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Leseempfehlungen
„Wer den Lärm gern mag, den Musik im Allgemeinen erzeugt, selbst aber nur wenig von Musik versteht, kann dieses Buch lesen“, schreibt Nicholas Lezard im Guardian über The Rest is Noise – Das 20. Jahrhundert hören(2007). Es ist also nicht nur für ein Fachpublikum geeignet sondern verständlich und mitreißend geschrieben. Kein Wunder, der Autor heißt schließlich Alex Ross, hat seine Feder an zahlreichen für den New Yorker verfassten Musikkritiken geschärft und dürfte zu den weltweit bekanntesten Musikvermittlern der Gegenwart zählen. Das Buch erzählt die Geschichte des 20 Jahrhunderts in Klängen, die es mit sprachlichen Mitteln illustriert, die auch in der Übersetzung von Ingo Herzke funktionieren – für FAZ Rezensent Wolfgang Sandner eine Gratwanderung. Das Maß der Dinge in Sachen Versprachlichung von Musik dürfte aber nach wie vor vom Londoner Schriftsteller Kodwo Eshun stammen. Statt der phonetischen Annäherung an Instrumentalklänge, versucht Eshun die ganzheitliche, körperliche Erfahrung zu evozieren, die normalerweise nur das Musikhören, speziell das Hören afrofuturistischer Musik erzeugt. Das brilliante „More brilliant than the Sun“ (1998) hat seinem Autor eine Stelle an der Goldsmith University und zahlreiche Reisen zu Fachpanels, Konferenzen und Vorträgen rund um die Welt verschafft – der schwierigen Übersetzung von Eshuns Klang-Sprachkosmos ins Deutsche hat sich Dietmar Dathangenommen, „Heller als die Sonne“.