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Leseempfehlungen
Einiges in Berlin dreht sich um das geschichtsträchtige Datum 1. September und den Überfall auf Polen. In der Volksbühne heißt es „Der Krieg hat angefangen“, dabei liest das Ensemble aus den Tagebüchern Victor Klemperersund den Briefen Heinrich Bölls– obwohl es, zugegeben, eher eine Zuhör- als Leseempfehlung ist. Ebenso bei „Denk mal an Polen!“, so der Titel des Abendprogramms im Literaturhaus. Die Autorin Emilia Smechowski, Jahrgang 1983, kam 1988 nach Westberlin. Ihr neues Buch „Rückkehr nach Polen“ setzt sich mit den Schwierigkeiten einer Rückkehr vor dem Hintergrund des andauernden rechtskonservativen Rucks und anstehender Parlamentswahlen im Oktober auseinander. In seinem Essay „Eure Freiheit, unsere Freiheit“ vermutet Stephan Wackwitz (*1952), dass es seine Generation bis heute nicht geschafft hat, Länder wie Polen als „eigenständige, gleichberechtigte und politisch handlungsfähige“ wahrzunehmen. Beide Texte werden im Literaturhaus umfassend vorgestellt, daneben aus der gerade erschienenen Neuübersetzung von Miron Białoszewskis„Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand“ vorgetragen. Zur weiteren Recherche sei noch das Lexikon „Polnische Spuren in Deutschland“ empfohlen, das aus vielen kurzen Artikeln eine Vorstellung von der Fülle der Verflechtungen beider Länder vermittelt. Auch ist übrigens der Club der Polnischen Versager unlängst in Buchformerschienen und wer meint, dass aus dem konservativen Polen schon lange nichts Neues mehr komme, lasse sich in dem Band „Positionen 4 – Zeitgenössische Künstler aus Polen“ eines Besseren belehren.