich, um sich umzukleiden. Einem vertrauenswürdigen Wanderer hätten wir natürlich nichts vorgemacht. Ein solcher hätte aber auch nicht fragen müssen – der hätte mich schlicht erkannt, mein Bild ist doch jede Woche in der Kolumne zu sehen. Ich empfehle mich, mit freundlichem Grunzen.“