Leseempfehlungen

Vor 22 Tagen ist Walter Lübcke hingerichtet worden, stiller wird es um seinen Fall noch lange nicht. Alarmierend ist der Verlauf, den der Diskurs seit Bekanntwerden des mutmaßlichen Täters, eines Neonazis, nimmt. Statt nämlich zum einen über den politischen Mord an sich sowie die unbestreitbare Einreihung der Tat in eine Serie von Gewalttaten von Rechtsextremisten zu sprechen, stellen zahlreiche Kommentatoren die vermeintlich neue rechte Gewalt in Beziehung zur RAF – als hätte es den NSU nie gegeben –, evozieren das Angstgefühl der 70er und 80er (statt der letzten Jahre), oder stellen eine verquere Nähe zu islamistischem Terror her.